Insgesamt 16 Tragkraftspritzen wurden von den Navis-Mitgliedern auf den Lkw verladen.
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Insgesamt 16 Tragkraftspritzen wurden von den Navis-Mitgliedern auf den Lkw verladen.

Hilfe für Hochwasser-Opfer – Landkreis-Feuerwehren spenden viel Material

Nach Flutkatastrophe: Moosburger Hilfsorganisation Navis kümmert sich in Krisengebiet ums Trinkwasser

  • Andrea Hermann
    VonAndrea Hermann
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Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist die Hilfsbereitschaft groß – auch im Landkreis Freising. Die Moosburger Hilfsorganisation Navis ist auf dem Weg in die Eifel.

Landkreis - Ein Hilferuf aus Adenau im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz erreichte Navis-Vorsitzenden Wolfgang Wagner am Samstagnachmittag. In der Stadt ist nach der Flutkatastrophe derzeit keine Versorgung der Bevölkerung mit Wasser möglich. Deshalb solle Navis mit seiner Technik eine Wasserversorgung aufbauen, Wasser aufbereiten und entsprechende Hochbehälter des Kreises befüllen.

Insgesamt 16 Tragkraftspritzen haben die Landkreis-Feuerwehren zur Verfügung gestellt - zur Freude von Navis-Chef Wolfgang Wagner.

Sofort machte sich Wagner am Samstag daran, die Navis-Mitglieder zu informieren. Und es dauerte nicht lange, da stand ein elfköpfiges Team fest, das unter der Teamleitung von Tobias Venus (vor Ort) und Gesamtleiter Stephan Zobel eine Woche ins Krisengebiet fahren wird. Mit im Gepäck haben die Navis-Mitglieder unter anderem vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen (davon zwei mit einer Leistung von 5000 Liter pro Stunde), diverse Notstromaggregate, Zelte und 200 Behälter á zehn Liter für den Trinkwassertransport vor Ort.

Auch die Feuerwehren des Landkreises unterstützen das Vorhaben. Am Sonntagvormittag wurden von 37 Feuerwehren 16 Tragkraftspritzen, 15 Tauchpumpen, 365 B-Schläuche (für eine Länge von 7,3 Kilometern) und Stromaggregate angeliefert. Entsprechend stolz zeigte sich Kreisbrandrat Manfred Danner, der am Nachmittag zum Navis-Lager nach Moosburg gekommen war. Auch Landrat Helmut Petz und Moosburgs Vize-Bürgermeister Georg Hadersdorfer waren vor Ort, um sich ein Bild von den Vorbereitungen zu machen und das Team offiziell zu verabschieden.

Stolz auf die Navis-Mitglieder sind (vorne, v. l.) Landrat Helmut Petz, Navis-Chef Wolfgang Wagner und Moosburgs 2. Bürgermeister Georg Hadersdorfer.

Von einer „Umweltkatastrophe ungeahnten Ausmaßes“ sprach Landrat Petz mit Blick auf die Krisengebiete. Er weiß, dass die Menschen „unsere Hilfe brauchen“ und wünschte allen ehrenamtlichen Helfern „alles Gute und Gottes Segen“.

„Glücklich und stolz“ zeigte sich Georg Hadersdorfer, eine Hilfsorganisation wie Navis vor Ort zu haben. Er hofft, dass die Einsatzkräfte „Leid mildern“ und dazu beitragen können, „dass es bei den Leuten weitergeht“.

Sie spendeten den Navis-Mitgliedern den Reise-Segen: die evangelische Pfarrerin Regine Weller (l.) und die katholische Pastoralreferentin Annemarie Fleischmann.

Nach der Überschwemmungskatastrophe 2013 in Deggendorf ist dies – neben den vielen Auslandseinsätzen – bereits der zweite Inlandseinsatz. Vorerst soll ein Team eine Woche Leute vor Ort mit den Navis-Geräten vertraut machen, wie Navis-Chef Wagner erklärte. Drei Mal, so kündigte er an, könne man die Crew tauschen – so viele Freiwillige hatten sich gemeldet. Mit dem Reise-Segen von Pastoralreferentin Annemarie Fleischmann und der evangelischen Pfarrerin Regine Weller machten sich die Mitglieder am Sonntagnachmittag mit einem Lkw der Firma Heinz auf ins Krisengebiet.

Unterdessen sind die Einsatzkräfte des Bootstrupps der Wasserwacht am späten Samstagabend von ihrem Einsatz in Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. Der Wasserrettungszug des BRK war rund 600 Kilometer gefahren, weil in Nordrhein-Westfalen mehrere Talsperren zu brechen drohten. Dann wären die Spezialkenntnisse der Retter und das mitgeführte Material zum Einsatz gekommen. Weil aber alle Sperren gehalten hätten, so BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl auf Nachfrage, seien die sechs Wasserwacht-Mitglieder aus dem Landkreis sowie die Kollegen aus Fürstenfeldbruck und Dachau ohne Einsatz wieder zurückgekehrt.

Am späten Samstagabend wurden die Wasserwachtler zu einer Vermissten-Suche alarmiert.

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