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Mit „Trommelwirbel nach Mäxico“ gibt Musiker Mäx Huber sein Romandebüt

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Der Musiker Mäx Huber prägt seit geraumer Zeit die Musikszene der Region.
Der Musiker Mäx Huber prägt seit geraumer Zeit die Musikszene der Region. © privat

Als Musiker hat er bereits prägenden Einfluss - nun gibt es von dem Moosburger Mäx Huber auch einen autobiografischen Roman. Wir haben ihn gelesen.

Moosburg – Der Roman ist eigentlich selbst wie die Reise zum berühmten Chelsea-Hotel in New York, die der Moosburger Autor unternommen hat: Traumwandlerisch und immer mit jenen Schatten an der Wand, die vertraut und fremd zugleich sind. Der Musiker Mäx Huber hat mit seinem autobiografischen Werk „Trommelwirbel nach Mäxico“ einen Roman vorgelegt, der vom Erfolg, vom Scheitern aber vor allem von der Suche nach dem eigenen Herzschlag erzählt.

Musikfreunde kennen Mäx Huber – und das schon eine geraume Zeit. Denn er prägte und prägt auch weiterhin die Musikszene im Umland und darüber hinaus maßgeblich. Dabei war er aber nie einer, der sich dem Mainstream angebiedert hat, sondern eigentlich immer auf der großen Suche war nach dem perfekten Sound für jene Zeit, die er damit abbilden und vertonen wollte. Einfach gemacht hat er es sich dabei nie, das wird auch beim Lesen seines Debüts offensichtlich – hier ist ein Getriebener im besten Sinne, einer, der gern abbiegt und sich nicht verbiegen lässt, selbst wenn der Erfolg vor der Haustür stünde. Mit seinem Roman liefert jetzt Huber sozusagen die Liner-Notes zu Projekten, Bands und dem Leben on Tour und zeigt damit auch: Erfolg ist immer subjektiv und so mancher Weg steinig.

Huber zieht die Leser in seinen Bann

Gleichzeitig funktioniert der Roman „Trommelwirbel nach Mäxico“ aber auch bestens als Erzählung – oder anders gesagt: Huber kann nicht nur Schlagzeug spielen, sondern auch schreiben. Ziemlich gut sogar.

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Huber verfranst und verliert sich bei seiner Lebensrückblende nicht, sondern versteht die literarischen Mechanismen bestens, um den Leser in den Bann zu ziehen. So beschreibt er seine Reise zwischen Dorf und Metropole, zwischen Schlagzeug-Unterricht und Support-Act für Alice Cooper leichtfüßig und beweist im Subtext auch, dass er zwar seine Musiker-Berufung ernst nimmt, die Stolperfallen des Lebens dafür aber weniger. Gleichzeitig, und das muss man Mäx Huber hoch anrechnen, lässt er nichts aus und formuliert auch die Abstürze schonungslos – vor allem sich selbst gegenüber.

Der autobiografische Roman erzählt vom Erfolg, vom Scheitern und von einer Suche.
Der autobiografische Roman erzählt vom Erfolg, vom Scheitern und von einer Suche. © privat

Denn eines ist der Musiker sicherlich nie gewesen: Einer dieser Sunny-Boys, denen alles in den Schoß fällt. Vielmehr erinnern seine Rückblenden an einen dunklen Nick-Cave-Kosmos, umgeben von Verlorenen, Wankenden und Strauchelnden. Dass er darüber auch Songtexte schreiben kann, zeigen so manche Lampert-Stücke wie „I steig aus“, in dem es heißt: „A schwarzer Vogel als Pausenmusikant – lass mi raus, es ist aus!“ Ohne Zweifel verneigte sich da einer mutig vor Ludwig Hirsch, während sich andere sogenannte Mundartbands, die leider weit erfolgreicher wurden als Lampert, als Bierzelt-Bands verdingen.

Ein Geheimnis wird noch größer

Was man sich beim Lesen der Erzählung wünscht, wäre eine Playlist aller Songs, bei denen Huber mitgemischt hat – unter anderem als Geiger bei Baby You Know oder als Mitbegründer von No Siesta. Das Buch führt aber auch dazu, dass das Geheimnis um die verschollenen und nie veröffentlichten Aufnahmen der Formation Chief Joseph noch größer wird und sich einreiht in das frühe Mysterium der Basement-Tapes von Dylan. Unabhängig davon wünscht sich der Leser mehr Literarisches von Mäx Huber, denn er verbindet in Achternbusch-Manier das Große mit dem Kleinen und lässt Bayern damit in einem ganz anderen, mitunter einem besseren Licht glimmen.
Richard Lorenz

Gut zu wissen

Wer „Trommelwirbel nach Mäxico“ kaufen möchte, kann das Buch bestellen unter shop.tredition.com, ISBN 978-3-347-42754-9, den bekannten Online-Shops oder beim Autor selbst unter der E-Mail maex.lampert@gmx.de – für zwölf Euro.

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