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Zum Tauchen bleibt im geplanten Moosburger Hallenbad wohl nur das 25-Meter-Wettkampfbecken. Ein Lehrschwimmbecken wird es aus Kostengründen nicht geben.

Neubaupläne in Moosburg

Hallenbad: Für diese Ausstattung hat sich der Stadtrat entschieden

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Fünf 25-Meter-Bahnen – das war ausgemacht und unumstritten. Doch im neu geplanten Moosburger Hallenbad wird es noch mehr geben. Das hat jetzt der Stadtrat entschieden.

Moosburg – Bürgermeisterin Anita Meinelt betonte es am Montag immer und immer wieder: Beschlusslage des Stadtrats sei, einen Ersatz für die – marode – Kleinschwimmhalle zu errichten, kein Funbad, keinen Wellnesstempel. Mitte Dezember hatten sich Architekten, Fachplaner und Stadtvertreter getroffen, um einen ersten Vorschlag zu erarbeiten, wie das neue Hallenbad aussehen könnte. 

Doch mit dem Ergebnis – ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen, das durch einen Hubboden zu einem Nichtschwimmerbecken gemacht werden könnte – waren nicht alle Stadträte zu frieden. Es hagelte Kritik.

Rudolf Heinz plädiert für Planschbecken

Rudolf Heinz (CSU) sagte, die Lösung, durch einen rund 350.000 Euro (netto) teuren Hubboden auf ein extra Lehrschwimmbecken verzichten zu können, das – je nach Größe – zwischen 550.000 und 950.000 Euro netto gekostet hätte, sei zu begrüßen. Allerdings stellte er den Antrag, ein Planschbecken für Kleinkinder vorzusehen. „Stichwort: Familienbad“, wie er sagte. Auch wenn beispielsweise Josef Dollinger (FW) davon gar nichts hielt und bezweifelte, „dass das familienfreundlich ist, wenn da ein paar Babys mit Pampers drinsitzen“, wurde der Antrag von Heinz mit 17:5 Stimmen angenommen.

Jörg Kästl vermisst Bürgerbeteiligung

Heftige Kritik an dem Verfahren kam von Jörg Kästl (ÖDP): Die Vorlage sei „tendenziös“, beinhalte zu wenig Fakten. Vor allem vermisse er die Beteiligung der Bürger und das Abfragen deren Wünsche. Und wieso eine Sauna kategorisch ausgeschlossen werde, angeblich um privaten Anbietern keine Konkurrenz zu machen, könne er eh nicht verstehen. Die Sauna, so die Antwort, sei platzmäßig in dem vorgesehenen Gebäude einfach nicht unterzubringen. Kästls Wunsch, die Bürger zu befragen, wandelte Ernst Hilberg (UMB) in einen Antrag um, erst nach einer Bürgerbeteiligung die Planungen fortzuführen. Doch Hilbergs Antrag scheiterte mit 7:15.

Alfred Wagner befürchtet „Charme der 70er“

Noch deutlicher wurde Alfred Wagner (Grüne): Was man da plane, sei „ein spartanisches Sportbecken“ mit dem Charme und der Ausstattung der 70er Jahre. Die Grünen hätten schon immer gesagt, dass man kein Geld für ein Familienbad habe. Und sie hätten Recht behalten, schließlich werde jetzt „gestrichen auf Teufel komm raus“: kein Lehrschwimmbecken, kein Planschbecken, keine Sauna. Wagner forderte, man solle „ernsthaft überlegen“, die Planungen völlig neu zu starten, auch den Standort am Freibad nochmals zu überprüfen. Der biete nämlich, so zeige sich, keine Synergien, aber jede Menge Probleme. Kurz: „Wir stecken in einer Sackgasse: Kehren wir um oder wollen wir mit dem Kopf durch die Wand und haben dann Kopfschmerzen?“

Anita Meinelt: „Planung genügt allen Ansprüchen“

Rudolf Heinz hielt dagegen und betonte, dass es sich um „eine wunderbare Planung“ handle, Anita Meinelt hob hervor, dass es eine Planung sei, die „allen Ansprüchen genügt“. Man habe einen etwas größeren Ersatz für die Kleinschwimmhalle haben wollen – und den bekomme man jetzt. Freilich: Die Skepsis, dass für knapp neun Millionen Euro an geplanten Kosten dann doch relativ wenig geboten werde, war auch bei Gerhard Beubl (SPD), Johannes Becher (Grüne) und Jörg Kästl weiterhin zu spüren. Aber es reichte: Die vorgelegte Planung wurde von der Mehrheit (15:7 Stimmen) zustimmend zur Kenntnis genommen – plus Planschbecken eben, das rund 300.000 Euro netto kosten dürfte.

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