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Stolz auf den Titel: Verantwortliche, Botschafter und Unterstützer feierten die Ernennung Moosburgs zur fairen Kommune.

Zertifikat erlangt

Moosburg darf sich jetzt Fairtrade-Stadt nennen - und denkt schon weiter

Moosburg hat sich erfolgreich um den Titel Fairtrade-Stadt beworben. Mit dem Zertifikat sind spezielle Auflagen verbunden, die die Kommune erfüllen muss.

Moosburg – Geschafft: Ab sofort verfügt die Stadt Moosburg über das Prädikat „Fairtrade Town“. Die ersehnte Auszeichnung wurde Bürgermeisterin Anita Meinelt am Donnerstag durch den Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz überreicht. Damit darf die Dreirosenstadt als 599. Kommune in Deutschland den begehrten Titel tragen. Zu der Feierstunde im Moosburger Zehentstadel waren viele Vertreter örtlicher Institutionen, der Schulen und des Einzelhandels gekommen, die an der Kampagne maßgeblich beteiligt waren. Von der Idee bis zur Umsetzung war es ein langer Weg.

Nach dem Beschluss des Stadtrats im Oktober 2016, sich als „faire Kommune“ zertifizieren zu lassen, traf sich die Steuerungsgruppe zum ersten Mal im Mai 2017. Sie setzte sich aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Moosburg Marketing eG, des Stadtrats und des Eine-Welt-Ladens zusammen. Gemeinsam bereitete man die Erfüllung der Kriterien für die Zertifizierung vor. Zu den Voraussetzungen für eine Fairtrade-Stadt gehören Partner im Einzelhandel und in der Gastronomie, in Schulen, Vereinen und Kirchen, die sich bereit erklären, Fairtrade-Produkte einzusetzen.

Moosburgs Schüler legten sich für den Titel kräftig ins Zeug

Ziel der Kampagne sei es, bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten zu schaffen, informierte Meinelt am Donnerstag. Das komme vor allem Menschen in Entwicklungsländern zugute. Schülerinnen des Karl-Ritter-von-Frisch Gymnasiums erinnerten an ihre Aktionen im Rahmen eines Schularbeitskreises. Sie organisierten Frühstücke und Pausenverkauf mit fairen Produkten, initiierten eine Rosen-Aktion mit fair gehandelten Schnittblumen und setzten durch, dass im Lehrerzimmer nur noch fairer Kaffee aufgebrüht wird.

Auch an der Kastulus-Realschule, die übrigens mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet ist, haben sich die Schüler der neunten Klassen kräftig ins Zeug gelegt, um auf fairen Handel aufmerksam zu machen. Ausgangspunkt sei ein Referat über Kinderarbeit gewesen, erzählte eine Schülerin. „Da ist uns klar geworden, wie wichtig es ist, dass Eltern genug verdienen, um ihren Kindern Bildungserwerb zu ermöglichen.“ Spezielle „Bildungskisten“ wurden von den beiden weiterführenden Schulen entwickelt. Darin erklären die Schüler, wie durch Kinderarbeit Handys oder Schokolade billig angeboten werden können.

Fairtrade-Zertifikat gilt nur zwei Jahre - konkrete Pläne für danach

Geballtes Engagement hätten die Moosburger gezeigt, betonte Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz. Eigentlich müsse er sie jetzt als „my fair ladies“ und „my fair gentlemen“ begrüßen, sagte er schmunzelnd. Fairer Handel lebe vom Handeln. Weil die Reichen immer reicher würden und die Armen immer zahlreicher, dürfe man nicht schweigen und resignieren.

Das sah auch Marketing-Geschäftsführer Christoph Hübner so. Weil das Zertifikat nur über zwei Jahre ausgestellt wird, fange man jetzt schon an, sich um eine erneute Zertifizierung zu bemühen. Ein Baustein dafür dürfte auch die „faire Schokolade Moosburg“ sein, die es ab sofort im Handel zu erwerben gibt. „In der Kommune werden wir sie bei offiziellen Anlässen als Geschenk anbieten“, betonte Hübner.

Maria Martin

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