Verkehrsberuhigt wünschen sich viele Moosburger Kommunalpolitiker den Stadtplatz. Doch so leer wie auf diesem Bild sieht es nur selten aus in der Altstadt. Forster
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Verkehrsberuhigt wünschen sich viele Moosburger Kommunalpolitiker den Stadtplatz. Doch so leer wie auf diesem Bild sieht es nur selten aus in der Altstadt.

Gibt rechtliche Hürden

Tempo 20 am Stadtplatz? Moosburgs Räte beschließen Maßnahmen zur Verkehrsumleitung

Die Moosburger Innenstadt soll verkehrsberuhigter werden. Dafür beschloss der Stadtrat nun einige Maßnahmen.

Moosburg – Sie ist ein hochemotionales Thema: die Verkehrsberuhigung in der Moosburger Innenstadt. In der Stadtratssitzung am Montagabend sorgten gleich mehrere Anträge zur Änderung der Verkehrsführung und zur Errichtung von Tempo-30-Bereichen für Diskussionen.

Verkehr verstärkt über Bahnhofstraße abwickeln

Die Vision einer verkehrsberuhigten oder gar autofreien Altstadt tragen die Moosburger Kommunalpolitiker seit vielen Jahren in sich. Mit der Abstufung der bisherigen Staatsstraßen wie Münchener oder Thalbacher Straße, Stadtplatz und Westerbergstraße zu Ortsstraßen können verkehrsrechtliche Anordnungen nun seit kurzem von der Stadt Moosburg selbst erlassen werden.

Eine abknickende Vorfahrt mit Umbau der Kreuzung an der Westerbergstraße/Münchner Straße, die von den Freien Wählern beantragt worden war, fand Zustimmung. Die Hauptrichtung für den Verkehr werde dadurch auf Höhe der Friedhofskirche von der Innenstadt weg geleitet, erklärte Renate Klossek von der kommunalen Verkehrsbehörde.

Das Gleiche sei auch beim Umbau der Vorfahrt und der Verkehrsführung an der Thalbacher Straße/Bahnhofstraße intendiert. Die Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Mauern kommen, sollen künftig über die Bahnhofstraße, die vorfahrtsberechtigt sein wird, geleitet werden. Wer in Richtung Innenstadt weiter möchte, müsse dies über eine Linksabbiegespur tun. So werde erreicht, dass der Verkehr verstärkt über die Bahnhofstraße abgewickelt werde. Mit 22:0 Stimmen sprach sich das Gremium dafür aus.

Tempo-30-Zone am Bahnhofsgelände gefordert

Der Ergänzungsantrag dazu, den die Stadtratsfraktion der CSU eingebracht hatte, auf Höhe des Bahnhofsgeländes eine Geschwindigkeitsanpassung auf 30 km/h einzuführen, sei aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht so einfach umzusetzen, meinte Bürgermeister Josef Dollinger. Die in der Straßenverkehrsordnung (STVO) vorgegebenen Hürden für Tempo 30 reichten da nicht aus.

Es grenze fast an ein Wunder, dass in dem Bereich bisher noch nichts passiert sei, meinten Jörg Kästl (ÖDP) und Johannes Becher (Grüne). Rund 8000 Menschen seien dort täglich unterwegs. Gerade in den Morgenstunden werde es eng. Von riskanten Wendemanövern der Schulbusse berichtete Kästl. Daneben kreisten Radfahrer, ganz zu schweige von den vielen Schülern, die zu diesem Zeitpunkt dort unterwegs seien. Es sei schade, dass erst etwas passieren müsse, bevor eine Tempo-30-Zone errichtet werden dürfe, so der Tenor.

Tempo 20 rechtlich nicht haltbar

Vorschläge zur verkehrlichen Beruhigung am Stadtplatz machte die Fraktion der Grünen. In einem Antrag forderten sie die Umwandlung des Stadtplatzes in einen verkehrsberuhigten Bereich. Damit gäbe es dort – wie längst im Weingraben und der Herrnstraße – ein Tempolimit von 20 km/h. Das würde Unfallschwerpunkte hervorrufen, meinte Dollinger. Denn dann gelte in dem Bereich die Regel „Rechts vor links“. „Da würde es vermutlich öfter krachen“, so der Rathauschef. Auch rechtlich sei eine Zone 20 an der Stelle nicht haltbar, betonte Klossek. Die Stadträte der Grünen zogen daraufhin den Antrag zurück.

Die Ergebnisse einer Erhebung zum Durchgangs-, Ziel- Quell- sowie Binnenverkehr in Moosburg mit Befragung der Haushalte stellte ein Mitarbeiter des Büros „StadtLandVerkehr“ vor. Die Bürger sind in den kommenden Monaten aufgefordert, sich im Zuge von moderierten Arbeitskreisen an der verkehrlichen Entwicklung der Stadt Moosburg zu beteiligen.

Maria Martin

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