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Nicht schön anzusehen: Das frühere Stadtcafé liegt auf einem Filetgrundstück am Moosburger Stadtplatz.

Im Herzen der Altstadt

Moosburger Schandfleck: Fürs alte Stadtcafé gibt‘s große Pläne - doch sie haben schlechte Karten

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Seit Jahren herrscht Streit um die Neugestaltung des früheren Moosburger Stadtcafés in der Altstadt. Jetzt gibt es neue Pläne – doch auch die sind umstritten.

Moosburg – So schön sich die Altstadt in Moosburg auch herausputzt – ein Haus fällt stets aus dem Bild: Das ehemalige Stadtcafé gegenüber dem Rathaus ist seit Jahren ein Schandfleck im Ortskern. Weil sich der Eigentümer nicht mit den Verantwortlichen der Stadt und des Landratsamts auf die Dimensionen einer Neugestaltung einigen kann, geht bei dem baufälligen Haus nichts voran. In der Bevölkerung herrscht deswegen reichlich Frust, wie sich etwa in Wortmeldungen in Bürgerversammlungen gezeigt hat.

Kommenden Montag beschäftigt sich der Stadtrat nun erneut mit einer Bauvoranfrage: Dieter Abele, einst selbst FW-Stadtrat und bekanntermaßen Eigentümer des Gebäudes, hat dem Bauamt neue Pläne vorgelegt, um deren Chancen auf Realisierung abzuklopfen.

Mitten in Moosburgs Altstadt soll XXL-Bau entstehen

Dabei geht es nicht allein um das Stadtcafé. Die Pläne beziehen sich auf eine Grundfläche von über 1800 Quadratmeter und erstrecken sich vom Stadtplatz über die Georg-Hummel-Straße (die Gasse neben dem Feyerabendhaus) bis an die Rentamtstraße:

  • Das Eckhaus am Stadtplatz möchte Abele generalsanieren und aufstocken, die Rede ist von einem möglichen Ärztehaus oder einem Laden/einer Gewerbefläche im Erdgeschoß sowie acht Wohnungen im Obergeschoß. Dabei will der Eigentümer den „Charakter des Stadtcafés erhalten“.
  • Entlang der Georg-Hummel-Straße und weiter ums Eck herum entlang der Rentamtstraße sind nach einem Abriss Neubauten mit etwa 42 Wohneinheiten oder Betreutem Wohnen geplant. Stellplätze sollen über eine Tiefgarage nachgewiesen werden.
Großes Vorhaben: Neben der Sanierung des Vordergebäudes ist auch der Neubau einer Wohnanlage geplant.

Doch wie unsere Zeitung erfuhr, regt sich gegen die Pläne breiter Widerstand. Hauptkritikpunkt ist, dass in den zwei vorgelegten Varianten das Ex-Stadtcafé durch die Aufstockung zu hoch werde und sich damit nicht mehr in das geschützte Stadtplatz-Ensemble einfüge. Auch der Neubau füge sich aufgrund seiner umfangreichen Maße und der baulichen Nutzung nicht in die sensible Umgebung ein.

Büro warnt vor Missständen

Das Stadtplanungsbüro Plankreis, von der Stadt um Stellungnahme gebeten, warnt etwa vor „städtebaulichen Missständen“ und befürchtet „eine Veränderung des kleinteiligen Altstadtcharakters“. Auch Kreisbaumeisterin Antonia Seubert empfiehlt der Stadt, den Vorbescheid abzulehnen, weil sich das Bauwerk nicht in die Umgebung einfüge.

Mindestens ein Nachbar hat dem Vorbescheidsantrag die Unterschrift verweigert. Man sehe in den Plänen zwar eine Aufwertung des Stadtkerns, die der umliegenden Bebauung entspreche – allerdings fordere man Änderungen im Bereich der Rentamtstraße, weil dort ein Abschnitt den Bestand um eine halbe Etage überrage.

Eigentümer verweist auf vergleichbare Nachbarhäuser - und hat Unterstützer

Der Antragsteller selbst dürfte all diese Argumente anders sehen. Er hat bereits im Vorfeld betont, dass sich die Aufstockung beim Stadtcafé an den Nachbargebäuden orientiere und das Haus bislang als einziges eine geringere Höhe als die Nachbarbauten aufweise. Auch der geplante Neubau gleiche in der Höhe dem Bestand, etwa dem Sparkassen-Rückgebäude.

Dieter Abele hat aber auch Unterstützer: Ex-Bürgermeister Anton Neumaier hatte 2015 bei einer Veranstaltung des Heimatvereins betont, man solle dem Eigentümer die Aufstockung um eine Etage befürwortet. Neumaier, der schon damals dringenden Handlungsbedarf sah, sagte wörtlich: „Im Landratsamt sollte man einmal vom hohen Ross herunterkommen.“

Wie sich der Stadtrat entscheidet, zeigt sich am Montag, 9. Dezember, um 18 Uhr. Und zwar in direkter Nachbarschaft, im Feyerabendhaus.

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