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Moosburgs Montessori-Schule soll nach Oberreit - doch Standort gefällt nicht allen

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Von: Armin Forster

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Auf diesem Gelände in Oberreit an der ehemaligen B11 befindet sich derzeit noch eine Baumschule der Stadt Moosburg. Der Stadtrat gab jetzt Grünes Licht dafür, dass sich dort die Montessori-Schule ansiedeln darf.
Auf diesem Gelände in Oberreit an der ehemaligen B11 befindet sich derzeit noch eine Baumschule der Stadt Moosburg. Der Stadtrat gab jetzt Grünes Licht dafür, dass sich dort die Montessori-Schule ansiedeln darf. © Forster

Für den Montessoriverein Moosburg gab’s jetzt ein Happy End: Der Stadtrat hat den Schulstandort Oberreit auf den Weg gebracht. Doch der ist nicht unumstritten.

Moosburg – Wer geglaubt hatte, ein positiver Stadtratsbeschluss sei reine Formsache, nur weil nichtöffentlich Konsens für eine Fläche geherrscht hatte, der irrte. Das Moosburger Gremium lieferte sich in der öffentlichen Sitzung am Montag eine lange Debatte über den Standort der Montessori-Schule.

Hintergrund: Der Verein, der die alternative Schulform im Raum Moosburg etablieren will, ist schon Jahre damit beschäftigt, eine Heimat zu finden. Wittibsmühle, Ex-Normstahl, Wang, Wartenberg – viele Standorte schienen ideal, doch dann verlor man immer wieder die Zusagen. Das lag vor allem am langwierigen und kräftezehrenden Genehmigungsprozess der Regierung.

Nun schien erneut eine Lösung greifbar: die Baumschule der Stadt in Oberreit, neben der Gärtnerei Weishaupt an der Ex-B11. Dort wurden einst Bäume für Zwecke der Stadtgärtnerei gepflanzt, die meisten stehen jedoch seit Dekaden dort und sind längst in die Höhe gewachsen. Aus Sicht des Vereins die perfekte Fläche, um auf einem Teil sein landwirtschaftlich-pädagogisches Konzept umzusetzen. Auch in den Vorberatungen des Stadtrats hatte sich eine große Mehrheit ergeben.

Neue Montessori-Schule in Moosburg: Kritik wegen gefährlicher Verkehrsanbindung

Doch ein Antrag von Thonstettens Ortssprecher Sebastian Kreitmeier auf Vertagung und Ortseinsicht schien Vieles wieder infrage zu stellen: Er sehe die Verkehrsanbindung kritisch und wolle den Räten auch die Höhe vieler Bäume vor Augen führen, bevor sie sich für diesen Standort aussprächen, so Kreitmeier.

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Martin Pschorr (SPD), der ein Areal nahe der Westtangente an der Verbindungsstraße nach Feldkirchen für besser geeignet sah, wollte über andere Optionen nochmals öffentlich abstimmen lassen und forderte ebenfalls eine Vertagung. Die Kritik, die Fläche bei Feldkirchen befinde sich im Landschaftsschutzgebiet und bedeute ein zähes Genehmigungsverfahren mit ungewissem Ausgang, wollte Pschorr nicht gelten lassen: Das habe es für Oberreit vor drei Monaten auch geheißen. „Wenn wir uns dahinterklemmen, können wir jemanden umstimmen.“ Thomas Kerscher (CSU), der Oberreit als die „allerschlechteste“ Lösung sah, plädierte für eine Ansiedlung der Schule zwischen Wasserwerk und den Sportplätzen des FC Moosburg.

Stadträte warnen vor Zeitverzögerung

Mehrere Stadträte warnten jedoch davor, den Schulgründern durch langes Herumprüfen und Abwägen weitere Zeit zu stehlen – wo doch jeder im Rund die Einrichtung als Gewinn für die Stadt sehe. Alfred Wagner (Grüne) etwa sagte: „Ich weiß, dass die Stelle dort todesgefährlich ist und dass man die Anbindung ändern muss. Aber das lässt sich ja alles im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens regeln. Gerhard Beubl (SPD) fand: „Wir sind’s dem Verein schuldig, dass wir endlich vorankommen.“ 

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Ludwig Kieninger (FW) zollte den Initiatoren „allerhöchsten Respekt“ für ihr Engagement und warnte davor, die Entscheidung künstlich zu verzögern. Schließlich stimmten 17:6 Räten gegen eine Vertagung, 22:1 (Pschorr) für die Aufstellung des Bebauungsplans in Oberreit und 23:0 für das Aufsetzen eines städtebaulichen Vertrags der Stadt mit dem Verein, der die Durchführung der Bauleitplanung sichert.

Vorsitzender des Montessori-Vereins überglücklich

Moosburgs Montessori-Vereinsvorsitzender Thomas Becker, der die Debatte als Gast verfolgt hatte, konnte die Sitzung freudestrahlend verlassen: „Das ist ein großer Meilenstein und eine sehr positive Nachricht für die Eltern.“ Oberreit sei der Wunschstandort gewesen, die anderen denkbar ungünstig. Zum Grünbestand fügte Becker noch hinzu: „Es wird kein Baum unnötig gefällt, die brauchen wir schon aus Lärmschutzgründen.“ Er hoffe nun, dass der Verein das aktuelle Ziel „Schulstart September 2020“ halten könne.

Weitere Infos zur Montessori-Schule Moosburg finden sich auf der Homepage des Vereins.

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