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Drängler auf der Autobahn.

Bericht aus dem Gericht

16 Monate ohne Schein: Verkehrs-Rowdy droht Berufs-Aus

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Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Nötigung und Körperverletzung - das Verhalten eines Berufskraftfahrers auf der A 92 könnte schwerwiegende Folgen haben.

Moosburg/Erding - 9900 Euro Geldstrafe zahlen und 16 Monate auf seinen Führerschein verzichten muss ein Landshuter, der mit seinem Mercedes auf der A 92 einen Gefahrgut-Lkw ausgebremst und dadurch einen Auffahrunfall verursacht hat. Das könnte das berufliche Aus bedeuten: Der Mann ist Kraftfahrer. Der 26 Jahre alte Berufskraftfahrer musste sich wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Nötigung und Körperverletzung vor dem Amtsgericht Erding verantworten. Das Urteil von Richterin Michaela Wawerla ist noch nicht rechtskräftig.

Die Wild-West-Szenen haben sich am 22. Juli 2017 an der Baustelle der A 92 Deggendorf-München kurz vor der Anschlussstelle Flughafen abgespielt. Am frühen Nachmittag war der Landshuter mit seiner Freundin in Richtung München unterwegs. Entlang der Baustelle gelang es ihm nicht, an einem unbeladenen Gefahrgut-Lastwagen vorbeizukommen. Dessen 60 Jahre alter Fahrer war bewusst ein wenig nach links geschwenkt, um mit seinem 18-Tonner nicht von überholenden Autos abgedrängt zu werden. Der Landshuter betätigte Hupe und Lichthupe, musste aber hinter dem Sattelzug bleiben. Als die Baustelle zu Ende war, gab der 26-Jährige Vollgas, zog am Lkw vorbei, scherte unmittelbar vor ihm wieder ein und bremste. Der Deggendorfer Brummi-Fahrer hatte keine Chance, den Aufprall zu verhindern. An der Zugmaschine entstand ein Schaden von 4500 Euro. Die Freundin des Dränglers trug ein Schleudertrauma und Kopfschmerzen davon.

In der Verhandlung sagten nicht nur der Trucker, sondern auch drei weitere Zeugen aus dem nachfolgenden Fahrzeug aus. Sie betonten unisono, dass sich der Landshuter mehrmals rücksichtslos verhalten habe. Verteidiger Manfred Zipper hatte eine andere Erklärung: „Mein Mandat hat sich zwar über den Linksschwenk des Lkw geärgert und auch die Lichthupe betätigt. Er hat ihn aber nicht ausgebremst.“ Vielmehr habe der Mercedes-Lenker bemerkt, dass die Ausfahrt zum Flughafen nur noch 1500 Meter vor ihm lag und er auf die rechte Spur zurück wollte. Vor dem Laster sei ein Wohnmobil gefahren. Deswegen habe er gebremst. Der 26-Jährige habe allenfalls einen Fahrfehler mit bedauerlichem Ausgang genommen.

Das nahmen ihm allerdings weder Staatsanwältin noch Richterin ab, die drei Beweisanträge mangels Erfolgsaussichten ablehnte. Eher interessierte sich Wawerla für die neun Eintragungen ins Bundeszentralregister und sechs Vermerke im Führerscheinregister. Wiederholt ist der Mann als Verkehrsrowdy aufgefallen. Im Urteil schloss sich Wawerla der Staatsanwältin an. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Dem Angeklagten wurde die Fahrerlaubnis noch im Gerichtssaal entzogen. 16 Monate darf er kein Fahrzeug lenken. Damit steht die berufliche Existenz des 26-Jährigen auf dem Spiel. Er ist nämlich selbst Lkw-Fahrer. 

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