Ehrenamtliche Prüfer untersuchen eine Hopfenprobe bei der Moosburger Bonitierung 2021.
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Ehrenamtliche Prüfer untersuchen eine Hopfenprobe bei der Moosburger Bonitierung 2021.

In der Moosburger Schäfflerhalle

Hopfen von vielversprechender Qualität: Bonitierung gibt Einblicke in die diesjährige Ernte

In Moosburg wird bei der Hopfen-Bonitierung traditionell die Qualität des Biergrundstoffs ermittelt. Auch heuer fällten die Prüfer ein Urteil.

Moosburg – Die Basis für das von den Deutschen so geliebte Bier ist der Hopfen. Und der wurde am Dienstag in der Moosburger Schäfflerhalle bis ins letzte Detail geprüft und bewertet: 81 eingereichte Proben wurden heuer bonitiert. Derweil deutet sich an, dass die Ernte 2021 trotz einiger Veränderungen nicht allzu schlecht ausfallen dürfte.

Wegen der auch in 2021 ausgefallenen Moosburger Herbstschau samt der Hopfenausstellung ist die Bonitierung in diesem Jahr eine gute Woche später dran – und dennoch ist die Ernte in der Holledau noch nicht fertig. Heuer begann diese Phase nicht in den letzten August-Tagen, sondern Anfang September. „Das ist so spät wie schon lange nicht mehr“, erklärte Landwirtschaftsdirektor Johann Portner. Angesichts aktueller Prognosen erwartet er eine leicht überdurchschnittliche Menge mit „einer sehr vielversprechenden Qualität“.

Treue Prüfer: Klaus Kammhuber, Johann Schätzl und Erich Niedermeier (mit Urkunde; v. l.) wurden von den Verantwortlichen der Hopfenbonitierung geehrt.

Den positiven Anzeichen steht der Peronospora-Schädlingsbefall des Hopfens entgegen. Durch die langen Regenperioden war der Befall deutlich stärker, und auch die 81 Proben der Moosburger Bonitierung zeugten von dem heuer verstärkten Problem. In einigen Körben sah die Hopfenernte eher braun-verwelkt als saftig-grün aus. Das gab dann schon einmal deutliche Abzüge an verschiedenen Tischen. Mit Punkten wurden Farbe und Glanz, Zapfenwuchs oder Aroma bewertet. Dazu gab es Minuspunkte für Wassergehalt, Schädlingsbefall oder offensichtlich fehlerhafte Behandlung. Experte Johann Portner sagte aber auch, dass der Biergenuss nicht unter Peronospora leiden werde: „Der Schädlingsbefall hat erhebliche Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild, aber nicht auf die Brauqualität.“

Riechprobe: Ex-Bürgermeisterin Anita Meinelt untersucht das Hopfenaroma.

Ein Fan der Bonitierung war schon zu Amtszeiten Moosburgs ehemalige Bürgermeisterin Anita Meinelt, die in Vertretung ihres Nachfolgers Josef Dollinger die ehrenamtlichen Hopfenprüfer begrüßte. Meinelt, deren Aufgabe am Aroma-Tisch das intensive Hopfen-Riechen war, übernahm dann auch drei Ehrungen für langjähriges Engagement. An der Spitze steht heuer Johann Schätzl, der seit 40 Jahren fester Bestandteil der Bonitierung ist. Für jeweils 25 Jahre in dem besonderen Ehrenamt wurden Klaus Kammhuber und Erich Niedermeier ausgezeichnet. Und nach der Bewertung der eingesandten Proben mit zehn verschiedenen Sorten werden am kommenden Freitag in der Moosburger Schäfflerhalle die Landwirte mit der qualitativ hochwertigsten Ernte geehrt.

Die Sortensieger der Hopfenbonitierung 2021

  • Hallertauer Magnum: Joseph Schuster aus Schweitenkirchen (Siegelbezirk Au), 79 Punkte
  • Hallertauer Taurus: Christoph Kellerer aus Geisenfeld, 74 Punkte
  • Hallertauer Tradition: Simon Zellner aus Attenhofen (Siegelbezirk Mainburg), 61 Punkte
  • Hallertauer Mittelfrüh: Preitsameter GbR aus Rohrbach (Siegelbezirk Wolnzach), 59 Punkte
  • Herkules: Joseph Schuster aus Schweitenkirchen (Siegelbezirk Au), 78 Punkte
  • Hersbrucker Spät: Josef Kallmünzer aus Elsendorf (Siegelbezirk Siegenburg), 64 Punkte
  • Perle: Ludwig Ettenhuber aus Geisenfeld, 65 Punkte
  • Polaris: Andreas Kellner aus Rudelzhausen (Siegelbezirk Au), 72 Punkte
  • Saphir: Georg Lidl aus Kirchdorf (Siegelbezirk Siegenburg), 57 Punkte
  • Spalter Select: Christoph Kellerer aus Geisenfeld, 62 Punkte.

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