Draufsicht aus der Vogelperspektive mit dem rot eingerahmtem Grundstück.
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Da soll sie situiert werden: Die neue Montessori-Schule in Moosburg (rot eingerahmt).

Weichenstellung mit Zwischentönen

Nächste Schritte für Moosburgs Montessori-Schule beschlossen – Kritik von Grundstückseigentümerin

Im Kreisausschuss wurden die Weichen für Moosburgs Montessori-Schule gestellt. Eine Grundstückseigentümerin kritisierte fehlende Kommunikation.

Moosburg – Um die Montessori-Schule in Moosburg errichten zu können, sind noch einige Schritte notwendig, da sich das dafür ausgewählte Baugrundstück im Landschaftsschutzgebiet „Ampertal im Landkreis Freising“ befindet (wir berichteten mehrfach). In der jüngsten Ausschusssitzung für Planen, Umwelt, Tourismus, Landkreisentwicklung und Infrastruktur wurden dafür jetzt die nötigen Weichen gestellt.

Wir haben uns in Moosburg für die Schule dort entschieden - es ist der ideale Platz dafür.

Georg Hadersdorfer, Moosburgs 2. Bürgermeister

Dort soll die Montessori-Schule nun nach jahrelanger Standort-Suche endgültig gebaut werden: westlich der Westtangente Moosburg an der Abzweigung nach Feldkirchen. Da der Schwerpunkt der Schule auf Agrarwirtschaft gelegt wurde, ist die Örtlichkeit dafür perfekt gewählt – auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Areal sollen die Kinder auch praktische Lernorte kennenlernen, wie beispielsweise Ackerbau oder Tierhaltung. Einziges Problem dabei: Das Areal steht inmitten eines Landschaftsschutzgebiets.

Um zügig mit dem Bau beginnen zu können, lag vergangene Woche dann der Antrag der Stadt Moosburg auf die Herausnahme der Fläche aus dem Schutzgebiet auf dem Tisch. Als Ausgleich für die Fläche beantragte die Kommune die Hereinnahme einer deutlich größeren Fläche südöstlich von Niederambach in das Ampertal-Landschaftsschutzgebiet.

Georg Hadersdorfer, CSU-Kreisrat und Moosburgs 2. Bürgermeister, betonte: „Wir haben uns in Moosburg für die Schule dort entschieden – es ist der ideale Platz dafür.“ Das Areal sei außerhalb des Hochwassergebiets, was für die Platzwahl spreche. Außerdem, so Hadersdorfer, würde Moosburg als Ausgleich eine mit 38 700 Quadratmeter fast doppelt so große Fläche wieder ins Schutzgebiet einbringen.

Bis zum Sommer könnten die nächsten Schritt möglich sein

Auch Moosburgs 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) sprach sich für den Standort aus: Busse könnten aufgrund der Lage gut angebunden werden, außerdem könnten die Kinder den Bahnhof in zehn Minuten zu Fuß erreichen. Zwar sei das Areal schon recht nah an der Amper und damit eigentlich ein sensibles Gebiet, jedoch würde ja dort kein Supermarkt hingestellt werden.

Landrat Helmut Petz wies eindrücklich darauf hin, dass aktuell gar nicht über eine Heraus- oder Hereinnahme abgestimmt werden könne, sondern erst einmal über einen Antrag zum Änderungsverfahren, also einer Verfahrenseinleitung. Heißt: Danach werde der Antrag weiter im Ausschuss und im Kreistag behandelt. Bis zum Sommer allerdings könnten laut Petz die nächsten Schritte möglich sein.

Landrat: Man sollte vorab mit betroffenen Eigentümern sprechen

Da es aktuell erst um eine Einleitung zur Änderung ging, wurde auch noch nicht mit der Eigentümerin jenes Grundstücks gesprochen, deren Areal dann in ein Landschaftsschutzgebiet umgewandelt werden würde. Dennoch, so Petz, mache man das eigentlich andersrum, sprich: Man würde vorab mit den betroffenen Eigentümern und Anliegern sprechen.

Die Vorgehensweise in diesem Fall sei nicht optimal gewesen, räumte der Landrat ein. Denn die Eigentümerin habe den ganzen Sachverhalt erst aus der Zeitung erfahren und sei darüber nicht unbedingt sehr glücklich gewesen. Um weitere Informationen zum Prozedere zu erfahren, war die betroffene Dame sogar in die Ausschusssitzung gekommen.

Eigentümerin kritisiert fehlende Kommunikation

Eine landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets sei aber auch durch die Ausweisung in ein Landschaftsschutzgebiet nicht bedeutend eingeschränkt, erklärte der Landrat. Die Belange der Eigentümer würden, so Petz weiter, natürlich immer bedacht – auch gebe es die Möglichkeiten von Entschädigungen.

Die Eigentümerin konnte während der Sitzung zum ersten Mal das geplante Areal sehen. Ihr Resümee: „Wir hätten miteinander reden können, das ist sehr schade.“ Beide Anträge aus Moosburg wurden schließlich einstimmig auf den Weg gebracht.

Richard Lorenz

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