+
Bannerträger: Thomas Ritzmann, Hans-Jürgen Reischl, Werner Marek, Ludwig Würfl und Benedikt Kopera halten die Fahne für die Rechte der Mitarbeiter in den Betrieben hoch – und rufen zu den Betriebsratswahlen auf. 

Gewerkschaftsvertreter rühren die Werbetrommel für Betriebsratswahlen

Kämpfen für die Kollegen

  • schließen

Als Einzelkämpfer habe man doch kaum eine Chance. Deshalb sagt der DGB: Betriebsrat muss sein. Für die Wahlen in Moosburg haben einige Betriebsräte gestern mobil gemacht. Jetzt sind die Mitarbeiter gefragt.

Moosburg Sie finden – wie die Bundestagswahlen – alle vier Jahre statt. Für Manche sind sie fast noch wichtiger als die Bundestagswahlen, und die Wahlbeteiligung ist in der Regel höher als bei den Bundestagswahlen: die Betriebsratswahlen. Und dennoch gehen sie in der Öffentlichkeit oft unter, hat der DGB beobachtet.

Aber nicht in Moosburg, wo Gewerkschaftsvertreter gestern die Werbetrommel für die Betriebsratswahlen rührten. DGB-Gewerkschaftssekretär Benedikt Kopera hatte geladen, und so war auch der DGB-Ortsvorsitzende von Moosburg, Ludwig Würfl, gekommen. Die Einzelgewerkschaften kämpften für die Interessen in ihren Betrieben, der DGB, so Würfl, sei dann gefragt, wenn es um gemeinsame Interessen aller Gewerkschaften gehe – Stichwort: Mindestlohn. Während die Belegschaft von Jungheinrich bereits ihr Kreuzchen gemacht hat, stehen bei Clariant und Driescher die Betriebsratswahlen noch an. Thomas Ritzmann, seit sechs Jahren Betriebsratsvorsitzender bei Clariant in Moosburg, berichtete, das 470 Mitarbeiter aufgerufen seien, aus 23 Kandidaten elf Betriebsräte zu wählen. Erstmals seien auch die Kollegen vom Bergbau mit von der Partie, betonte Ritzmann. Das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung umschrieb Ritzman mit „teils, teils“. Beide Seiten seien „konsensbestrebt“, man habe schon vor, gemeinsam Beschlüsse zu fassen, nur gelinge das eben nicht immer.

Nachdem man beim Wechsel von Süd-Chemie zu Clariant mit personellen Einschnitten zu kämpfen gehabt habe, heiße die Herausforderung für die nächsten vier Jahre „Industrie 4.0“. Im Klartext: Der Betriebsrat müsse darauf achten, dass Mitarbeiter für die fortschreitende Automatisierung tatsächlich geschult werden – auch wenn das Geld koste und „learning by doing“ billiger sei. Bei der Firma Driescher, wo knapp 260 Mitarbeiter aus 22 Bewerbern neun Betriebsräte wählen, sieht man in den kommenden Jahren eine andere wichtige Aufgabe, wie Betriebsratsvorsitzende Hans-Jürgen Reischl schilderte: Die Mitarbeiter zu animieren, bei den jährlichen Gesprächen zu den Leistungsbeurteilungen einen Betriebsrat mitzunehmen. Der dürfe zwar nichts sagen, könne aber Protokoll führen und im Nachhinein möglicherweise eine fehlerhafte Beurteilung beanstanden.

Einig war man sich darin, dass Gewerkschaften und Betriebsräte wichtig seien: Vieles von dem, was Gewerkschaften als Forderungen aufgestellt hätten, sei heute Gesetz, betonte Kopera. Und: In einer Firma ohne Betriebsrat lägen im Durchschnitt die Löhne zehn Prozent unter dem der Kollegen in einem Unternehmen mit Betriebsrat, wusste Werner Marek, Betriebsrat bei Driescher. Während Reischl sich wünschte, dass sich das Verhalten der Mitarbeiter ändere, die sich manchmal immer noch am liebsten „durch einen Tunnel“, sprich: unbeobachtet zum Betriebsrat begeben würden, hoffte Würfl darauf, dass es noch die eine oder andere Firma gebe, in der ein Betriebsrat neu gegründet werde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Landkreis gibt bei Expressbus Gas
Ein Expressbus auf der Autobahn A 9, eine Verbindung zwischen den Uni-Standorten Freising und Garching – das und noch viel mehr ist als konkrete Maßnahme im …
Landkreis gibt bei Expressbus Gas
KLJB Baumgarten: Die Gemeinschaft wächst - Jubiläum steht bevor
Die KLJB Baumgarten ist auf Erfolgskurs: Nach einer längeren Pause zwischen 2005 und 2014 steigt die Zahl der Mitglieder stetig an. Auch die Aktivitäten nehmen zu. Beste …
KLJB Baumgarten: Die Gemeinschaft wächst - Jubiläum steht bevor
Feste Bank: Ringer, Kegler & Stockschützen
Sie standen im In- und Ausland auf dem Stockerl, wurden für ihre sportlichen Erfolge vielerorts ausgezeichnet. Nun würdigte der Heimatort noch mal gesondert seine …
Feste Bank: Ringer, Kegler & Stockschützen
Freisinger Feuerwehr holt bewusstlose Schülerin (11) von Klettergerüst 
Bewusstlos wurde am Mittwoch eine elfjährige Schülerin aus Freising, als sie mit ihrer Schulklasse am Spielplatz an der Parkstraße in ein Seil-Klettergerüst stieg. Die …
Freisinger Feuerwehr holt bewusstlose Schülerin (11) von Klettergerüst 

Kommentare