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Auf dem Gelände der Wittibsmühle zwischen Moosburg und Wang wollte der Montessoriverein im September seine Schule eröffnen. Doch nun erteilt die Regierung dem Projekt eine Absage.

Regierung verwehrt Grünes Licht

Keine Genehmigung: Rückschlag für Montessori-Gründer in Moosburg

„Nicht enttäuscht oder wütend, sondern leer“ – so fühlt sich Thomas Becker kurz nach dem jüngsten Gespräch mit der Regierung von Oberbayern. Denn: Die Montessori-Schule bei Moosburg erhält fürs kommende Schuljahr keine Genehmigung. Und nun ist auch noch der Standort in Gefahr.

Moosburg/Wang – Für den Initiator der geplanten Moosburger Montessori-Schule, Thomas Becker, und das gesamte Team war das Gespräch mit der Regierung von Oberbayern am Dienstag ein herber Rückschlag. Und das trotz der Unterstützung zahlreicher Politiker: Neben dem Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer (CSU) hatten sich auch die Landtagsabgeordneten Benno Zierer (FW) und Florian Herrmann (CSU) für das Konzept ausgesprochen. Letzterer habe laut Becker sogar am Gespräch mit der Regierung teilgenommen. 

„Der Termin wurde kurzfristig anberaumt. Doch die Gesprächspartner seitens der Regierung konnten um keinen Zentimeter bewegt werden“, erklärte Becker ernüchternd. Frustrierend sei für den Vorsitzenden des

extra gegründeten Montessorivereins Moosburg

vor allem, dass genau jene Person von der Regierung, die ausschlaggebende Impulse hätten geben können und bisher mit der Gründungsinitiative im Kontakt stand, nicht anwesend war. „Der Pädagoge, um den es ging, war im Urlaub.“

Selbsternannter Bildungsaktivist und Initiator des Moosburger Montessori-Projekts: Thomas Becker.

Ohne Genehmigung musste Thomas Becker nach Hause fahren. Aus welchen Gründen, das kann er sich selbst noch immer nicht beantworten. „Ich weiß nicht, an was es liegt oder wie das Konzept aussehen muss, damit es genügt.“ Dessen Kern werde nicht kritisiert, aber ein „mit Praxiselementen anreichern“ sei gefordert.

Nun droht auch noch der Standort wegzubrechen

Besonders tragisch: Dem Verein droht nun, die Wittibsmühle als Standort zu verlieren. Der Eigentümer benötigt bis 1. August eine klare Aussage des Vereins, ob und wie es weiter gehe. Ansonsten müsse man sich nach neuen Mietern umsehen. Becker: „Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis. Der Eigentümer muss ja auch von etwas leben.“ Er habe den Regierungsvertretern am Dienstag dargelegt, dass dieses Szenario ohne eine baldige Genehmigung eintreffen könne. Die Antwort darauf sei sehr nüchtern ausgefallen: Das sei das Risiko des Vereins, davon werde sich die Regierung nicht beeinflussen lassen. 

Zahlreiche Politiker haben sich für das Projekt interessiert - so etwa diese Delegation der SPD, die sich von Thomas Becker (M.) das Schulkonzept in der Wittibsmühle erklären ließ.

„Das Schlimme ist, dass unser Konzept mit diesem Standort steht und fällt. Ohne diesen können wir es nicht halten und müssen es grundlegend überarbeiten.“ Bedeutet: All die Arbeit wäre umsonst gewesen, die Verantwortlichen müssten komplett von vorne anfangen. Schon jetzt hat Becker vor allem mit den personellen Auswirkungen zu kämpfen, denn: „Ich habe sechs Planstellen, die nun auf der Kippe stehen. Mir wurden Zusagen für das kommende Schuljahr gegeben. Da kann ich nicht erwarten, dass die Leute bis nächstes Jahr aushalten.“ Auch die angemeldeten Kinder „tun mir leid“, sagt Becker. „Sie müssen nun mit dieser Ungewissheit für ein Jahr in einer anderen Schule ,geparkt‘ werden.“

„Kleiner Hoffnungsschimmer“: Thomas Becker will nicht aufgeben

Einen kleinen Lichtblick gab es dann doch: Die Regierungsseite versprach dem Verein, im frühen Herbst ein weiteres Gespräch auf pädagogischer Ebene anzusetzen. Dabei solle ermittelt werden, wie die Anreicherung mit Praxiselementen konkret aussehen könnte. „Natürlich lässt sich der Rahmen für die selbstorientierte und individualisierte Lernumgebung bis in seine Grundstruktur beschreiben“, sagt Becker. „Eine eindeutige Vorhersage, was wann und wie vermittelt wird, kann jedoch nicht in Form eines Ablaufplans niedergeschrieben werden.“ 

In der Bevölkerung stieß das Vorhaben auf großes Interesse.

Sei das dann in die gewünschte Form gebracht, könne zeitnah die ersehnte Genehmigung für das Schuljahr 2018/2019 ausgesprochen und der so wichtige Mietvertrag unterzeichnet werden. Für Thomas Becker ein kleiner Hoffnungsschimmer. „Wir werden weiterhin positiv in die Zukunft schauen. Jetzt holen wir alle tief Luft und greifen noch einmal neu an.“

Anna Schledzinski

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