Computergrafik des neuen Moosburger Hallenbads.
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Die Hülle des neuen Moosburger Hallenbads soll in dunklem Anthrazit gehalten werden – was laut Planer den Blick auf das Innere konzentrieren lässt.

Kontroverse Debatte mündet in Beschlüsse mit deutlicher Mehrheit

„Windiges Material“, „Industriehallen-Charakter“: Kritik an geplanter Fassade von neuem Moosburger Hallenbad

  • vonNico Bauer
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Die Pläne zur Fassadengestaltung am neuen Moosburger Hallenbad wurden im Stadtrat heiß diskutiert. Denn sowohl Optik als auch Material standen in der Kritik.

Moosburg – Offenbar hat der Moosburger Stadtrat nur etwas Bedenkzeit benötigt, um mit der anthrazit-farbenen Fassade des Hallenbads warm zu werden. Denn in der Diskussion über die Außenhülle des Großprojekts gab es diesmal einen einstimmigen Beschluss für den Grauton. Architekt Rainer Eckert bekam dafür aber den Auftrag mit auf den Weg, bei der Stabilität des Materials nachzubessern.

„Ich war anfangs auch etwas enttäuscht“, sagte Bürgermeister Josef Dollinger (FW) mit Blick auf die dunkle Fassade des Schwimmbad-Neubaus. Mittlerweile sei er aber zu der Meinung gekommen, dass eine zweifarbige Außenhülle nicht so gut sei. „Es sollte nicht zu unruhig werden“, sagte Dollinger.

Warnung vor Blendwirkung durch spiegelnde Fassade

Architekt Rainer Eckert legte dem Stadtrat diesmal Alternativen vor, bei denen der untere Teil der Halle weiter anthrazit bleibt. Oben wurde ein dunkler und ein heller Silberton verwendet. Der Planer empfahl weiterhin die einfarbige Fassade, „weil sich der Blick dann auf das Innere konzentriert. Alles andere lenkt nur ab.“ Der Planer und der Rathauschef überzeugten dann scheinbar auch die Stadtratsmitglieder, da bei der Farbe Einigkeit herrschte. Es wurde negativ festgestellt, dass silberfarbene Fassadenteile blenden könnten. „Das ist teilweise wie ein Spiegel“, warnte Josef Dollinger. Rudolf Heinz (CSU) merkte an, dass das Schwimmbad „den Charakter einer Industriehalle“ habe. An dem Urteil, das auch andere Stadträte so fällten, ändert auch die Stufenoptik der Halle nichts. Ein 3D-Modell aus der Vogelperspektive zeigt die Fassade mit weißen Vordächern. Wer künftig auf den Liegewiesen des Freibads liegt, sieht vom Boden aus aber nur die dunkle Fassade und nicht die weißen Flachdach-Flächen.

Ziemlich massive Kritik gab es zum Material der Fassade. Dieses wurde bei Proben als zu dünn und damit auch nicht stabil genug bewertet. „Das wirkt windig“, bemängelte Johannes Becher (Grüne): „Unser Hallenbad wird teuer genug. Dann sollte es wenigstens langlebig sein.“ Mehrere Stadträte teilten die Befürchtung, dass die Fassade schnell Kratzer und Schäden bekommen könne. Planer Eckert sah die Gefahr nicht so gravierend: „Bei 200 Fahrradstellplätzen wird doch keiner sein Rad an die Fassade stellen. Und Autos fahren auch nicht dagegen.“

Dickere Außenschicht für Hallenbad gefordert

Johannes Becher forderte dennoch, dass zumindest die unteren zwei Meter des Gebäudes mit einem deutlich verstärkten Material versehen werden, um frühe Schäden durch Vandalismus oder andere Beschädigungen zu verhindern. Becher drängte auf eine deutlich dickere Außenschicht in diesem Bereich der Schwimmhalle. „Das sollte doch kein Hexenwerk sein“, ärgerte sich der Grünen-Vertreter. Letztendlich wurde dieser Punkt in den Beschluss miteingearbeitet, sodass ein robusteres Material in der bestätigten Farbe verwendet werden soll. Der Stadtrat gab dem Ansinnen mit 23:3 Stimmen seinen Segen.

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