Neue Fälle in Moosburg

Immer raffinierter: Mit diesen Tricks zocken falsche Polizisten ihre Opfer ab

Die Maschen werden geschickter, die Tricks dreister: Immer wieder geben sich Betrüger als Polizisten aus und täuschen ihre Opfer. Die neuesten Fälle geschahen in Moosburg.

Moosburg - Die Polizeiinspektion Moosburg wurde am Montag informiert, dass in zumindest zwei Fällen Anrufe falscher Polizeibeamter stattgefunden haben. So wurden von einem Anrufer, der sich als ein Herr Ackermann von der PI Moosburg ausgab, Auskünfte im Zusammenhang mit einer Festnahme zweier Personen in der zurückliegenden Nacht verlangt. Bei dem konstruierten Fall sollte auch Schmuck entwendet worden sein. In den konkreten Fällen wurde aber auf die Fragen des Anrufers nicht eingegangen.

In den vergangen Monaten wurde bundesweit eine starke Zunahme von Trickbetrügern verzeichnet, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben, um vorwiegend ältere Menschen zur Herausgabe ihrer Wertsachen zu bringen. In Allershausen gab es jetzt ähnliche Fälle - die Betroffenen reagierten aber goldrichtig

Dabei erkundigte sich ein „Polizist“ beispielsweise, ob Wertsachen in der Wohnung seien und dass man diese in Sicherheit bringen bzw. Spuren sichern müsse. Bald würde deshalb ein weiterer Beamter vor der Haustür stehen, um die Wertsachen in Empfang zu nehmen. 

Falsche Haftbefehle und fieser Trick mit der „110“

So oder ähnlich versuchen derzeit Trickbetrüger im gesamten Bundesgebiet vorwiegend ältere Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen. Sogar vermeintliche Haftbefehle wurden schon verschickt - mit dem Hinweis, diese seien nur durch das Zahlen einer hohen Summe abzuwenden. „Die Betrüger geben sich am Telefon überzeugend als Polizisten, etwa Kommissare, aber auch als Staatsanwälte aus, um so auf perfide Weise das Vertrauen der Angerufenen – zumeist Senioren und Seniorinnen, zu gewinnen“, berichtet die Polizei. 

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Dabei würden die Täter auch eine spezielle Technik nutzen, die auf dem Telefondisplay der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt - obwohl die Anrufer zumeist aus dem Ausland agieren.

Unter Vorwänden, etwa die Polizei habe Hinweise auf einen geplanten Einbruch, gelingt es den Betrügern immer wieder, ihren Opfern mittels geschickter Gesprächsführung glaubwürdig zu vermitteln, dass ihr Geld und ihre Wertsachen zuhause nicht sicher seien. Ein Polizist in Zivil werde vorbei kommen, um das gesamte Geld und sämtliche Wertsachen „in Sicherheit“ zu bringen.

Betrüger wollen angebliches „Falschgeld“ überprüfen

Ein anderer Vorwand ist, dass die Ersparnisse auf untergeschobenes Falschgeld überprüft oder Spuren gesichert werden müssten. Ein Beamter komme vorbei und werde Geld beziehungsweise Wertsachen abholen.

Auch auf die Konten und Bankdepots ihrer Opfer haben es die Betrüger abgesehen. Unter dem Hinweis, die Bankmitarbeiter seien korrupt, sollen die Angerufenen ihre Konten und Bankdepots leeren und einem Unbekannten, der sich als Polizist ausgibt, übergeben. 

Einschüchterung, Drohung - und Warnung vor „korrupten Beamten“

Andere Betrugsopfer wurden von der falschen Polizei dazu aufgefordert, per Western Union Geld ins Ausland zu überweisen, damit eine angebliche Betrügerbande festgenommen werden könne. Reagiert ein Opfer misstrauisch, wird es unter anderem mit dem Hinweis, es behindere eine polizeiliche Aktion, wenn es nicht mitmache, unter Druck gesetzt und eingeschüchtert.

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Besonders dreiste Täter gaben sich auch schon als Mitarbeiter des Bundeskriminalamts in “hochgeheimer Mission“ aus. Hatten sich ihre Opfer bereits bei der echten Polizei gemeldet, weil sie misstrauisch geworden waren, kontaktierten die Täter ihre Opfer erneut, um sie mit dem Hinweis, diese echte Polizei sei korrupt und würde die hochgeheime Operation des Bundeskriminalamts stören, zu verwirren. Dabei scheuten sich die Betrüger nicht, gefälschte Verpflichtungserklärungen zum Beispiel eines „informellen Mitarbeiters des Bundeskriminalamts“ oder ähnliche Anschein-Dokumente zu verwenden, um ihre Opfer zu täuschen.

Tipps der Polizei gegen falsche Beamte am Telefon

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Das tun nur Betrüger. Sind Sie sich unsicher, wählen Sie die Nummer 110. Benutzen Sie dabei aber nicht die Rückruftaste, da Sie sonst wieder bei den Betrügern landen. Sie können sich aber auch an das örtliche Polizeidienststelle wenden. Erzählen Sie den Beamten von den Anrufen. Am besten ist, wenn Sie die Nummer Ihrer örtlichen Polizeibehörde sowie die Notrufnummer 110 griffbereit am Telefon haben, damit Sie sie im Zweifelsfall selber wählen können.
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Geben Sie Betrügern keine Chance, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie Betrüger los. Das ist keinesfalls unhöflich!

Polizei rät: Sofort auflegen, wenn...

  • Sie nicht sicher sind, wer anruft.
  • Sie der Anrufer nach persönlichen Daten und Ihren finanziellen Verhältnissen fragt, z.B. ob Sie Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus haben.
  • Sie der Anrufer auffordert, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben, bzw. Geld zu überweisen, insbesondere ins Ausland.
  • Sie der Anrufer unter Druck setzt.
  • Der Anrufer Sie dazu auffordert, zu Fremden Kontakt aufzunehmen, z.B. zu einem Boten, der Ihr Geld und Ihre Wertsachen mitnehmen soll.

Video: So legen falsche Polizisten brave Bürger rein!

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Rubriklistenbild: © dpa

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