Kreativer Protest: (v. l.) Benedikt Beibl und Stadträtin Verena Kuch (Grüne) mit Badetier und Botschaften.
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Kreativer Protest: (v. l.) Benedikt Beibl und Stadträtin Verena Kuch (Grüne) mit Badetier und Botschaften.

Gegenveranstaltung zur AfD

Kreativer Protest in Moosburg: Auch die Alpakas demonstrieren gegen Rechts

„Ich spucke nur auf Nazis“: Mit Alpakas und anderen kreativen Ideen haben Moosburger gegen Rechts demonstriert.

Moosburg – Es war ein wunderschöner Spätsommertag, und so bot sich der Freitag nur so an, um eine Außenstelle des eigenen Wohnzimmers auf der Straße hinter der Moosburger Stadthalle aufzubauen. Gut 100 Bürger einer ziemlich kunterbunten Gruppe protestierten so kreativ-witzig gegen eine AfD-Kundgebung in der Stadthalle. Die Moosburger wollten zeigen, dass sie in einer multikulturellen Stadt zu Hause sind.

Die Veranstaltung der AfD hatte sich langsam gerüchteweise herumgesprochen, als eine Gruppe junger Moosburger das Thema im Hirschwirt aufgegriffen hatte. Man entschied sich zu einer Gegendemonstration, für die Sarah Schierenberg sich als Organisatorin zur Verfügung stellte. Sie meldete die Veranstaltung auf ihren Namen an und wurde unterstützt von einem größeren Team an Ordnungskräften, die penibel auf Corona-Regeln achteten.

Teilnehmer hatten Picknickdecken mitgebracht

Der heimliche Star im bunten Getümmel war Grünen-Stadträtin Verena Kuch, die auf einem aufblasbaren Alpaka thronte und bei diversen Schildern auch den Slogan „Alpakas gegen Rechts“ präsentierte. Andere Teilnehmer hatten Picknickdecken inklusive Fußabstreifer, Musikinstrumente und Snacks dabei.

Demo-Organisatorin Sarah Schierenberg.

Auf einer offenen Bühne durfte jeder an das Mikrofon treten und frei sprechen. Diese Gelegenheit wurde reichlich genutzt, wobei lokale Politik-Engagierte wie Daniel Weigelt (Die Partei, „AfD Freising Watch“), Klaus Reichel (SPD) oder der Landtagsabgeordnete Johannes Becher (Grüne) Sprüche des Moosburger Stadtrats Gerhard-Michael Welter und des Bundestagsabgeordneten Johannes Huber zitierten. „Wo AfD draufsteht, ist Diskriminierung drin“, bilanzierte Becher. „Ich muss die auch immer im Landtag ertragen.“

Veranstaltungsleiterin möchte auch von AfD wahrgenommen werden

Gastgeberin und Frontfrau Sarah Schierenberg zeigte sich im Laufe der Kundgebung stolz auf das bunte Signal der Moosburger. „Wir möchten auch von der AfD wahrgenommen werden“, sagte die Veranstaltungsleiterin. Genau das ist hinreichend geschehen, denn die Gruppierung zeigte sich an dem von der Polizei zugewiesenen Platz an der Rückseite der Stadthalle. Einige Persönlichkeiten unternahmen dann auch mehr oder weniger offensichtlich Spaziergänge an den Demonstranten vorbei.

Polizisten sorgten dafür, dass sich die Teilnehmer des „Statements gegen Rechts“ und die Besucher der benachbarten AfD-Kundgebung möglichst voneinander fern hielten.

Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vor Ort und hielt das mobile Wohnzimmer weit weg vom Haupteingang der Stadthalle. Grundsätzlich hielten sich die Konfrontationen in Grenzen. Die Beamten passten nur auf, dass sich die Gruppen nicht gegenseitig fotografierten oder filmten. (Nico Bauer)

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