1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Moosburg

Dringende Projekte, enges Finanz-Korsett: Moosburger Bürgermeister erwartet „spannende“ Haushaltsberatungen

Erstellt:

Von: Nico Bauer

Kommentare

Geld
Von einem „engen Finanzkorsett“ der Stadt spricht Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger. © Patrick Pleul/dpa

Hallenbad, Schule, Kita: Moosburg steht vor großen Neubauprojekten - bei schwieriger Finanzlage. Der Bürgermeister rechnet mit „spannenden“ Haushaltssitzungen.

Moosburg – Es waren zwei sehr intensive Tage, die der Moosburger Stadtrat im Kloster Seeon verbracht hat. Das Gremium hat sich zu einer Klausur ins Chiemgau zurückgezogen und sich in mehreren Themenbereichen auf den grundsätzlichen Weg geeinigt. „Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, sagt Bürgermeister Josef Dollinger nun. Man habe nicht nur ein sehr gutes Klima, sondern auch gutes Essen gehabt, um zwei Tage lang viele wichtige Dinge zu besprechen.

Die Stadtratsklausur wurde groß gefahren, denn die wichtigen Abteilungsleiter der Stadtverwaltung waren auch dabei. Sie beantworteten diverse Fragen der Stadträte und gaben Sachstandsberichte zu laufenden Prozessen ab. „Unsere demnächst beginnenden Haushaltsberatungen werden spannend“, sagt Josef Dollinger jetzt angesichts großer Projekte wie dem Bau des Hallenbads, der Modernisierung der Innenstadt oder dem Bedarf, eine weitere Grundschule oder neue Kindertagesstätten bauen zu müssen. „Wir haben da ein recht enges Finanzkorsett.“

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Im Verwaltungshaushalt 2022 muss sich der Stadtrat auf deutlich höhere Gehaltskosten in der eigenen Verwaltung einstellen. Dollinger macht deutlich, dass mit dem Betriebsbeginn des Hallenbades und dem Kinderhaus in den Amperauen neues Personal auf die Liste kommen müsse.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie, die die Haushalte 2020 und 2021 beschäftigt, sagt Dollinger, dass Moosburg bislang ganz gut durch diese schwere Zeit gekommen sei. 2020 bekam die Stadt von Bund und Land insgesamt 3,8 Millionen Euro überwiesen, um die Steuerausfälle in der Anfangsphase der Pandemie ausgleichen zu können. Dabei wurde der Durchschnitt der Steuereinnahmen aus den Jahren 2017 und 2019 gebildet.

Rathauschef setzt auf Rücklagen

Heuer liegen die städtischen Steuereinnahmen etwa eine Million unter dem Durchschnittswert. Als Kompensation bekommt die Kommune dann 500 000 Euro vom Freistaat Bayern, der wie 2020 die Hälfte des Ausfalls übernimmt. Ob auch der Bund die Kommunen unterstützt, ist derzeit noch offen.

Das Haushaltsergebnis in diesem Jahr werde nicht so schlecht ausfallen. Mit gut 20 Millionen Euro Rücklagen ist Moosburg aktuell gut aufgestellt. Aber diese Ersparnisse seien für schwerere Zeiten gebildet worden und würden nun benötigt, so Dollinger. Er erwartet in den kommenden Jahren eine Neuverschuldung sowie massive Rücklagenentnahmen. Das große Investitionsprogramm der nächsten Jahre mit einigen nicht aufschiebbaren Projekten für Bildung und Kinderbetreuung ist für den Stadtrat eine gewaltige Herausforderung.

Auch interessant

Kommentare