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Standing Ovations für Gottfried Curio nach dessen Rede in der Schäfflerhalle. 

Mit Abgeordnetem Curio 

AfD Moosburg startet Wahlkampf: Kampf gegen die „Ausrottung“ der „deutschen Identität“

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Die AfD Moosburg ist in den Wahlkampf gestartet. Zu Gast war Bundestagsabgeordneter Gottfried Curio. Die anderen Parteien feierten zur gleichen Zeit ein „Fest für Menschlichkeit und Toleranz“.

Moosburg – Er liefert genau das, was seine Anhänger von ihm erhofften und weswegen ihn die AfD nach Moosburg geholt hat: MdB und AfD-Hardliner Gottfried Curio warnt am Dienstag vor einer „gigantischen Umerziehung“, spricht von einer „gefährlichen, staatlich finanzierten Gehirnwäsche“, spottet über „linke Tugendjakobiner“. Am Ende erheben sich rund 300 AfD-Anhänger in der Schäfflerhalle, um dem Mann aus Berlin zuzujubeln. Und die Lokalmatadore dürfen auch noch was sagen.

Gegendemo vor der Schäfflerhalle

Der Wahlkampfauftakt der AfD für den Landkreis Freising sei „ein Fest der Toleranz und der Menschlichkeit“, so wie die Demo vor der Halle, aber – anders als draußen – auch noch „ein Fest der Meinungsfreiheit“, eröffnet MdB und Kreisvorsitzender Johannes Huber den Neujahrsempfang. Curio, der „Stargast des Abends“, sei „ein toller Redner, der die Meinungsfreiheit liebt“ – ein Aussage, die schon für Jubel, „Bravo!“-Rufe und Applaus sorgt.

Curio warnte vor einer „gigantischen Umerziehung“.

Und dann kommt Curio. Sein Ziel ist klar: Die Zuhörer einzuschwören auf den Kampf gegen die angebliche „Zerstörung und Ausrottung“ des „Bewusstseins“ und des Stolzes darauf, deutsch zu sein. Curio bringt Beispiele dafür, viele Beispiele – „die grassierende Seuche der Umbenennung“ von Straßen und Kasernen, dass man „Lustig ist das Zigeunerleben“ nicht mehr singen dürfe und dass „Die zehn kleinen Negerlein“ sowieso verpönt seien. „Pseudokreatives Brackwasser“ nennt Curio solche Ideen, formuliert sarkastisch seine Einstellung zu einem geplanten „Migrationsmuseum“: Ob da auch eine Statue des Arminius drinstehe, der die nach Germanien einfallenden römischen Legionen mit einem „Nun sind sie halt da“ begrüße. Das Volk an den Tischen amüsiert sich prächtig. Und es schimpft kräftig mit – beispielsweise über eine SPD, die laut Curio „offenbar in den Händen fundamentalistisch orientierter Muslime“ ist.

Dritte Startbahn „ist schon lange gebaut“

Curios These: Die deutsche Regierung denunziere das deutsche Volk und die deutsche Identität, um den Widerstand gegen den „Massenimport von Migranten“ zu schwächen. Daran schließt sich für den AfD-Frontmann die entscheidende Frage an: „Wird das deutsche Volk noch rechtzeitig zur Besinnung kommen und die eigenen Werte aus der Kraft seiner Geschichte heraus verteidigen?“ Curio vergisst auch nicht, wo er ist und weshalb er da ist: Jetzt sei der Moment gekommen, wo „das Vaterland“ die Bayern brauche, um bei den Wahlen „an den Iden des März“ ein Zeichen zu setzen. Standing Ovations für Curio, der zum bayerischen Defiliermarsch eingezogen war, nach seiner Rede aber schnell weg muss, um den Flieger zu erwischen.

Dann darf Landratskandidat Franz Scholz ans Rednerpult. Genauer: Franz Josef Scholz – FJS eben, wie Huber süffisant betont, und einer, der eine tolle Alternative zum „Einheitsbrei der anderen Kandidaten“ sei. Scholz nennt die politischen Gegner „die geistig Unbewaffneten“ und erzählt von einer alten Frau, die am Flughafen Pfandflaschen sammeln muss. „Eine Riesen-Schande für unser Land ist das“, sagt er. Zur dritten Startbahn am Flughafen FJS hat der AfD-FJS seine ganz eigene Meinung: „Unter uns: Es gibt sie schon, sie ist schon lange gebaut.“ Ob sie nun vom Rollrasen befreit und eröffnet wird, sollen nach seiner Ansicht aber nicht die Münchner, sondern die Freisinger und Erdinger entscheiden, sagt er.

Mit „Liebe Patrioten“ begrüßt Moosburgs AfD-Bürgermeisterkandidat Gerhard-Michael Welter die AfD-Fans. Nur zwei Parteien würden am 15. März in Moosburg antreten: die AfD und die „Bunte sozialistische Einheitspartei“, die BSE. Welters Vorschläge für den Umgang mit dem Bahnhof nennt Johannes Huber „Visionen“, die eindeutig zeigten, dass die AfD „eine Fortschrittspartei“ sei. Eine, die am Ende das Lied der Bayern und die Deutschlandhymne anstimmt.

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