+
Im Hirschwirt haben sich gut zwei Dutzend junger Leute versammelt, um eine parteineutrale Stadtratsliste aufzustellen.

Kommunalwahl 2020

Ihr Ziel: FRESH in den Stadtrat - Junge Moosburger gründen Liste für Kommunalwahl

  • schließen

Im Moosburger Hirschwirt haben sich am Sonntag junge Leute versammelt und die neue Stadtratsliste „FRESH“ gegründet. Dabei wurden auch erste Themen besprochen.

Moosburg – Etwas verändern, sich politisch für die Heimatstadt einzusetzen, aber ohne großes Parteigedöns: Dafür interessierten sich mehr als zwei Dutzend Moosburger zwischen 19 und 32 Jahren, die sich am Sonntagnachmittag im Hirschwirt versammelt hatten. Sie waren gekommen, um der Gründung und Aufstellung der jungen Stadtratsliste FRESH beizuwohnen.

Es fühlte sich an wie eine Mischung aus Jugendparlament, Stadtentwicklungs-Workshop und lockerer Kneipenrunde, was sich ab 14 Uhr in dem Kultlokal am Gries abspielte. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gab Benedict Gruber, einer der Initiatoren, eine Einführung in das Vorhaben und den Ablauf des Treffens: Dass man eine überparteiliche junge Liste für die Kommunalwahl am 15. März aufstellen wolle und es nun darum gehe, gemeinsam Themen, eine Werbestrategie und vor allem Kandidaten festzulegen. Dann wurde aufgeteilt – in die „Wahlkampf-Umsetzungs-Gruppe“ und den Tisch „Probleme + Lösungen Moosburg“.

In Gruppenarbeit wurde an der Wahlkampfstrategie von FRESH gefeilt.

Behördengänge online erledigen, Bahnverbindungen für Clubbesucher

Viele erarbeitete Themen unterschieden sich dabei gar nicht so sehr von Programmpunkten etablierter Stadtratsfraktionen, etwa wenn es um Verkehrsberuhigung, bessere Kinderbetreuung oder Innenstadtaufwertung ging. Dass es beispielsweise ein Öffnungszeiten-unabhängiges „Online Rathaus“ brauche für Behördengänge via Smartphone sowie eine nächtliche Bahnverbindung von und nach München für Clubbesucher, das waren dann schon eher jüngere Themen. „Klar ist nicht alles neu“, fasste Benedict Gruber das Themenspektrum zusammen. „Aber das Set macht es am Ende aus.“

Welche Probleme und Lösungen gibt es für Moosburg? Das diskutierte diese Runde.

Auf der Suche nach Ideen, wie man zunächst die 180 Unterstützerunterschriften für die Zulassung der Liste und später genügend Kreuze in der Wahlkabine zusammenbekomme, wurde die Runde ebenfalls kreativ. Von Nachrichten in WhatsApp-Gruppen über Instagram-Posts bis hin zu klassischen Plakaten oder der Mund-zu-Mund-Propaganda in Familie und Sportverein war etwa die Rede.

Manche der Besucher zögern erst - und sind am Ende überzeugt

Auch eine eher satirische Herangehensweise im Wahlkampf wurde angeregt. Julian Grübl, wie Gruber Initiator der ersten Stunde, stellte dabei jedoch klar: „Ich bin kein Fan davon, andere Mitbewerber niederzumachen.“

Manche der Anwesenden hatten eingangs noch gezögert, sich tatsächlich aufstellen zu lassen, wollten sich eigentlich nur einmal anhören und sehen, was da für eine Gruppe entsteht. Ein Großteil von ihnen wurde im Lauf des Nachmittags dann aber überzeugt vom Vorhaben – und war am Ende Teil der ersten FRESH-Liste Moosburgs.

Jetzt geht‘s ans Unterschriftensammeln

Anfang kommender Woche plant die Gruppierung, den Wahlvorschlag bei der Stadt Moosburg einzureichen. Sobald dies abgeschlossen ist, geht es ans Sammeln der nötigen 180 Unterschriften für die Zulassung zur Kommunalwahl am 15. März. Bis Montag, 3. Februar, kann man sich dazu im Rathaus eintragen. 

Unterzeichnen können alle, die in Moosburg wahlberechtigt sind (Deutsche und EU-Bürger über 18 mit einzigem oder Haupt-Wohnsitz im Stadtgebiet), die nicht selbst als Stadtrat kandidieren und auch keinen Wahlvorschlag unterschrieben haben. Die Liste liegt dann im Rathaus aus.

Die Kandidatenliste von FRESH für den Moosburger Stadtrat

Bei der Aufstellungsversammlung erklärten sich 15 Personen zur Kandidatur bereit und teilen untereinander die folgenden 24 Listenplätze auf:

1./2. Thomas Wittmann, 3./4. Michael Spanfelner, 5./6. Thomas Lohmaier, 7./8. Marco Frey, 9./10. Julian Grübl, 11./12. Benedict Gruber, 13./14. Julia Neumayr, 15./16. Farina Rittirsch, 17./18. Michael Hobmaier, 19. Sarah Schierenberg, 20. Jakob Berger, 21. Pascal Eder, 22. Michael Lorentschk, 23. Felix Bayerköhler, 24. Patrick Schweitzer. 

(Hinweis der Redaktion: Auf der ursprünglichen Version der Liste waren die Namen jener Bewerber, die zweifach kandidieren, in anderer Reihenfolge aufgeführt - dies hat die Gruppierung im Nachhinein korrigiert.)

Alle Infos über die Kommunalwahl 2020 in allen Gemeinden finden Sie in unserem großen Überblicks-Artikel.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landratskandidat Franz Scholz (AfD) will wieder „Recht und Ordnung“ in Bayern
Franz Scholz (AfD) will der Freisinger Landrat werden. Im Interview spricht er über seine Vorhaben und darüber, was ihn am Landkreis stört.
Landratskandidat Franz Scholz (AfD) will wieder „Recht und Ordnung“ in Bayern
Limestone Festival mit Post Malone und Seeed: Veranstalter geben ersten Einblick in ihre Pläne
Stars wie Post Malone und Seeed spielen im Juni 2020 beim Limestone Festival in Moosburg. Worauf sich Besucher noch freuen dürfen, verraten nun die Veranstalter.
Limestone Festival mit Post Malone und Seeed: Veranstalter geben ersten Einblick in ihre Pläne
Zollings CSU-Bürgermeisterkandidat Markus Staudt möchte ein lösungsorientiertes Miteinander
Markus Staudt steigt in Zolling für die CSU in den Ring. Im Interview spricht er über das Bürgerhaus, seine Lieblingsplätze und darüber, wieso Kinder ihm ihre Stimme …
Zollings CSU-Bürgermeisterkandidat Markus Staudt möchte ein lösungsorientiertes Miteinander
ÜWG-Bürgermeisterkandidat Georg Völkl möchte in Zolling neuralgische Stellen beseitigen
Er sitzt fest im Gemeinderatssattel und kandidiert bereits zum zweiten Mal als Bürgermeister: Georg Völkl (ÜWG). Im Interview spricht er über seine Visionen für Zolling. 
ÜWG-Bürgermeisterkandidat Georg Völkl möchte in Zolling neuralgische Stellen beseitigen

Kommentare