Rote Ecstasy-Pillen in einer Plastiktüte (Symbolbild)
+
Etliche Ecstasy und viele andere Drogen fand die Polizei bei einem Mann aus Moosburg (Symbolbild).

Moosburger muss sich vor Gericht verantworten

Wegen eines Speed-Pakets an die Mutter: Dealer (33) von Polizei geschnappt

Unmengen von Drogen hat ein Mann aus Moosburg (33) gehortet - zum Eigenbedarf und zum Dealen. Jetzt stand er vor dem Landgericht.

Moosburg/Landshut – Kleine Kinder und Drogen unter einem Dach – das ist „eine äußerst ungute Kombination“, wie ein Moosburger (33) am Montag vor dem Landgericht Landshut einräumte. Gleichwohl hatte der Mann in seiner Freisinger Wohnung im Wohnzimmerschrank ein buntes Allerlei an Drogen aufbewahrt. Ein Teil davon war dem umfassenden Geständnis des 33-Jährigen zufolge auch für den gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt.

Zu weiteren Anklagepunkten wie Drogenverkäufe an Minderjährige und die Bestellung von knapp 253 Gramm Amphetamin schwieg er zu Prozessbeginn. Am Ende verurteilte die vierte Strafkammer ihn unter Einbeziehung eines Urteils des Amtsgerichts Freising zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren sowie aufgrund einer zeitlichen Zäsur zu einer weiteren Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

Leugnen wäre zwecklos gewesen

Im Vordergrund war für die Verfahrensbeteiligten aber die Unterbringung des suchtkranken Moosburgers in einer Entziehungsanstalt gestanden. Auf Anraten des Landgerichtsarztes, der dem 33-Jährigen eine Polytoxikomanie bescheinigte, sowie auf Antrag von Staatsanwalt und Verteidigung wurde eine solche angeordnet.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Leugnen wäre auch zwecklos gewesen: Die Polizei hatte bei einer Durchsuchung am Morgen des 16. März in der Wohnung des Moosburgers sowie in zwei Autos, die beide vor dem Haus parkten, insgesamt 108 Gramm Marihuana, 0,9 Gramm Tabak-Marihuana-Gemisch, 342 Gramm Speed, 39 Ecstasy-Tabletten und 7,3 Gramm MDMA sichergestellt. Seine Verlobte habe nichts damit zu tun, hatte er den Beamten vor Ort versichert – und auch am Montag vor Gericht betont. Für sie und seine Familie wolle er nun auch die Finger von den Drogen lassen.

Wegen eines Speed-Pakets geriet er ins Visier der Polizei

Der ursprünglichen Anklage zufolge war er zumindest seit Januar 2020 bis zu seiner Festnahme nach der Wohnungsdurchsuchung in der Drogenszene äußerst aktiv. 29 Fälle des unerlaubten Handeltreibens mit sowie der unerlaubten Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige und zwei Fälle des unerlaubten Handeltreibens mit Drogen in nicht geringer Menge hatte die Staatsanwaltschaft dem 33-Jährigen nach Ende der Ermittlungen zur Last gelegt. Ein paar Punkte wurden vor Gericht allerdings eingestellt.

Polizei versucht, Handy-Pin des Angeklagten zu knacken

Ins Visier der Ermittler geraten war der Angeklagte durch die Bestellung von Speed Anfang 2020, die ihn allerdings nie erreichte: Beamte der Polizei Wuppertal hatten das Paket, das an seine Mutter adressiert war, abgefangen. Zeugen aus der Szene zufolge hat der Angeklagte einen schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln im Bereich Freising betrieben. Einem 17-Jährigen soll er wöchentlich Gras verkauft haben. Einem 18-Jährigen soll er 33 Gramm Speed für ein Handy überlassen haben. Auf den Handys der Zeugen hatten sich Chatverläufe zu Drogengeschäften mit dem Angeklagten gefunden.

Als Ermittler das Handy d sichergestellt hatten, konnten sie auf dem Bildschirm noch „Kannst Du helfen?“ lesen. Dies sei eine „szenetypische Anfrage“, sagte ein Kripobeamter. Seitdem sei das Handy gesperrt, der Moosburger habe seine PIN nicht verraten. Nun liege das Gerät bei einer Spezialfirma, die es durch ein Programm laufen lasse. Wann der Code geknackt wird, steht noch in den Sternen. (kö)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare