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Es ist Kunst und da kann rein, was weg muss: Die zehn Mülleimer, die Moosburgs Realschüler im Kunstunterricht geschaffen haben, sind der Hingucker.

Realschüler aus Moosburg beteiligen sich an Kunstprojekt von Johannes Becher 

Kunst am Eimer - wo der Müll ins Schwarze Loch fällt 

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Moosburg wird wieder ein Stück bunter: Die Realschüler haben zehn Kunstwerke geschaffen, die schon bald das Stadtbild mit prägen werden. 

Moosburg – Eine siebte Klasse schleppte am Donnerstagvormittag zehn unscheinbare Kisten quer über den Pausenhof der Realschule Moosburg. Inhalt der Kartons: ZehnKunstwerke, die die Schüler für die Stadt Moosburg im Unterricht geschaffen hatten. Und – was ja bei Kunst nicht immer selbstverständlich ist – es sind praktische Alltagsgegenstände. Das von Johannes Becher, Stadtrat und Jugendreferent der Stadt Moosburg, initiierte Mülleimerprojekt geht heuer in die fünfte Runde. Im Wechsel mit Gymnasium und Mittelschule war heuer die Realschule, genauer gesagt die Schüler des Kunstzweigs, gefragt, aus öden öffentlichen Mülleimern bunte Eyecatcher zu kreieren. „Es ist schon ein tolles Gefühl, dass da von euch etwas dauerhaft in der Stadt hängt“, sagte Schulleiter Wolfgang Korn und spendete seinen Schülern spontan Applaus.

Johannes Becher fasste noch einmal kurz zusammen, wie es zu diesem bunten Projekt gekommen war: 2009 sei er an einem internationalen Jugendprojekt in Schweden beteiligt gewesen, habe von da die Idee mit den bemalten Mülleimern mitgebracht. „Junge Menschen prägen das Stadtbild mit, das hat mir gefallen.“ Und so hat er vor fünf Jahren diesen Gedanken in Moosburg in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament und den Schulen umgesetzt. Schön war für Becher auch zu sehen, dass es dabei nicht aufs Alter ankommt: Hat man das Projekt mit einer zwölften Klasse des Gymnasiums gestartet, seien dieses Mal Siebtklässler an der Reihe gewesen: „Und ihr habt das genauso toll gemacht.“

Und dann hatten die jungen Künstler das Wort, durften das Motiv ihres Werks, das in kleinen Gruppen entstanden ist, erklären. Emma und Angelina beispielsweise haben auf ihren Eimer einen Zug gemalt, „weil er am Bahnhof hängen wird“. Unzählige Ideen hatten Lilith und Sarah im Kopf. „Wir wollten etwas, das überall hin passt“, sagten sie. Schlussendlich ist es ein Kaktus geworden, der auf hellblauem Hintergrund den Mülleimer verschönert. Für die zwei großen NASA-Fans Leonie und Josefa war klar, dass sie das Thema Weltraum aufgreifen wollen. „Der Müll fliegt direkt ins Schwarze Loch“, erzählte Stephanie Schuh, die Kunstlehrerin, die das Projekt nun schon zum zweiten Mal begleiten durfte und begeistert von der Kreativität ihrer Schüler war.

Für einen Pfau haben sich Anna und Katharina entschieden, „weil es einfach ein schönes Tier ist“. Denise, Lena und Natalia wollten etwas machen, was jeder kennt, und haben sich für Disneyfiguren entschieden. Flamingos haben Nadine, Marlene und Sophie gewählt, „weil es so ein schönes Sommermotiv ist“, und für Sebastian und Lukas kam – ihrer Leidenschaft entsprechend – nur das Star Wars-Thema in Frage: R2D2 und Obi Wan Kenobi zieren den dunkelblauen Eimer. Lillys Werk ist mit abstrakter Kunst und Blumen ein wahrer Blickfang geworden. „Wir wollten die Jugend reflektieren“, sagen Veronika und Lilly, deren Kunstwerk neben Social-Media-Logos die Figuren von Schloss Zelda zu sehen sind. Eine realistische Unterwasserwelt haben Hannes und Damian auf ihrem Eimer verewigt.

Nach der Präsentation packte Becher die Kunstwerke auf einen Anhänger und brachte sie zum Bauhof. Der wird sie in den kommenden Wochen nach und nach an Ort und Stelle bringen. Moosburg wird wieder ein Stück bunter.

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