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Fachmännischer Blick, eine gute Nase und sensible Geschmacksnerven waren bei der Hopfenbonitierung unerlässlich.  

Gerstenbonitierung in Moosburg

Die Hitze ist Schuld: mehr Anbaufläche, gleich viel Ertrag

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Noch vor der Ernte wurde alles begutachtet, unter die Lupe genommen, geschätzt: Und da war man noch positiv gestimmt. Jetzt, nach der Ernte der Sommergerste, ist doch alles anders gekommen. Und wer ist mal wieder Schuld? Richtig! Die Hitze.

Moosburg – Da kann man schätzen und raten, wie man will: Manchmal überraschen die tatsächlichen Ergebnisse auch die Experten. Bei der traditionellen Gerstenbonitierung in Moosburg am Dienstag war das der Fall: Obwohl man bei Rundfahrten und Begutachtungen diesen Eindruck nicht habe gewinnen könne, ist der Ertrag der Sommergerste heuer niedriger ausgefallen als vermutet, berichtete Markus Herz, Spezialist für Sommer- und Wintergerste bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. 49,1 Doppelzentner pro Hektar wurden heuer im Durchschnitt geerntet, 53 waren es im Jahr 2017, gar 55 Doppelzentner im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Der Grund ist klar: Die Wachstumsbedingungen waren aufgrund der Trockenheit in weiten Teilen Bayerns nicht optimal.

Dass man trotzdem auf eine Erntemenge kommen wird, die der des Vorjahres entspricht (nämlich zwischen 320 000 und 340 000 Tonnen), das liege daran, dass in 2018 die Größe der Anbaugebiete um rund 6000 Hektar auf 104 790 Hektar vergrößert worden war, so Herz. Und noch eine Info für Kenner: Die größte Verbreitung hatte die Sorte Solist (27 Prozent), gefolgt von Grace (23 Prozent) und Planet (13 Prozent). Bei der Gerstenbonitierung gestern waren 85 Muster eingereicht worden – aus allen Bereichen Südbayerns von Traunstein bis Eichstätt und von Augsburg bis Altötting, berichtete Georg Schweiger, der Vorsitzende des Gerstenbauverbands Moosburg. Der Trend, dass immer weniger Proben eingereicht würden, habe sich auch heuer fortgesetzt, so Schweiger. Der Grund sei klar: Immer mehr Landwirte ließen ihre Gerste schon vor Ort auf den so wichtigen Eiweißgehalt prüfen, würden Gerste mit zu hohem Gehalt deshalb gar nicht zur Bonitierung einreichen. In diesem Jahr, so Herz, liege der durchschnittliche Eiweißgehalt bei 11,1 Prozent – und damit etwas unter dem Wert von 2017, aber über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

In blauen Schälchen wurde die Gerste den Experten dargeboten.

Die Ergebnisse der Bonitierung, die von den Experten an den Tischen einen fachmännischen Blick, eine gute Nase und ausgebildete Geschmacksnerven verlangte, im Einzelnen: Bei den Ausstellern des Landkreises Freising erhielten die BayWa AG Moosburg mit ihrer Sorte Planet (33 Punkte) und der Sorte Marthe (32 Punkte) ebenso wie Johann Seibold (Moosburg) mit seiner Gerste der Sorte Grace mit 31 Punkten einen 1. Preis. Bei den Handelsmustern der Landkreise bekamen fünf Teilnehmer mit 30 Punkten und mehr einen 1. Preis zugesprochen (die BayWa AG Moosburg, die BayWa AG Mark Indersdorf, die RWG Neuching, das Raiffeisen-Lagerhaus Moorenweis und das Lagerhaus Feldkirchen). Bei den Erzeugern schnitten die Karl GbR aus Siegertsbrunn, Maria Wolf-Haas aus Vohburg, Johann Westermair (Bergkirchen), Johann Steber (Maisach), Helmut Stocker (Landsham), Johann Seibold (Moosburg), Josef Müller (Wörthsee), Anton Mayr (Neuburg), Anton Klügl (Beilngries), Josef Pöschl (Herbsdorf) und Bernhard Mayr (Langenpreising) mit ihren Gerstenerzeugnissen am besten ab und bekamen einen 1. Preis zuerkannt.

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