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Zum Bersten voll war die Garage, die die Moosburgerin Heike Moser für die Sachspenden zur Verfügung gestellt hatte. Zahlreiche Landkreisbürger unterstützten die Erdbebenopfer.
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Zum Bersten voll war die Garage, die die Moosburgerin Heike Moser für die Sachspenden zur Verfügung gestellt hatte. Zahlreiche Landkreisbürger unterstützten die Erdbebenopfer.

Vier Transporter voller Hoffnung

Moosburger initiiert Hilfsaktion für kroatische Erdbebenopfer und erlebt Welle der Hilfsbereitschaft

Nach dem verheerenden Erdbeben in Kroatien hat Niksa Vukovic eine Hilfsaktion für die Menschen dort initiiert. Die Hilfsbereitschaft der Moosburger war enorm.

Moosburg/München – „Echt unglaublich, wie das durch die Decke gegangen ist.“ Das Erstaunen ist Niksa Vukovic noch immer anzuhören. Der gebürtige Moosburger hat einen Hilfstransport für die Menschen organisiert, die vor gut einer Woche Opfer des Erdbebens im kroatischen Petrinja geworden sind. Die Welle aus Hilfsbereitschaft und Solidarität, die dem 30-Jährigen aus dem Landkreis entgegenschlug, sei überwältigend gewesen.

Am 29. Dezember erschütterte ein verheerendes Erdbeben der Stärke 6,4 die 25 000-Einwohner-Stadt Petrinja, die etwa 45 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Zagreb liegt. Zahlreiche Häuser und Gebäude stürzten ein, Rettungskräfte suchten unter den Trümmern nach Verschütteten. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben. Etliche verloren nahezu ihr gesamtes Hab und Gut.

Aufruf via Facebook verbreitet

Niksa Vukovic, der selbst kroatische Wurzeln hat, sah die Bilder der Verwüstung in den Nachrichten. Ein Bekannter habe zudem von kriegsähnlichen Zuständen und Plünderungen berichtet. Vukovic überlegte nicht lange: „Ich habe mitbekommen, dass in München, wo ich seit drei Jahren wohne, einige Privatpersonen Hilfstransporte organisiert haben. Ich dachte mir, so etwas könnte ich auch in Moosburg auf die Beine stellen.“

Über die Facebook-Gruppe „Moosburg für Jung und Alt“ hat der 30-Jährige sein Anliegen verbreitet. „Weil viele Häuser durch das Erdbeben unbewohnbar geworden sind, schlafen die Leute zum Teil auf der Straße, in selbst gebauten Zelten. Also habe ich gezielt um Zelte, Pavillons, Decken, Matratzen und natürlich um Winterkleidung gebeten.“ Unterstützt wurde er aber auch mit haltbaren Lebensmitteln und Arzneimitteln.

„Es kam zum Glück eins zum anderen: Eine Freundin, Heike Moser, hat mir geschrieben, dass ich die Spenden bei ihr im Keller und in der Garage unterstellen kann.“ Weil Vukovic davon ausging, dass vielleicht nicht jeder, der helfen möchte, die Gelegenheit hat, es zur Sammelstelle vorbeizubringen, bot er an, Sachspenden bei Bedarf abzuholen. „Das hat sich auch gut ergeben: Anton Hudler von der Glaserei in Moosburg hat mir dafür seinen Transporter zur Verfügung gestellt.“

Der Organisator: Niksa Vukovic stellte die Hilfsaktion in wenigen Tagen auf die Beine.

Der Sprinter wurde auch gebraucht: „Mein Telefon hat quasi alle paar Minuten gebimmelt. Dann bin ich von Mauern bis nach Eching und fast bis nach Landshut gefahren, um die Sachen einzusammeln“, erzählt Vukovic. Sogar aus Regensburg und München seien Spenden nach Moosburg gebracht worden. Auch mehrere Fußballvereine hätten den ehemaligen Spieler vom TSV Moosburg unterstützt. „Wenn ich gewusst hätte, wie groß die Resonanz ist, hätte ich mich besser um die Logistik gekümmert“, erzählt Vukovic und lacht.

Über Bekannte und Freunde, die ähnliche Hilfsaktionen in der Landeshauptstadt auf die Beine gestellt hatten, organisierte Niksa Vukovic den Transport nach Kroatien. „Sie haben die Fahrzeuge zur Verfügung gestellt und die Spenden an Ort und Stelle gebracht.“

Bis an die Decke gefüllt machten sich vier Transporter auf den Weg nach Kroatien.

Damit meint Vukovic nicht die große, offizielle Sammelstelle, die in Petrinja errichtet worden sei. „Weil diese Hilfen teilweise nicht die Menschen erreichen, die sie am dringendsten benötigen, haben wir das über private Kontakte anders geregelt.“

Spenden kamen am Wochenende an

Schließlich erreichten am ersten Januarwochenende vier komplett gefüllte Transporter die umliegenden Dörfer von Petrinja, wo es den Menschen noch schlechter gehe als in der Stadt. „Ich selbst bin nicht mitgefahren, konnte mich aber via Videochat quasi live vergewissern, dass alles genau dort ankommt, wo es ankommen soll“, berichtet der 30-Jährige zufrieden. „Die Menschen waren überglücklich.“ Letzten Endes sei eine halbe Transporterladung sogar übrig geblieben, der Großteil davon Kleidung. Diese sei nun dem Tante-Emma-Verein übergeben worden.

Für das Fazit zu seiner spontanen Hilfsaktion braucht Niksa Vukovic nicht viele Worte: „Das hat perfekt geklappt. Vielen Dank an alle!“

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