Ob Geräte oder Ausstattung: „Nichts ist mehr ganz“, bilanziert BRK-Chef Albert Söhl.
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Ob Geräte oder Ausstattung: „Nichts ist mehr ganz“, bilanziert BRK-Chef Albert Söhl.

„Es ist nichts mehr ganz in dem Auto“

Patient rastet aus: Rettungswagen komplett zerstört - Polizei muss eingreifen

  • Andrea Hermann
    VonAndrea Hermann
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Völlig ausgerastet ist ein Patient, der am Sonntag in Moosburg in einem Rettungswagen behandelt werden musste: Er zerstörte die komplette Ausstattung des BRK-Einsatzfahrzeugs.

Moosburg - Es müssen unfassbare Szenen gewesen sein, die sich am Sonntag gegen 14 Uhr in einem Rettungswagen abgespielt haben. Weil ein Mann über Herzprobleme geklagt hatte, alarmierten Bekannte den Rettungsdienst. Die BRK-Mitarbeiter aus Moosburg waren schnell vor Ort und wollten dem Patienten im Rettungswagen helfen.

Moosburg: Mann klagt über Herzprobleme - im Krankenwagen rastet er plötzlich aus

Als die erfahrenen Rettungsassistenten versuchten, dem Patienten EKG-Elektroden am Oberkörper anzukleben, rastete der Mann komplett aus: „Er hat den Funkhörer aus der Verankerung gerissen, jedes Lüftungsgitter eingetreten, den Gasdruckdämpfer der Trage verbogen und das EKG beschädigt“, berichtet BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl.

Auch sämtliche Schränke soll er gewaltsam geöffnet und Verbandsmaterial, Kittel, Infusionen und Co. herumgeschleudert haben. Dabei ging ein Medikament, das laut Söhl „sehr aggressiv ist“, zu Bruch, das schließlich Boden, Geräte und vieles mehr angegriffen hat. Kurzum: „Es ist nichts mehr ganz in dem Auto“, fasst es Söhl zusammen.

Verbandsmaterial, Infusionsbesteck und Medikamente hat der Patient aus den Schränken des Rettungswagens genommen und umhergeschleudert.

Um sich nicht selbst zu gefährden, hätten die beiden Sanitäter das Fahrzeug verlassen und die Polizei alarmiert. Diese kam auch und nahm den Mann schließlich mit. Der BRK-Chef ist froh, dass bei dem Einsatz „niemand verletzt“ worden ist.

Mann randaliert in Rettungswagen: Sanitäter flüchten aus dem Fahrzeug

Doch das Entsetzen über eine solche Tat, bei der laut Söhl „vermutlich Drogen“, im Spiel waren, ist groß – und leider auch kein Einzelfall. Ein- bis zweimal pro Jahr gebe es im Landkreis Fälle von Gewalt gegen Rettungsdienstmitarbeiter. Meist seien es „verbale Auseinandersetzungen“, so Söhl. „Aber es ist nicht so extrem, dass jemand ein Auto kurz und klein schlägt“, berichtet Söhl. Allerdings hätte es vor etwa einem Jahr schon einmal so einen Fall gegeben, bei dem in Freising ein Rettungswagen komplett zerstört worden und ein „Riesenschaden“ entstanden sei.

Gegen den aggressiven Patienten vom Sonntag hat das BRK Strafanzeige gestellt. Ob dieser wegen seiner finanziellen Lage allerdings belangt werden kann, ist noch offen. Wenn nicht, dann „zahlt die Allgemeinheit“, bedauert Söhl.

Rund 150 Menschen feierten auf einer Brücke nahe Freising. Plötzlich fuhr ein Auto mit Vollgas auf sie zu. Beamte der Polizei Freising mussten selbst zur Seite springen. Noch mehr Nachrichten aus der Region Freising lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt es jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

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