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Arbeiten bis spätabends: Für Michaela Bär geht’s am Nachmittag ins Homeoffice. Zuvor betreut sie ihre dreijährige Tochter zu Hause. 

Moosburgerin wünscht sich Lösungen

„Sehnen uns nach Normalität“: Mutter spricht über Spagat zwischen Kinderbetreuung und Homeoffice

Michaela Bär fühlt sich alleine gelassen. Die Moosburgerin spricht über den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Homeoffice. Sie sagt „Eine solche Belastung hatten wir noch nie.“

Moosburg – Michaela Bär arbeitet als Online-Social-Media-Beraterin in Moosburg. Die Tätigkeit im Homeoffice ist für die Freiberuflerin seit sieben Jahren Alltag. Dennoch stellt die Corona-Krise sie und ihre Familie vor riesige Herausforderungen. Seit März ist die gewohnte Betreuung ihrer dreijährigen Tochter durch die Tagesmutter untersagt. So obliegt es den Eltern, einen geregelten Alltag für die Kleine zu organisieren.

„Eine solche Belastung hatten wir noch nie“

Arbeitsdisziplin zu bewahren, das ist für die 34-Jährige eigentlich kein Thema. In der Kreativ-Branche sei sie es gewohnt, an Kundenprojekten langfristig zu arbeiten. Jetzt sei das anders. Aufträge müssten schnell umgesetzt werden. „Die meisten Kunden, die derzeit meine Dienstleistung in Anspruch nehmen, wollen so schnell wie möglich beliefert werden“, meint sie. Viele Firmen hätten den Sprung in die Digitalisierung verschlafen. „Jetzt merken sie, dass es nicht mehr ohne Social-Media-Marketing geht.“

Wegen der Betreuung ihrer Tochter komme es zur Doppelbelastung. Den ausgebauten Kellerraum im Wohnhaus in Moosburg nutzt ihr Mann, der von seiner Firma derzeit ebenfalls ins Homeoffice geschickt wurde. „Am Morgen sperrt er sich ein und kommt wieder raus, wenn er fertig ist mit der Arbeit“, sagt Bär und lacht. Schichtwechsel sei am Nachmittag. Dann gönne sie sich eine halbe Stunde Auszeit, um im Anschluss bis etwa 22 Uhr in das Homeoffice „abzutauchen“. „Es funktioniert. Aber eine solche Belastung hatten wir noch nie“, sagt die Moosburgerin.

„Man wird als junge Familie alleingelassen“

Der Alltag, der für die Tochter so gewohnt wie möglich gestaltet werde, finde größtenteils im Freien statt. „Wir achten darauf, oft im Garten oder im Wald unterwegs zu sein.“ Laufrad fahren, Steine sammeln und bemalen, Ball spielen oder im Sandkasten buddeln: „An der frischen Luft ist es für uns alle zur Zeit am besten“, betont Bär.

Staatliche Soforthilfe habe sie zwar erhalten, allerdings noch keinen Cent davon angerührt. „Was ist, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass meine Berufsgruppe gar nicht berechtigt ist?“, fragt sich die junge Mutter. Dann müsse man vielleicht alles wieder zurückzahlen. Ein finanzieller Spagat, der nicht einfach sei. „Man wird als junge Familie alleingelassen“, findet Bär. „Es geht irgendwie, aber wir sehnen uns nach Normalität.“

Dass die gewohnte Betreuung der Tochter durch die Tagesmutter bald wieder aufgenommen werden kann, daran glaubt sie nicht. „Ich stelle mich darauf ein, dass es mindestens bis zum Herbst so bleibt, wie es jetzt ist.“ Auf den langen Mittagsschlaf der Tochter zu hoffen, das sei im Moment das, was „uns übrig bleibt“, meint Bär. Einen Königsweg aus dem Notmodus heraus gebe es nicht. Der Ausnahmezustand verlange viel von der Familie. Man wünsche sich kreative Lösungen von Entscheidungsträgern. 

Maria Martin

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