Der Planer und der Macher: Architekt Alexander Mayr (l.) wird Johannes Becher bei seinem ambitionierten Vorhaben unterstützen.
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Der Planer und der Macher: Architekt Alexander Mayr (l.) wird Johannes Becher bei seinem ambitionierten Vorhaben unterstützen.

Ein ambitioniertes Vorhaben

Für 1,5 Millionen Euro: Becher will denkmalgeschütztes Hudler-Haus an der Moosburger Leinbergerstraße sanieren

Das verfallene Hudler-Haus in Moosburg hat einen prominenten Fürsprecher gewonnen: Johannes Becher will es sanieren und wieder nutzbar machen.

Moosburg – Jeder, der öfter in Moosburg unterwegs ist, kennt das Gebäude mit der Hausnummer 2 an der Leinbergerstraße: das sogenannte „Hudler-Haus“ mit seiner prominenten Giebelfassade. Nun hat das verfallene, aber denkmalgeschützte Gebäude einen örtlich prominenten Fürsprecher gewonnen. Der Grünen-Landtagsabgeordnete und Moosburger Stadtrat Johannes Becher will es kaufen und sanieren. Kostenpunkt des ambitionierten Vorhabens: geschätzte 1,5 Millionen Euro.

Finanziell rentiert sich das Vorhaben nicht

Die Besichtigung des Hudler-Hauses beim Vor-Ort-Termin am Freitag zeigte: Hier hat sich einer viel vorgenommen – und es muss rasch gehandelt werden. Denn die Schäden am Gebäude sind nicht gering: Zahlreiche Dachbalken liegen nicht mehr auf dem Gemäuer auf, die Böden sind marode und das Mauerwerk relativ feucht – oder, wie es Becher treffend formulierte, „pitschnass“.

Finanziell rentieren, so Becher weiter, werde sich dieses Projekt auf keinen Fall, aber um das ginge es ihm auch gar nicht. „Es rentiert sich vom Herzen“, betonte der Bauherr in spe. Denn das Haus mit seinen 500 Jahren auf dem Buckel sei „halt etwas Besonderes“, das auf jeden Fall erhalten werden müsse.

Coworking-Space und Kleinkunstbühne

Aktuell müssen die Mauern durch Querverstrebungen abgestützt werden, das Betreten ist nur auf eigene Gefahr möglich. Es knirschte und knarzte bei der Führung merklich, aber Becher brennt deutlich für dieses Projekt. Im Untergeschoss, so seine Vorstellung, könnten die kleinen Räume beispielsweise als Coworking-Space genutzt werden, während er in das Obergeschoss selbst einziehen möchte. Auch für den Garten schwebt ihm etwas Besonderes vor: Dort möchte Becher gerne eine kleine Bühne für Lesungen und Kabarett installieren, sodass das Hudler-Haus wieder Teil der Öffentlichkeit wird.

Es gibt viel zu tun: Johannes Becher in einem besonders sanierungsbedürftigen Teil des Gebäudes.

Sehr froh, dass endlich etwas weitergeht, ist auf jeden Fall die Noch-Eigentümerin Rosa Hudler-Oswald. Denn die Zukunft des Gebäudes, das sich seit 1984 im Besitz ihrer Familie befindet, sei seit Jahrzehnten eine „unendliche Geschichte“. Nach diversen abgelehnten Umbau-Anträgen habe sie nämlich erst 1995 erfahren, dass es sich bei ihrer Immobilie um ein Denkmal handelt, für die es zwar einige Kaufinteressen gab, die allerdings allesamt scheiterten – bis Becher zufällig auf das Objekt aufmerksam wurde und durch beherztes Handeln das wohl älteste Giebelhaus Bayerns retten könnte. Auch weil er eben den Charme des alten Gebäudes viel attraktiver findet als einen gewöhnlichen Neubau – wenngleich Bechers Oma sein Vorhaben mit „Du bist ja verrückt!“ kommentiert habe.

Für Infos zur Geschichte des Hudler-Hauses ist Becher dankbar

Finanziell wird es auf jeden Fall spannend: Becher rechnet mit mindestens 1,5 bis 1,6 Millionen Euro Gesamtkosten. Ohne Fördermittel von Stadt und Staat wird es nicht gehen, hier plant er runde 500.000 Euro an Zuschüsse ein. Dabei ist ihm als Stadtrat die Transparenz der Sanierung besonders wichtig: Die Beratungen über die Fördersumme der Stadt sollen seiner Meinung nach unbedingt in einer öffentlichen Sitzung stattfinden, zudem will man online über sämtliche Schritte des Vorhabens Auskunft geben.

Noch weiß Becher nicht viel über die Geschichte des Hudler-Hauses, abgesehen von einigen interessanten Eckpunkten: Der Gebäudekern stammt wohl aus den Jahren 1450 bis 1550, die Fassade allerdings sei „nur“ um die 180 Jahre alt. Wer Näheres über das Hudler-Haus zu berichten weiß, soll sich deshalb bei ihm unter post@johannes-becher.de melden.

Richard Lorenz

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