Gabelstapler des Herstellers Jungheinrich in einer Fabrik.
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Der Staplerbauer verdankt seinem Krisenmanagement und dem hohen Einsatz des Personals, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise bislang in Grenzen halten.

Konzern sieht sich gut gerüstet

Jungheinrich gelingt passable Fahrt durchs Krisenjahr 2020 - Corona-Bonus an Mitarbeiter gezahlt

  • Armin Forster
    vonArmin Forster
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Trotz Pandemie ist Jungheinrich glimpflich durch 2020 manövriert. Für 2021 rechnet der Konzern mit neuen Herausforderungen, sieht sich aber auch gut gerüstet.

Hamburg – Es war kein leichtes Geschäftsjahr für Jungheinrich: Während der Hamburger Konzern gut damit beschäftigt war, die Produktion trotz Pandemie zu sichern, musste auch auf den weltweiten Märkten des Gabelstaplerherstellers und Ausrüsters für Intralogistik auf Sicht gefahren werden. Mithilfe von Sparmaßnahmen und eines gewaltigen Kraftakts der Belegschaft gelang es jedoch, die finanziellen Auswirkungen zu begrenzen und letztlich sogar manche Prognosen zu übertreffen.

Bei ihrer Präsentation der Jahreszahlen für 2020 konnten die Jungheinrich-Verantwortlichen am Freitag immerhin noch einen Umsatz von 3,81 Milliarden Euro vorweisen – nach vier Milliarden im Vorjahr. Der Auftragseingang ging von 3,92 auf 3,79 Milliarden Euro zurück. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern erreichte der Konzern 218 Millionen Euro (2019: 263 Millionen). Im laufenden Jahr hofft Moosburgs größter Arbeitgeber, der in der Stadt zwei Werke betreibt, dass sich der Umsatz wieder auf 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro steigern lässt.

Millionen für „Gelbe Helden“: Jungheinrich spendiert Belegschaft Corona-Prämie

Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz wurden aber noch andere Zahlen genannt: Mehr als 215.000 Masken und über 20.000 Liter Desinfektionsmittel seien im abgelaufenen Jahr beschafft worden, um das Personals zu schützen. Konzernweit habe man 2020 Kurzarbeit nur an wenigen Standorten und in geringem Umfang in Anspruch gekommen. Als Dank für den außergewöhnlichen Einsatz und Anerkennung der zusätzlichen Belastung hat Jungheinrich seiner Belegschaft zum Jahresende eine Corona-Sonderprämie in Höhe von insgesamt 13,5 Millionen Euro spendiert. Vorstandsvorsitzender Lars Brzoska bezeichnete die Mitarbeiter dabei als „gelbe Helden“.

Im Rahmen der im vergangenen November präsentierten Unternehmensstrategie „2025+“ wollen sich die Hamburger noch profitabler und effizienter aufstellen, das Nachhaltigkeitsbewusstsein soll auf allen Ebenen geschärft werden. Die positive Entwicklung der jüngsten Monate und die Wachstumserwartungen des Internationalen Währungsfonds für die Weltkonjunktur stimmen das Konzernmanagement optimistisch: Jungheinrich erwartet, dass der Weltmarkt für Flurförderzeuge im laufenden Jahr um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentpunkt wächst. Um davon profitieren zu können, will das Unternehmen in Europa, China und Nordamerika noch präsenter werden.

Jungheinrich sieht Risiken bei Zulieferern

Wie gut das alles letztlich gelingt, hängt laut den Verantwortlichen nicht nur vom weiteren Verlauf der Pandemie und Parametern wie dem Impffortschritt ab. Als großes Risiko erachtet Jungheinrich-Chef Lars Brzoska die Gefahr von Insolvenzen oder Virusausbrüchen bei Zulieferern sowie die aktuelle Knappheit bei Elektronikbauteilen. Das beschäftige ihn mehr als die gegenwärtige Blockade von Handelsschiffen im Suezkanal, sagte Brzoska am Freitag. Mittlerweile konnten ohnehin Fortschritte aus Ägypten vermeldet werden: Der auf Grund gelaufene Frachter „Ever Given“ ist wieder frei.

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann: So liefen die ersten drei Monate Corona-Impfung im Kreis Freising

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