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Um für „vernünftiges Wachstum“ einzutreten, wollen sieben Moosburger eine Bürgerinitiative gründen. Bürgermeisterin Anita Meinelt kontert der Kritik an ihrer Politik. 

Sieben Moosburger wollen BI gründen 

„Ohrfeige für die Ehrenamtlichen“: Bürgermeisterin Meinelt kontert Kritik zu Moosburgs Wachstum

Aus Sorge vor einem Stadt-Kollaps wollen sieben Moosburger eine Bürgerinitiative gründen. Im Vorfeld wurden vor allem Vorwürfe an der Stadtpolitik geäußert. Bürgermeisterin Anita Meinelt kontert der Kritik.

Moosburg – Die Stadt verliere ihren Charme durch immer neue gesichtslose Wohnanlagen, massiver Zuzug überlaste Moosburgs Infrastruktur und die Zahl der Grünflächen sinke rasant: Es ist eine ganze Reihe von Kritikpunkten, die sieben Bürger erheben und deshalb am Donnerstag, 15. Januar, um 19 Uhr im Gasthaus Drei Tannen die Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Moosburg“ gründen wollen. Dabei wurden im Vorfeld vor allem Vorwürfe an der Politik des Stadtrats und von Bürgermeisterin Anita Meinelt geäußert. Die wendet sich nun in einer Stellungnahme an die Initiatoren – und kontert der Kritik. Hier lesen Sie Auszüge aus Meinelts Zeilen im Wortlaut:

„Grüne Lungen“ von Bebauung freigehalten

„Auch den Verantwortlichen der Stadt geht es um vernünftiges Wachstum, das heißt, den Menschen Zuzug zu ermöglichen und gleichzeitig die Infrastruktur anzupassen, unter Wahrung der Interessen aller vorhandenen Bevölkerungsgruppen und der bestehenden Strukturen.

Daher haben sich auch bereits vor einiger Zeit die Fraktionen dahingehend geeinigt, dass die per Aufstellungsbeschluss des Stadtrates vorgesehenen Bebauungspläne abgearbeitet werden und weitere Pläne für die kommenden drei bis fünf Jahre nicht aufgestellt werden. Die Stadt Moosburg hat für ihre Größenordnung schöne innerörtliche „grüne Lungen“, die von einer Bebauung freigehalten werden, wie z.B. Garten Zehentstadl, Krankenhauspark, Schloß-Asch-Wiese, um nur die Größeren zu nennen. Auch bei Ausweisung von neuen Baugebieten wird sehr darauf geachtet, dass öffentliche Grünflächen in großzügiger Weise angeordnet werden. Das große Plus liegt aber darin, dass unsere Stadt von sehr attraktiven Freizeitflächen, wie Isar- und Amperauen, umgeben ist, die eine natürliche Begrenzung der Ausweitung darstellen.

Wir sind in einer aufstrebenden Stadt bzw. Region und können uns glücklich schätzen, dass wir dem Vorwurf, der noch vor Jahren der Politik gemacht wurde – „Wir brauchen Zuzug, um einer Überalterung der Stadt entgegenzuwirken und die Innenstadt lebendig zu erhalten, also Kaufkraft, um die Geschäfte zu stärken und die vielfältigen Attraktionen mit Leben zu erfüllen“ – entgegengetreten sind.

Intensive Arbeit im Bereich Kita

Wir freuen uns für jeden, der hier seine Heimat bereits gefunden hat und freuen uns aber auch über die, die erkannt haben, welch schöne Stadt Moosburg ist, welche Möglichkeiten für ihren Lebensmittelpunkt durch Schulen, Vereine, attraktive Freizeitstätten und die vielen ehrenamtlichen Angebote vorhanden sind.

Im Bereich Kindertageseinrichtungen wird bereits intensiv gearbeitet und der Stadtrat hat die entsprechenden Beschlüsse gefasst. Für die Ansiedlung von Ärzten sind größere Städte auch attraktiver.

[...] Im Bereich „Rockermaier Areal“ haben wir über 4000 Quadratmeter bereits im Vorfeld in unseren Besitz bringen können, um eine Schulerweiterung [...] zu ermöglichen. [...] Eine Bebauung dieser Flächen wird sicher zirka drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen.

„Informationen sollten direkt eingeholt werden“

[...] Moosburg als Schlafstadt zu degradieren, ist eine Ohrfeige für die vielen ehrenamtlichen Idealisten, die Feste, Kulturtage, Ausstellungen und nicht zuletzt den Moosburger Advent organisieren. Der Zuspruch hierbei ist einzigartig und ich würde empfehlen, all die vorhandenen Angebote, auch bei den Freizeiteinrichtungen, zu nutzen. Die jungen Familien, die zu uns gezogen sind, nutzen das und freuen sich über ihre neue, attraktive und aktive Heimatstadt.

Letztendlich werden sich Bürgermeister und Stadtrat immer intensiv mit der Stadtentwicklung beschäftigen, darin liegt eine der Hauptaufgaben der Stadt, der die Planungshoheit für das Stadtgebiet obliegt. Es ist primär erfreulich, wenn vonseiten der Bürger daran Interesse besteht. Informationen könnten bzw. sollten aber auch direkt eingeholt werden, weil diese dort vollständig vorhanden sind und in einem persönlichen Gespräch erläutert werden können. Mit einem umfänglichen Wissen und bei objektiver Betrachtungsweise können die getroffenen Aussagen alle widerlegt werden. Dem amtierenden Stadtrat vorzuwerfen, sich keine Gedanken zu machen, entbehrt sonst jeder Grundlage.

Plädoyer für eine Kultur des Miteinanders

Mit einer Kultur des ,Miteinanders‘, in dem sich ,Altbürger‘ einbringen und gleichzeitig die ,Integration‘ von ,Neubürgern‘ unterstützen, wird viel mehr erreicht und wir machen unsere attraktive und liebenswerte Stadt nicht schlecht, sondern stellen diese in verdienter Weise positiv heraus.“ ft

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