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Stadtrat entscheidet sich für Ampellösung an den „Amperauen“

Kreisverkehr für Neubaugebiet in Moosburg auf Eis gelegt

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Moosburg treibt die Planung für das neue Baugebiet „Amperauen“ voran. Auf die Einnahmen aus Grundstücksverkäufen ist die Kommune angesichts klammer Finanzen dringend angewiesen. Im Stadtrat wurde nun allerdings heftig debattiert, wie das neue Gebiet überhaupt an den Verkehr angebunden werden soll.

Die Haushaltslage der Stadt Moosburg ist alles andere als rosig. Da kämen Grundstücksverkäufe in einem neuen Baugebiet natürlich wie gerufen. Entlang der Staatsstraße 2085 Richtung Mauern, zwischen Westtangente und Amperwehrstraße, soll das nun möglichst bald geschehen. „Amperauen“ heißt das angedachte Wohngebiet, über dem bereits das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Wacker aus Nandlstadt brütet. Die Vorstellung: Anschließend an die bestehende Bebauung der Amperwehrstraße folgt ein neues Wohngebiet – und noch weiter nördlich dann ein Sondergebiet bestehend aus mehreren Supermärkten.

So weit herrschte im Stadtrat am Montag auch Konsens. Doch wie der künftige Stadtteil an den Verkehr angeschlossen werden soll, darüber wurde lang und hitzig debattiert. Denn obwohl das Ingenieurbüro Gruber-Buchecker – von der Stadt mit der Erschließungsplanung beauftragt – einen möglichen Kreisverkehr auf Höhe des Edeka-Markts durchgerechnet und präsentiert hatte, wurde den Räten von vornherein eine andere Variante empfohlen: eine Kreuzung mit Abbiegestreifen und Fußgängerampel. 

Auch die Verwaltung, angeführt von Bürgermeisterin Anita Meinelt, hielt das für die beste und günstigste Variante. Denn, wie Meinelt eingangs betont hatte: Das Staatliche Bauamt lehne einen zweiten Kreisverkehr unterhalb des Kreisels Richtung Mauern kategorisch ab. Der Abstand sei zu gering, der Verkehr würde sich nicht gleichmäßig genug auf die Anschlussäste verteilen.

"Das Staatliche Bauamt wird uns kein eigenes Süppchen kochen"

Noch dazu, so erläuterte Planer Josef Gruber-Buchecker, müsse dann die komplette Straßenführung Richtung Westen verschoben werden, da man sonst auf Privatgrund stoße. Johannes Becher (Grüne) wollte wissen, ob es denn unbedingt der vorgestellte Durchmesser von 34 Metern sein müsse, und auch Josef Dollinger (FW) wunderte sich: „In Erding gibt es doch viele kleinere Kreisverkehre und die sind auch noch sehr nah beieinander.“ Doch Gruber-Buchecker war überzeugt: „Das Staatliche Bauamt wird uns da sicher kein eigenes Süppchen kochen.“ Außerdem sei eine schnell realisierbare Ampellösung rund 400.000 Euro billiger, selbst wenn ein kleinerer Kreisel gebaut würde.

Für Gerhard Beubl (SPD) stand das nicht zur Debatte: „Wir verlieren wertvolle Flächen für Baugebiete. Das können wir uns nicht leisten.“ Für Anita Meinelt waren Kreisverkehre ohnehin „kein Allheilmittel“. Es gebe viele Orte, die sie am liebsten wieder zurückbauen würden. Michael Hilberg (UMB) hielt die aufgezeigten Probleme für konstruiert: „Die Planung wurde mit dem Hintergedanken gefasst, den Kreisverkehr politisch zu verhindern“, sagte er. Und: „Solange hier kein Kreisel hinkommt, werde ich keiner weiteren Planung der Amperauen zustimmen.“

"Städtebauliche Qualität wichtiger als kurzfristige Rendite"

Sein Fraktionskollege Alfred Wagner plädierte schließlich dafür, wenigstens Flächen vorzuhalten, falls der Verkehr mit der Ampelanlage doch nicht mehr zu bewältigen sei. Zum Argument, man verliere dann Baugrund, meinte Wagner: „Mir ist die städtebauliche und verkehrliche Qualität wichtiger als eine kurzfristige Rendite.“ Verkehrsreferent Bernd Schaffer (CSU) sah es so: Anfangs werde eine Ampellösung ausreichen. „Was ich mir vorstellen kann, ist später einmal ein befahrbarer Kreisel mit gepflasterter Mitte.“

Letztlich entschied die Mehrheit (16:6): Das Planungsbüro soll die Variante mit Abbiegespuren und Fußgängerampel weiter verfolgen – jedoch langfristig an einem leistungsfähigen und möglichst flächenschonenden Kreisverkehr festhalten und die dafür notwendige Flächen vorhalten.

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