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Corona-Krise: Jungheinrich-Konzern denkt über Kurzarbeit nach und äußert sich zu Werk in Moosburg

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Von: Armin Forster

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Bei Jungheinrich tagt derzeit täglich der Corona-Krisenstab.
Bei Jungheinrich tagt derzeit täglich der Corona-Krisenstab. © dpa (Symbolbild)

Jungheinrich will trotz Corona-Krise die Produktion fortsetzen. Bei der Vorstellung der aktuellen Bilanz wurde außerdem über die Situation in den Moosburger Werken gesprochen.

Moosburg – Die Vergangenheit war erfolgreich, die Gegenwart wird stabil gehalten und die Zukunft ist ungewiss: So lässt sich die Botschaft der Bilanzpressekonferenz zusammenfassen, die der Hamburger Jungheinrich-Konzern am Mittwoch per Live-Video im Internet übertragen hat.

Vorstandsvorsitzender Lars Brzoska und Finanzchef Volker Hues betonten zunächst, dass sich der Produzent von Gabelstaplern und Lager-/Logistiksystemen im schwierigen Marktumfeld des Jahres 2019 gut behauptet habe. 

Umsatz 2019 über vier Milliarden Euro - Wachstumsziel früher erreicht

Mit einem Umsatz von über vier Milliarden Euro sei das Wachstumsziel ein Jahr früher als geplant erreicht worden – was laut Hues unter anderem daran lag, dass man den Konzern rechtzeitig „wetterfest“ gemacht habe. Aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien Auftragseingang und Produktion rückläufig gewesen.

Mit über 97 Prozent aller im vergangenen Jahr verkauften Fahrzeuge wies Jungheinrich eigenen Angaben zufolge die höchste Elektro-Quote der Branche auf – was gut zum Thema Nachhaltigkeit passe, das immer stärker in den Fokus rücke. Man werde hier weiter verstärkt investieren sowie von neuen Technologien, der Digitalisierung und Urbanisierung profitieren – vor allem in Bezug auf den wachsenden Online-Handel, dessen automatisierte Lager Jungheinrich ausstattet. Als Risiko sehe man den zunehmenden Protektionismus von Staaten und weltweite Handelskonflikte.

Corona-Auswirkungen: So reagiert Jungheinrich auf die Krise

Vor dem Hintergrund der „nicht absehbaren Folgen“ und den dramatischen Entwicklungen durch das Corona-Virus betonte Lars Brzoska, dass der Konzern „sehr früh auf die Auswirkungen reagiert hat“. Seit knapp drei Wochen tage täglich ein Krisenstab, um schnelle Entscheidungen zu treffen. Brzoska: „Vorrangiges Ziel ist es, unsere Mitarbeiter zu schützen.“ Dafür habe man beispielsweise bereits Mitarbeiter, die es betreffe, ins Homeoffice geschickt. 

Die Produktion und der Kundendienst würden derweil weiterlaufen. Denn, so betonte der Vorstandsvorsitzende: „Wir wollen auch die Lieferfähigkeit aufrecht erhalten.“ Jungheinrich selbst sehe sich als „indirekt systemrelevant“, da systemrelevante Produzenten oder Händler auf eine funktionierende Lagertechnik angewiesen seien. Brzoska: „Das ist sehr wichtig für die Versorgung.“ Neben der Produktion seien auch der Kundendienst und die Belieferung mit Ersatzteilen elementar. Glücklicherweise verzeichne man bislang keine negativen Auswirkungen auf die Lieferketten.

Konzern denkt über Kurzarbeit nach - Details zum Werk Moosburg-Degernpoint

Auf das Thema Kurzarbeit angesprochen, sagte Brzoska: „Wir haben uns schon seit geraumer Zeit darauf vorbereitet, sie ist aber noch nicht aktiv.“ Man werde im Laufe der nächsten Wochen sehen, ob Kurzarbeit relevant werde. Werksschließungen, wie etwa in der Autobranche, seien derzeit nicht geplant. Brzoska: „Das hängt aber auch von der Gesundheit der Mitarbeiter und von behördlichen Auflagen ab.“

Zur laufenden Werkserweiterung in Moosburg-Degernpoint, die 40 Millionen Euro kostet und bis zu 60 neue Arbeitsplätze schaffen soll, sagte der oberste Jungheinrich-Boss: „Die Arbeiten laufen und werden planmäßig abgeschlossen.“

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