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Mit 19:6 Stimmen wurde im Stadtrat Moosburg die Einhausung der Sabathiel-Baracke abgesegnet. Diskussionen gab es um die Zukunft des historischen Gebäudes, konkret über die Finanzierung des Erhalts.

Entscheidung im Stadtrat 

„Überörtliches Baudenkmal“: Notmaßnahme für Moosburger Sabathiel-Baracke genehmigt

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Denkmalschützer können vorerst aufatmen: Die Notmaßnahme für die Sabathiel-Baracke in Moosburg ist unter Dach und Fach. 

Moosburg – Nun ist die Notmaßnahme für die Sabathiel-Baracke unter Dach und Fach. Mit 19:6 Stimmen hat der Stadtrat den eigenen Bauantrag für eine Einhausung genehmigt, um somit bei einem eventuellen Wintereinbruch in den kommenden Wochen das ehemalige Kriegsgefangenenlager zu schützen. 

Nächste größere Schneelast könnte das Ende bedeuten

Die Bausubstanz der Baracke an der Egerlandstraße ist bereits ziemlich schlecht und es besteht die Befürchtung, dass die nächste größere Schneelast das Ende des historischen Gebäudes bedeuten könnte. Schließlich ist die Baracke, um die herum nach dem Zweiten Weltkrieg die Neustadt entstanden ist, die einzige noch vorhandene Gefangenunterkunft aus dem einst größten Nazi-Gefangenenlager innerhalb Deutschlands.

Denkmalschützer fordern seit geraumer Zeit die sofortige Sanierung, um dieses Baudenkmal zu erhalten. Der nun gestellte Antrag mit der 66.000 Euro teuren Einhausung hat erst einmal nur das Ziel, den witterungsbedingten Verfall zu stoppen. Zu dieser Maßnahme gab es in der Stadtratssitzung konkret keine Diskussionen.

Internationale Bedeutung

Martin Pschorr (SPD) ging vielmehr mit seinen Gedanken einen Schritt weiter und sprach über die kostspielige Sanierung der Sabathiel-Baracke. „Dies ist ein überörtliches Baudenkmal“, sagte Pschorr und betonte die internationale Bedeutung, der sich von der Stadt Moosburg bis zur Bundesrepublik Deutschland jeder stellen müsse. Für den dauerhaften Erhalt des Mahnmals schlägt er die Bildung einer Art Stiftung vor, in der die Stadt Moosburg, der Landkreis Freising, der Bezirk Oberbayern, der Freistaat Bayern und eben auch die Bundesrepublik Deutschland zusammengefasst werden. Hier müsse dann jeder seinen Beitrag zum Erhalt der Sabathiel-Baracke leisten. Pschorr wollte eigentlich aus Protest gegen die Überdachung stimmen, weil es für die Finanzierung der drängenden Maßnahme keinen Plan gebe. Pschorr war dann aber doch eine der 19 Ja-Stimmen, denen nur sechs Ablehnungen gegenüberstanden.

Der Weg ist trotzdem noch weit

Auf den Vorschlag des SPD-Stadtrats sagte Bürgermeisterin Anita Meinelt (CSU), dass es bei dem Bauantrag rein um die Einhausung gehe. Alles Weitere wird später diskutiert. Der Weg zur Rettung der Sabathiel-Baracke ist trotz der jetzt genehmigten Einhausung noch ein sehr weiter. 

Lesen Sie auch: Größtes Lager in Deutschland: Vor 80 Jahren kamen die ersten Gefangenen nach Moosburg

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