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Oft gelesene Bedingung in Mietangeboten: Viele Vermieter meiden Interessenten mit Haustieren.

„Sie haben Tiere? Nein, Danke!“

Hundebesitzerin verzweifelt bei Suche nach Mietwohnung

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Moosburg - Eine Rentnerin (66) verzweifelt bei der Suche nach einer Wohnung: Weil sie zwei Hunde hat, blitzt sie regelmäßig bei potentiellen Vermietern ab. Langsam läuft ihr die Zeit davon.

Für Monika Solleder ist es seit einem halben Jahr das tägliche Ritual: Die Rentnerin (66) aus Moosburg durchforstet die Zeitung nach Mietangeboten und klickt sich durch zahlreiche Immobilien-Portale im Netz. Doch mit jedem Tag und jedem Anruf bei Inserenten wächst der Frust: Sobald sie die Frage der Vermieter nach Haustieren mit Ja beantwortet, ist das Gespräch beendet. „Das raubt mir wirklich den Schlaf“, sagt sie verzweifelt. „Soll man seine Hunde einschläfern lassen, um eine Wohnung zu bekommen?“

Ihre Sorge hat sie sich jetzt auch bei Facebook in der fast 1000 Mitglieder zählenden Gruppe „Kaffeeklatsch Moosburg“ von der Seele geschrieben. Aus ihrem bisherigen Zuhause am Mühlbachbogen müssen Monika Solleder und ihr Lebensgefährte (69) ausziehen – wegen Eigenbedarfs der Vermieterin. Zwar habe die ihr eine Frist von „ein bis zwei Jahren“ eingeräumt, sagt die 66-Jährige. „Aber ich möchte möglichst bald umziehen, weil ich jetzt noch selbst anpacken kann.“ Sie will niemandem zur Last fallen und nicht wegen der mit dem Alter nachlassenden Fitness auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Ihre Hunde sind unauffällig - und doch unerwünscht

Ihre beiden Hunde, so erzählt die Moosburgerin, seien alles andere als laut und würden auch nichts kaputtmachen – im Gegenteil: „Die Leute fragen manchmal schon, wo unsere Hunde sind, weil man sie nie hört.“ Ihre beiden kleinen Jack Russell Terrier Laura und Jacky seien bereits 13 und 16 Jahre alt. Monika Solleder versteht deshalb nicht: „Wie kann man da was dagegen haben?“

Brav, aber nicht erwünscht: Die beiden Jack Russell Terrier Laura (13) und Jacky (16) von Monika Solleder.

Unzählige Wohnungen habe sie schon angefragt, doch wegen der Hunde sei sie letztlich immer abgeblitzt. „Ich möchte einfach eine Bleibe für meine letzten Jahre, aus der ich nicht gleich wieder ausziehen muss. Solche Sozialwohnungen wie früher, wo man bis ans Lebensende drinbleiben konnte, gibt es ja nicht mehr.“

Ihre Ansprüche an die künftige Wohnung sind relativ bescheiden: Zwei bis drei Zimmer für bis zu 800 Euro warm, das wäre für Monika Solleder und ihren Lebensgefährten erschwinglich. Wichtig ist der Moosburgerin außerdem, dass das Haus über einen Aufzug verfügt – sofern sich die Wohnung nicht im Erdgeschoß befindet. „Damit wir nicht später wieder ausziehen müssen, weil wir die Treppen nicht mehr steigen können.“ Und das Ganze sollte sich in Moosburg und Umgebung befinden – denn: „Hier wohnt meine Tochter und hier habe ich meinen Doktor.“

Mieterverein: Pauschale Ablehnung „ein Schmarrn“

Volker Zinkernagel, Vorsitzender des Freisinger Mietervereins, beschäftigen immer wieder Fälle, in denen Hunde oder andere Haustiere zum Problem zwischen Mieter und Vermieter werden. Er kennt den Grund, warum so viele Immobilieneigentümer einer Tierhaltung kritisch gegenüberstehen: „In erster Linie haben die Angst, dass sich andere Mitmieter durch Bellen oder Pfotentapser im Treppenhaus gestört fühlen – und sich dann beim Vermieter beschweren. Dass sie sagen: Das ist ein Mangel an der Mietsache.“ Dann gebe es natürlich auch die Befürchtung, dass Türen zerkratzt oder die Wohnung auf andere Weise beschädigt werde.

Eine pauschale Ablehnung von Haustieren in Mietverträgen ist in den Augen Zinkernagels jedoch „ein Schmarrn“. Denn: „Viele Hunde kläffen gar nicht und sind liebe Tiere, mit denen man sehr gut zusammenleben kann.“ Ganz allgemein rät der Experte der Rentnerin aus Moosburg, die Kündigung wegen Eigenbedarfs vom Mieterverein überprüfen zu lassen. „Es passiert immer wieder, dass Eigenbedarf für andere Gründe vorgeschoben wird.“

Doch Monika Solleder bezeichnet das Vorgehen ihrer Vermieterin als „fair“. Und hofft, endlich eine Wohnung zu finden. Mit den Hunden.

Kontakt über das Tagblatt

Wer eine passende Wohnung anbieten möchte, kann sich an das Tagblatt wenden: via Tel. (08161) 18618 oder nord@freisinger-tagblatt.de. Wir leiten das Angebot dann an Monika Solleder weiter.

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