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Rede und Antwort: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat die Reform der Pflegeberufe verteidigt.

Hermann Gröhe (CDU) in der Dreirosenstadt

Pflege-Infos direkt vom Minister

Moosburg - Er kam spät, aber er hat sich den Fragen zu der in Fachkreisen nicht unumstrittenen Reform der Pflegeberufe gestellt. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) folgte einer Einladung des CSU-MdB Erich Irlstorfer. Das Thema bewegt. An der Info-Veranstaltung mit Fragestunde nahmen etwa 400 Interessierte teil.

Irlstorfer freute sich darüber, dass so viele aus „der Szene“ der Pflegeberufe gekommen waren. Es gab Fragen über Fragen in der Moosburger Stadthalle. Nicht alle Betroffenen finden nämlich die von Gröhe angestrebte „Generalisierung“, sprich die gemeinsame Ausbildung in der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege, gut. In seiner Eröffnungsrede betonte Irlstorfer, dass es noch Diskussionsbedarf gibt. Die in Deutschland vorherrschende „Spezialisierung“ habe auch Vorteile, gab er zu bedenken. Das würde man auch in anderen Ländern durchaus so sehen, gab er zu bedenken. Auf Nachfrage vertrat er die Ansicht, das es noch „Nachbesserungen braucht“. Am 30. Mai findet im Bundestag eine öffentliche Anhörung zu der Gesetzesvorlage statt. Irlstorfer, der Mitglied im Ausschuss für Gesundheit ist, hatte für eine prominente Besetzung der Infoveranstaltung in Moosburg gesorgt. 

Neben Gröhe nahm auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml teil. Die sprach sich für „eine generalistische Ausbildung“ in den Pflegeberufen aus. Weil die dadurch für den Nachwuchs attraktiver würden, wie sie betonte. Einig war man sich darin, dass bei den Pflegeberufen eine fortschreitende Akademisierung nicht unbedingt erstrebenswert sei. Sowohl Irlstorfer als auch Gröhe sprachen sich dagegen aus. Irlstorfer erklärte, es müsse möglich sein, dass der Nachwuchs für die Pflegeberufe auch aus den Haupt- und Mittelschulen komme. Gröhe gab zu bedenken, dass das, was in anderen Ländern als Studium gelte, hierzulande innerhalb der Berufsausbildung vermittelt würde. Der Bundesminister sah sich dann mit einem umfangreichen Fragenkatalog konfrontiert.

Alles über einen Kamm zu scheren, sei demzufolge problematisch. Laut Jochen Scheel von der Gesellschaft für Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland, gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen darüber, dass eine generalistische Ausbildung zu einer Steigerung der Attraktivität in den Pflegeberufen führt. Der Minister habe sich auf Aussagen des Deutschen Pflegerates, also auf „die Meinung von Fachfremden“ verlassen, monierte Scheel. Gröhe wies das zurück. Den Pflegerat als fachfremd zu bezeichnen, werde der Sache nicht gerecht. Irlstorfer zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden. Über zwanzig Nachfragen hätten gezeigt, wie wichtig das Thema sei.

Alexander Fischer

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