Die Arbeit von Kita-Personal soll mehr Wertschätzung erfahren – auch in finanzieller Hinsicht. Der Stadt Moosburg liegt jetzt ein entsprechender Antrag vor.  symbolbild: dpa
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Die Arbeit von Kita-Personal soll mehr Wertschätzung erfahren – auch in finanzieller Hinsicht. Der Stadt Moosburg liegt jetzt ein entsprechender Antrag vor. Symbolbild

Nathalie von Pressentin spricht Klartext

„Es ist mehr denn je Zeit“: Moosburger Grüne fordern mehr Wertschätzung für Kita-Personal

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
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Eine finanzielle Unterstützung sollen Moosburgs Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen bekommen. Kita-Referentin Nathalie von Pressentin macht sich dafür stark.

Moosburg – Um den Personalbedarf langfristig decken und qualifizierte pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen binden zu könne, sollen Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen in Moosburg eine finanzielle Unterstützung von monatlich 44 Euro bekommen – zumindest, wenn es nach den Plänen von Kita-Referentin Nathalie von Pressentin und den Moosburger Grünen geht. In einem Antrag fordern sie, dass „so schnell wie möglich“ die steuerfreie Sachzuwendung eingeführt wird, erklärt die Grünen-Stadträtin auf FT-Nachfrage.

Viele Kinder stehen auf der Warteliste

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in Moosburg ist nach wie vor groß: Mit Verweis auf die Zahlen vom Sommer spricht von Pressentin von rund 80 Kindern, die derzeit keinen Betreuungsplatz hätten. Umso wichtiger sei es, dass Plätze geschaffen werden – was unter anderem mit dem neuen Naturkindergarten an der Stadtbadstraße passieren wird. Wenn dieser eröffnet wird, können weitere 40 Mädchen und Buben betreut werden. Jedoch: „Die Plätze helfen uns nichts, wenn das Personal fehlt“, weiß die Stadträtin. Deshalb sei es wichtig, einen Arbeitsplatz in Moosburg attraktiv zu machen – unter anderem mit der Einführung eines steuerfreien Sachbezugs von 44 Euro, der mit 34 Euro über die Moosburg Card und mit zehn Euro für Ausgaben im Bereich der Gesundheitsprävention ausgezahlt werden könnte. Diese Aufteilung hätte auch zur Folge, dass – gerade in der Corona-Pandemie – die Wirtschaft in Moosburg unterstützt werde, erklärt von Pressentin mit Blick darauf, dass mit der Karte nur in den Moosburger Geschäften bezahlt werden kann.

Für die Kitas setzt sich Nathalie von Pressentin ein.

Anstellungsschlüssel soll reduziert werden

Die Forderungen gehen aber noch weiter: Der Anstellungsschlüssel soll auf 1:8 in den Kindergärten und auf 1:7 im Hort reduziert werden – „vorgegeben ist aktuell ein Schlüssel von 1:11, empfohlen wird 1:10“, sagt von Pressentin. „Wir liegen ein bisschen darunter, aber eben noch nicht bei 1:8“, sagt die Stadträtin. Der Anstellungsschlüssel gibt wieder, wie viele Arbeitsstunden des Personals auf eine gebuchte Buchungszeitstunde entfallen. Als Beispiel heißt es in dem Antrag: Eine Arbeitsstunde des Personals entspricht acht Buchungszeitstunden eines Kindes.

„Eine der aktuell größten Herausforderungen des Kita-Personals ist die hohe Anzahl der Kinder verteilt auf die geringe Anzahl des Personals“, weiß die Grünen-Vertreterin. „Zur Entlastung gilt es, die Möglichkeit zu schaffen, mehr Personal für die gleiche Kinderzahl anstellen zu dürfen.“ Vor allem am Nachmittag, so von Pressentin, gebe es einen großen Personalmangel.

Mehr Wertschätzung für das Personal

Stadträtin Nathalie von Pressentin, die seit Mai im Amt ist, hat sich in den vergangenen Monaten einen Überblick über die aktuelle Situation verschafft und viele Gespräche geführt. Das Ergebnis: „Viele freie Stellen können aktuell nicht mehr ausreichend mit qualifiziertem Personal besetzt werden, und das bestehende Personal ist überlastet. Doch das Wohl der Moosburger Kinder hängt vom Wohl der Kita-Mitarbeiter:innen ab. Nicht zuletzt durch Corona ist es jetzt mehr denn je Zeit, dem Kita-Fachpersonal noch mehr Wertschätzung entgegenzubringen und ihren Einsatz für die Betreuung unserer Kinder und somit unserer Zukunft zu unterstützen“, fordert von Pressentin.

Nachbargemeinden standhalten können

Nathalie von Pressentin hofft, dass der Antrag der Grünen im Moosburger Stadtrat durchgeht und die entsprechenden Mittel in den Haushalt 2021 eingestellt werden. Die Ausgaben, so sagt sie, würden im sechsstelligen Bereich liegen. „Alle Forderungen sollen sowohl für städtische als auch nicht-städtische Institutionen ermöglicht werden.“

Durch ein gemeinsames Auftreten könne Moosburg für das Kita-Personal attraktiv werden. „Außerdem kann auch Nachbargemeinden, die teilweise verschiedene Zulagen (zum Beispiel steuerfreie Sachzuwendungen oder Arbeitsmarktzulage) verwenden, standgehalten werden.

Bayerische Lehrer und Schulleiter haben einen Corona-Bonus bekommen. Dass das Kita-Personal nicht bedacht worden ist, macht eine Echinger Kita-Leiterin wütend.

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