Kommandanten auf Abstand: Corona-konform fand die Feuerwehr-Dienstbesprechung in der Moosburger Realschule statt – nach 15 schweren Monaten.
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Kommandanten auf Abstand: Corona-konform fand die Feuerwehr-Dienstbesprechung in der Moosburger Realschule statt – nach 15 schweren Monaten.

Nach schweren Pandemie-Monaten

Corona hat Einsatzzeiten für Feuerwehren drastisch verringert, aber es gibt einen Hoffnungsschimmer

Corona hat die Einsatzzeiten der Feuerwehr drastisch verringert. Auch der Nachwuchs bereitet Sorge. Die Hoffnungen der Kommandanten ruhen auf einem Bauprojekt.

Moosburg – Etwa 120 Feuerwehrler fanden sich am Freitagabend zur Kommandanten-Dienstbesprechung in der Turnhalle der Kastulusrealschule Moosburg zur Lagebesprechung ein, sichtlich froh darüber, dass man sich wieder treffen konnte nach über 15 Monaten Präsenzverbot. Kreisbrandrat Manfred Danner zeigte sich beeindruckt. Das sei ganz etwas anderes, allein schon wegen „der sozialen Kontakte“, sagte er. Neben Landrat Helmut Petz waren auch der Moosburger Bürgermeister Josef Dollinger und Bürgermeistersprecher Hermann Hammerl gekommen.

Petz zielte in seinem Grußwort auf die Erschwernisse der Pandemie ab. Der Übungsbetrieb sei über Monate betroffen gewesen, bedauerte der Landrat. Trotzdem hätten die Feuerwehren „die Motivation hochgehalten“. Die Einsatzkräfte würden, wenn es darauf ankomme, ihre Gesundheit und ihr Leben auf‘s Spiel setzen. Deshalb würden Beschaffungswünsche auch weiterhin, so gut es geht erfüllt, versprach Petz.

Hoffnungen ruhen auf dem neuen Feuerwehrausbildungszentrum

Er brachte auch seine Hoffnung zum Ausdruck, dass das geplante Zentrum für Feuerwehrausbildung und den Katastrophenschutz auf dem FMG-Areal bald realisiert werden kann. Eine Hoffnung die Danner teilt. Der Kreisbrandrat verspricht sich viel von dem neuen Feuerwehrausbildungszentrum (FAZ), das man in Kooperation mit der Leitstelle in Erding in die Tat umsetzen möchte – auf einer Fläche von 16 000 Quadratmetern am ehemaligen Kammer-müllerhof. Ein Platz, der verkehrstechnisch günstig liege und gut erreichbar sei, wie Danner betonte.

Die Einsätze gingen jüngst zurück. Am stärksten betroffen waren mit 88 Prozent die Sicherheitswachen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand kaum noch etwas statt. Das machte sich auch bei den Einsatzstunden bemerkbar. Diese sind von gut 68 000 Stunden auf knapp 35 000 Stunden gesunken.

Der Nachwuchs bereitet dem Kreisbrandrat Sorgen

Die verbliebene Zeit hat man Danner zufolge aber genutzt, um sich besser aufzustellen und etwas gegen Corona zu tun. Als Beispiele nannte der Kreisbrandrat das Vorantreiben der Digitalisierung, das Erstellen eines eigenen Hygienekonzepts und eine Aktion, bei der man 600 Aktive geimpft habe. Nicht zu vergessen: eine Corona- Teststrecke die man im Ausbildungszentrum in Zolling aufgebaut hat.

Etwas Sorgen bereitet der Nachwuchs. Es gebe zwar aktuell eine Jugendgruppe mehr, aber insgesamt seien es im Vergleich zum Vorjahr fünfzig Jugendliche weniger, bedauerte Danner. Der Kreisbrandrat bemängelte zudem, dass bei den Wahlen zum Kreisjugendwart nur etwas mehr als die Hälfte der Jugendfeuerwehren vertreten war. Das müsse besser werden, betonte der Kreisbrandrat. Jugendwart Roman Bittrich, der auf eine Reihe gelungener Übungen und Lehrgänge verwies, nahm seine Truppe indes in Schutz. „Man soll nicht immer nur schimpfen, die machen eine Superarbeit.“

Jubiläumsschriften wandern künftig auch in die Staatsbibliothek

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Michael Hinterholzer, setzte die Versammlung unter anderem davon in Kenntnis, dass es künftig bei Jubiläumsschriften Pflicht sei, zwei Exemplare an die Bayerische Staatsbibliothek zu schicken. „Wir haben einen guten Job gemacht“, stellte Hinterholzer abschließend fest. Ein Schlusswort ganz im Sinne von Danner, der während seinen Ausführungen selbstbewusst erklärt hatte: „Da, wo wir sind, ist vorn.“ (Alexander Fischer)

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