„Eine lange Durststrecke“ erleben derzeit die Riff-Rock-Musiker der Moosburger Band Pickdust um Gründer Andi Ploner.
+
„Eine lange Durststrecke“ erleben derzeit die Riff-Rock-Musiker der Moosburger Band Pickdust um Gründer Andi Ploner.

Portrait

„Lange Durststrecke“: Auch der Moosburger Rockband Pickdust machen die Pandemie-Umstände zu schaffen

Die Umstände für Independent-Musiker waren schon vor Corona schwierig. Die Moosburger Rockband Pickdust zieht ihr Ding trotzdem durch. Ein Porträt.

Moosburg – Ihre musikalische Mischung ist prägnant und lässt sich wohl am besten als eine Melange von Creedence Clearwater Revival und Motörhead beschreiben. Trotz fehlender Bühnen und Proberäume allerorts lässt sich die Moosburger Formation Pickdust nicht unterkriegen: Rock’n’Roll will never die, wie schon Neil Young wusste.

Die Zeiten für Bands sind aktuell aufgrund der Pandemie-Lage keine guten – allerdings fehlten auch bereits schon zuvor Independent-Bühnen und Auftrittsorte für Subkultur jenseits der üblichen Mainstream-Konzertreihen. Trotz aller Widrigkeiten hob Andi Ploner 2016 die Band Pickdust aus der Taufe, und bewies damit auch, wie facettenreich die Moosburger Musikszene sein kann. Der Sound ist rough, sie selbst bezeichnen ihn als Riff-Rock mit Gitarren im Vordergrund der musikalischen Message: Lose an den John-Fogerty-Kosmos angekoppelt sind ihre Songs vertonte Road-Stories mit Querverweisen zu den alten Helden der Musikgeschichte. Nach dem ersten Gig in Altdorf (Landkreis Landshut) war klar: Der Sound kommt an.

Andi Ploner selbst beschäftigt sich schon seit seiner frühen Kindheit mit Musik, spielt in einigen anderen Bands und schreibt auch die Songs für Pickdust. Der Anspruch des Gitarristen und Sänger: Neben der Musik müssen auch die Lyrics die Seele des Künstlers spiegeln – positiv wie negativ gleichermaßen. So schält sich „Roots“ als zentraler Song und Initialzündung der Band heraus, das Riff dazu hat er nach eigenen Angaben zehn Jahre mit sich herumgetragen. Der 35-Jährige, der hauptberuflich als Förster arbeitet, weiß aber auch: Es wird tendenziell immer schwieriger, Publikum für eigene Songs zu begeistern – vor allem auch, weil eben Auftrittsorte fehlen, und das nicht nur in Moosburg.

Aufgrund der Musikinitiative Moosburg (MIMO) konnte wenigstens ein günstiger Probenraum gefunden werden – aktuell muss Pickdust allerdings, wie zahlreiche andere Bands auch, auf das Proben aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen verzichten. „Das ist eine lange Durststrecke“ bedauert Ploner, auch weil für ihn gerade die Bandproben einen hohen Motivationsschub zum Weitermachen boten.

Der von Ploners Les Paul geführte Sound umreißt formidabel eine David-Lynch-Klangwelt, überzeugt mit „You are not alone“ vollends und bietet eine gespensterhafte Kulisse für Mitternacht. „Ride on“ hingegen ist ein „Biker-Boogie“ auf Hochtouren, die Gitarre gar nicht mehr so weit entfernt von Billy Gibbons – das Trio führt hier großes Kino des Spektakels auf, ohne affektiert zu sein. So flirren ihre Songs und überzeugen durch die Kompromisslosigkeit: Hier ist eine Band, die etwas kann. Kongenial ausgeformt von Markus Reif am Schlagzeug und Andi Beck am Bass, der allerdings die Band demnächst verlassen wird.

Band sucht Verstärkung

Pickdust sucht einen neuen Bassisten. Interessierte können die Moosburger Band über ihre Homepage kontaktieren.

Richard Lorenz

Lesen Sie auch: Im besten Sinne „Gaga“: Reality-Star CriziStern aus Freising möchte Mädchen selbstbewusster machen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare