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Die Zuhörer beim Kreisbauerntag im Festzelt der Moosburger Herbstschau werden von Jahr zu Jahr weniger. 

Versammlung im Herbstschau-Festzelt

Kreisbauerntag in Moosburg: Kritik am „Generalverdacht“ gegen Landwirte

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Beim Kreisbauerntag in Moosburg wurden Politiker und Verbraucher kritisiert - und die Landwirtschaft hochgelobt. Einen Appell an die Branche gab es auch.

Moosburg – Der Kreisbauerntag am gestrigen Sonntag unterschied sich nur unwesentlich von jenen in den Vorjahren: Denn fast immer wenn sich die Landwirte im Festzelt zu Moosburg im Rahmen der Herbstschau treffen, wird zum einen das Loblied auf die Landwirtschaft gesungen, zum andern auf die Politik und die Verbraucher geschimpft. Das war gestern nicht anders. Nur eines war anders: Die Zahl der Landwirte, die sich an diesem Sonntagmorgen zu Gottesdienst und Reden im Krämmer-Festzelt einfanden, nimmt stetig ab.

Gekommen waren die Landwirte, um Eva-Maria Haas, die Geschäftsführerin von Unsere Bayerischen Bauern e.V., zu hören. Doch nach deren kurzfristiger Absage stand Wolfgang Scholz, der stellvertretende BBV-Bezirkspräsident, am Podium. Sein Thema: Die ständig wachsende Anforderung der Gesellschaft an die Landwirtschaft. Seine Botschaften: Der Verbraucher fordere immer mehr, wolle dafür aber nicht mehr zahlen, Bio und konventionelle Landwirtschaft seien doch „freundschaftlich verbunden“. Und: „Der Bauernverband hat was!“, so der Appell des Allgäuer Bauern an seine Kollegen im Landkreis Freising.

Sprach deutliche Worte: Wolfgang Scholz, stellvertretender BBV-Bezirkspräsident.

Klare Worte hatten seine Vorredner gefunden: Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt würdigte die Leistungen der Bauern. Landwirtschaft sei „vielfältig“, verlange nicht nur Fachwissen, sondern auch zunehmend Flexibilität und Kreativität. Landwirtschaft habe einen großen Anteil an Umweltschutz und Energiewende, außerdem am Landschaftsschutz, versicherte sie. Und auch deshalb kritisierte Meinelt den „Generalverdacht“, unter dem die Landwirtschaft in der Bevölkerung oft stehe und der den Bauern das Leben und die Arbeit noch schwerer mache als sie eh schon seien.

Während an den Bierbänken am späten Vormittag die ersten Rollbraten und Hendl verzehrt wurden, zog oben auf der Bühne der stellvertretende BBV-Kreisobmann Ralf Huber sauber vom Leder: Unnötige und unsinnige Kontrollen kritisierte er scharf, schimpfte auf die Politik und die Umweltschützer („Herrgottsa!“), und appellierte auch an seine Standesgenossen: Der Bayerische Bauernverband sei doch „für alle da“. Freilich könne nicht immer allen alles passen, was der BBV fordere, durchsetze und vertrete, aber dennoch sollte man „unserem Verband die Treue halten“. Denn: „Nur gemeinsam sind wir stark“, war sich Huber sicher.

Und so wird man sich auch 2019 zum Kreisbauerntag treffen. In Moosburg. Dort also, wo 1862 die Herbstschau als landwirtschaftliches Betriebsfest seine Anfänge hatte.

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