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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood abgesagt - obwohl es kurz zuvor noch Hoffnung gab

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Mit dem Schreitbagger einer Fachfirma wird das Bachbett vom Schlamm befreit, um die natürliche Fließgeschwindigkeit wiederherzustellen.
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Mit dem Schreitbagger einer Fachfirma wird das Bachbett vom Schlamm befreit, um die natürliche Fließgeschwindigkeit wiederherzustellen.

Gewässer wird auf Vordermann gebracht

Große Mühlbach-Kehr in Moosburg: Stadt ruft bestimmte Bürger zum Mithelfen auf

Die Stadt Moosburg bringt mit aufwändigen Aktionen den Mühlbach in Schuss. Dazu sind nun auch Bürger zur Mithilfe aufgerufen.

Moosburg – Die Mühlbach-Kehr ist seit Montag in vollem Gange. Die Mitarbeiter des Moosburger Bauhofs und der Stadtgärtnerei haben damit in den kommenden zwei Wochen alle Hände voll zu tun. Unterstützt werden sie dabei von der Firma Wurzer, die über das nötige Spezialgerät zur Gewässerentschlammung verfügt.

Nach zehn Jahren hatte sich die Stadt Moosburg beim Landratsamt wieder einen Wasserrechtsbescheid für die Mühlbach-Kehr von 3. bis 17. Oktober ausstellen lassen. Vor dem Großreinemachen musste am vergangenen Wochenende der Moosburger Anglerverein und die Fischer der Stadtwerke München bei halbem Wasserpegel das Bachbett abfischen (wir berichteten). Seit Montag wurde nun auf den Mindestwasserstand von etwa 20 Prozent abgesenkt.

Auf den Mindestwasserstand von rund 20 Prozent wurde der Mühlbach in den vergangenen Tagen abgesenkt.

Dieser muss laut Bauhof-Betriebsleiter Martin Holzner zwingend eingehalten werden und wird zweimal täglich an sechs Messpunkten überprüft. Das sei zum einen für das Überleben von Kleinstlebewesen und kleinen Fischen wichtig, zum anderen muss auch der Schleiferbach weiter Wasser führen. Oberstes Ziel der Maßnahmen sei es, den Bach in einem guten ökologischen Zustand zu erhalten.

„Mühlbach-Kehr heißt jetzt nicht, dass wir den Bach komplett ausbaggern“, erklärt Martin Holzner. „Es wird lediglich der aufgestaute Schlamm abgetragen, damit wieder genügend Wasser durchläuft, um die Fließgeschwindigkeit zu normalisieren.“ Damit ein sogenannter Schreitbagger überhaupt im Bachbett arbeiten kann, müssen die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei Uferböschung, Äste und Gestrüpp zurückschneiden. Eine glitschige und kräftezehrende Angelegenheit für die Arbeiter, teilweise sinken sie hüfttief in den Schlamm ein. Ein kleiner Trupp von Bauhofmitarbeitern kümmert sich zudem um ausgespülte oder marode Stellen am Ufer. Diese werden mit Flussbausteinen ausgebessert und neu befestigt.

Die Uferböschung wird mit Flusssteinen verkleidet, um Lebensräume für Flora und Fauna zu schaffen. Die Arbeiten sind ein echter Kraftakt.

Auch hier wurde bei der Auswahl des Materials Rücksicht auf die Flora und Fauna im Mühlbach genommen. Die Flussbausteine bieten mit ihren Spalten und Unebenheiten Platz für Unterschlupf und Lebensraum.

Am meisten Aufmerksamkeit erregt sicher der Schreitbagger, wenn er im Bachbett werkelt. Eine Schlammladung nach der anderen packt er auf die wasserdichten Ladeflächen der bereitgestellten Lkw. „Der ausgebaggerte Schlamm wird zum Bauhof transportiert, dort zwischengelagert und entwässert. Wenn er abgetrocknet ist, wird er im Labor auf Schadstoffe analysiert und dann entsprechend eine Deponie ausgewählt, die mit der Entsorgung beauftragt wird“, beschreibt Betriebsleiter Holzner den weiteren Ablauf.

Appell an Bürger im Mühlbach-Bereich

Das alles sei nicht ganz einfach, weil der Mühlbach an vielen Stellen nur schwer zugänglich sei. Des Weiteren gebe es viele Brücken, an denen der Bagger raus und wieder rein müsse. „Schön wäre es,“ so Martin Holzner, „wenn die Mühlbach-Anlieger mithelfen würden und in ihren Grundstücken die Bäume, Sträucher und Uferböschung zurechtstutzen“. Das würde nicht nur die Arbeit des Entschlammungstrupps erleichtern, sondern auch mithelfen, eine Gefahrenquelle zu beseitigen.

„Falls wir einen richtig kalten Winter bekommen, bildet sich Eis, das Wasser läuft aber noch im Bachbett weiter. Dadurch entsteht Treibeis, das sich an den Ästen und Zweigen anlagern könnte und so einen Eisstau verursacht, der im Extremfall zur Vereisung des ganzen Mühlbachs führen kann. Das ist zu verhindern“, warnt Martin Holzner.

Aus diesem Grund arbeitet ein Trupp städtischer Mitarbeiter im Nachgang zum Schlammaushub durch die Baggerkolonne daran, die Uferböschung zu stutzen. Falls bis zu diesem Wochenende nicht die Hälfte der Strecke geschafft sein sollte, denkt der städtische Betriebsleiter darüber nach, kommende Woche einen zweiten Bagger einzusetzen. Denn der Wasserrechtsbescheid läuft am Samstag, 17. Oktober, aus. Und dann muss die diesjährige Mühlbach-Kehr beendet sein.

Seltene Gelegenheit für Mühlbach-Anlieger

Noch bis zum 17. Oktober können private Anlieger des Mühlbachs Arbeiten an der Uferbefestigung durchführen und ihre Anpflanzungen kontrollieren. Ein Anlieger, bei dem die erste Absenkung seit zehn Jahren zu einem größeren Arbeitseinsatz führt, ist die Firma Elektromaschinenbau Sterr an der Burgermühle. Dort wird mithilfe des Mühlbachs nach wie vor eine Turbine zur Stromerzeugung angetrieben.

Auch die Betreiber der Burgermühle nutzen die Gelegenheit, um ihre Anlage zu säubern und die Turbine zur Stromerzeugung einer Wartung zu unterziehen.

Diese wurde in dieser Woche generalüberholt, der Turbineneingang von Wasserstein-Ablagerungen und Verkalkungen befreit und ein neues Gitter am Rechen eingebaut. Da die Turbine auch bei Tiefststand unter Wasser liegt, mussten beim Bauhof Sandsäcke besorgt werden, um das Restwasser kurzzeitig umzuleiten. Auch Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk des Gebäudes sind noch geplant.

Josef Fuchs

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