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Gelungenes Bühnenbild: Im Pub von Mrs. Bird spiegelt sich die hoffnungslose Atmosphäre der Zeit wider.

„Jack - eine kriminalistische Phantasie über Jack the Ripper“

Lacher inmitten des Grusels: Bühne Moosburg begeistert mit neuem Stück

Moosburg - Leichen und Blut sieht man bei der diesjährigen Inszenierung der Bühne Moosburg nicht. „Jack – Eine kriminalistische Phantasie über Jack the Ripper“ bietet dafür große Leistungen von Amateurschauspielern, die sich auf die Spuren des berüchtigtsten Serienmörders der Welt begeben.

Mehr als ein Jahrhundert nach den grausamen Morden an fünf Prostituierten im Londoner Elendsquartier Whitechapel bemüht man sich in Moosburg erneut darum, den brutalen Täter zu fassen. Allen voran Inspektor Frederick Abberline (Felix Mayer) von Scotland Yard, sein Untergebener, der Inspektor von Whitechapel Edmund Reid (Rolf Jenzig), und Polizeichef Sir Charles Warren (Markus John), dessen kriminalistische Methoden umstritten sind.

Nebel breitet sich aus in dieser Gegend um die Dorset Street. Das schlimmste Pflaster von ganz London soll es sein, dort wo im 19. Jahrhundert die nie aufgeklärten Kriminalfälle passiert sind. Das Milieu dieser Zeit wurde im Moosburger Bühnenbild perfekt eingefangen. Wie Backsteinbauten wirken die Hausfassaden. Das Pub von Miss Bird (Stephanie Marenbach) spiegelt die hoffnungslose Atmosphäre dieser Zeit perfekt wider.

Immer wieder feine Ironie

Doch zunächst zur Handlung: Im Herbst 1888 herrschen Angst und Schrecken unter den Bewohnern von Whitechapel. Ein brutaler Killer treibt sein Unwesen und ermordet eine Prostituierte nach der anderen. Mary Jane Kelly (Daniela Junker), eine ehemalige Liebesdienerin, entschließt sich trotz der Gefahr wieder auf die Straße zu gehen. Ihr Freund Joseph (Alex Vitzthum), ein arbeitsloser Marktverkäufer, versucht dies mit allen Mittel zu verhindern.

Mit mehreren Auftritten eines schwarz gekleideten, unheimlich wirkenden Fremden (Jürgen Radius), der als einziges Utensil eine schwarze Arzttasche mit sich trägt, geben die Regisseure Frank Junge und Felix Mayer zwar eine Fährte vor, wer der Täter sein könnte, doch Gewissheit in das Dunkel der Geschichte kommt auch dadurch nicht. Vielmehr gibt es in den Dialogen des kriminalistischen Stücks von Claudia Wagner immer wieder feine Ironie. Köstlich die einzelnen Charaktere, die trotz der Tragik des Stücks immer auch eine gewisse Komik in sich tragen.

Mal dramatisch, mal fröhlich

Da ist vor allem der exaltierte „Star“-Reporter Robert Simmons (Thomas Heim), der die explosive Stimmung unter den Bewohnern des Viertels und der Polizei mit schmierigen Presseberichten noch mehr befeuert. Sprüche von ihm wie „Fragt die Frau von Jack the Ripper: ,Wo gehst du hin?‘ Sagt Jack: ,Auf die Straße, ein paar Stichproben machen‘“, sorgten für Lacher inmitten des Grusels.

Musik, Einspielungen, Toneffekte und auch das Licht machen die Inszenierung von „Jack“ zusätzlich interessant: Mal dramatisch, mal fröhlich: Willi Ellböck und Manuel König setzten die Musik- und Lichteffekte sehr dramaturgisch ein. Auge und Phantasie kommen in der Moosburger Aufführung voll auf ihre Kosten.

Termine und Tickets für „Jack – Eine kriminalistische Phantasie über Jack the Ripper“

Weitere Aufführungen gibt es am Freitag und Samstag, 24. und 25. März, jeweils um 19.30 Uhr in der Moosburger Schäfflerhalle. Infos und Tickets gibt es auf der Homepage der Bühne Moosburg.

Maria Martin

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