Heinrich-Schütz-Ensemble Freising

Alles in Balance

Einen ganz besonderen Akzent setzte das Heinrich-Schütz-Ensemble am Wochenende mit dem Passionskonzert „Leiden & Leben“. Motetten alter und zeitgenössischer Meister, meisterlich interpretiert, erklangen in der Christi Himmelfahrtskirche am Freitag in Freising, am Samstag im Kastulus Münster in Moosburg.

Freising/Moosburg – Dass das Ensemble den Herausforderungen großer Werke wie der Johannes- oder Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach jederzeit gewachsen ist, das wurde in den letzten Jahren eindringlich bewiesen. Mit der Gegenüberstellung von Motetten aus der Barockzeit und des vergangenen Jahrhunderts hat der Chor unter Leitung von Zoltán Ambrus erneut ein außergewöhnlich emotionales Konzert auf die Beine gestellt. Das Publikum wusste das zu schätzen.

Orgel Soli, Chor und Harmonium, aber auch a-capella-Stücke des Chores bildeten die drei musikalischen Säulen des Abends. Dass es ein ganz besonderes Konzert werden würde, das versprach schon der Blick in das Programm. „Nolo mortem peccatoris“ – „Ich will den Tod des Sünders nicht“: Schöner kann man in ein Passionskonzert eigentlich gar nicht einsteigen. Mehr als 400 Jahre ist es her, dass der englische Komponist und Musikwissenschaftler Thomas Morley diese Motette vertont hat. Was damals vor dem Hintergrund des 30-jährigen Krieges an Musik geschaffen wurde, hat heute an Brisanz nichts eingebüßt. Die starken dynamischen Kontraste der Werke aus dem 16. und dem 20. Jahrhundert ließen die Zuhörer andächtig werden. Die Balance zwischen harmonischem Gesamtklang und der Individualität der einzelnen Stimmen kam besonders schön bei den a-capella-Stücken zum Tragen: Auch bei den modernen Kompositionen wie etwa beim „Herr, neige deine Ohren“ des im Jahre 1981 verstorbenen Komponisten Ernst Pepping. Selbstverständlich blieb das Ensemble auch ihrem Namensgeber treu. Zum Schluss erklang das innige „So fahr ich hin zu Jesu Christ“. Ansteigende und abfallende Sopranstimmen sind hier gleichzeitig zu hören. Eine Melodie, die ganz in der Osterbotschaft verhaftet ist: Der Körper von Jesus wird zu Grabe getragen, die Seele jedoch steigt in den Himmel.

Über den langanhaltenden Applaus zum Schluss des Passionskonzertes durfte sich auch der Moosburger Organiset Benedikt Celler freuen: Sogar ein Orgelsolo aus der Glagolitischen Messe von Leos Janácek hatten die Besucher genießen dürfen. Man darf sich schon auf weitere geistliche Musik diese Ausnahmeensembles freuen.                                                                         Maria Martin

Rubriklistenbild: © Foto: Martin

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