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Spektakulären Wassersport soll es bald am Aquapark geben: Der Stadtrat hat den Plänen der Firma Evago zugestimmt, die unter anderem eine Wakeboardanlage bauen möchte. Der Bauantrag geht nun weiter ans Landratsamt.

Pläne für aufgewertete Badezone, neuen Biergarten und Rundweg

Moosburg sagt Ja zur Wakeboardanlage am Aquapark

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Moosburg - Der Stadtrat hat die Pläne der Firma Evago am Moosburger Aquapark abgesegnet. Die will eine Wakeboardanlage, einen Biergarten und viele weitere Aufwertungen realisieren.

Große Pläne hat die Evago Immobilien GmbH am Moosburger Aquapark. Entsprechend groß war das Interesse am Montag, als der Stadtrat über die Anträge der Evago beriet. Der Sitzungssaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Und groß war am Ende auch die Zustimmung zu dem, was da in diesem und im nächsten Jahr als erster von zwei Bauabschnitten an dem beliebten Badesee entstehen soll.

Fünf Kioske plus Servicegebäude für einen Biergarten, zwei neue Sanitärgebäude mit Umkleiden und Duschen, die Ertüchtigung und der Teilneubau des Wirtschaftswegs rund um den See herum als Bauanträge, die Errichtung von einer, eigentlich von drei Wakeboardanlagen samt Servicegebäude mit integrierter Wasserwacht als Vorbescheidsantrag – das war am Montag im Feyerabendhaus Hauptthema der Stadtratssitzung. Bürgermeisterin Anita Meinelt machte aus ihrer Sicht der Dinge von Anfang an keinen Hehl: „Das ist ein positiver Meilenstein.“

Qualität des Aquaparks soll wesentlich erhöht werden

210.000 Quadratmeter Wasserfläche weist der Aquapark auf, 20.000 Quadratmeter Liegeflächen besitzt er jetzt, dazu einen Parkplatz mit 30.000 Quadratmetern. Doch was an Infrastruktur vorhanden ist, ist nach Ansicht der Evago nicht mehr zeitgemäß, gibt den Besuchern teilweise sogar Anlass für heftige Kritik. Und deshalb soll sich jetzt Einiges ändern: Man will die Qualität wesentlich erhöhen. Und das betrifft nicht nur die Sanitäranlagen. Man will beispielsweise ganzjährig einen Hausmeister anstellen, der sich um das Gelände kümmert. Das freilich kostet Geld – Geld, das aus den Einnahmen des Parkplatzes nicht erwirtschaftet werden kann. Ein Gesamtpaket aus Parkplatz, Biergarten und Wakeboardanlage will man jetzt also schnüren, will aus dem Badesee Aquapark eine Eventlocation mit dem vorläufigen Namen „Rosenpark“ machen.

Bevor die Stadträte mit großer Mehrheit die vier Einzelanträge absegneten, musste man sich mit dem Antrag von Gerhard Beubl (SPD) befassen: Der hatte beantragt, die Tagesordnungspunkte zu vertagen. Seiner Meinung nach sei bei einer derart „massiven“ Veränderung des Aquaparks die Aufstellung eines Bebauungsplans „zwingend notwendig“. Man müsse nämlich das Gesamtprojekt – also auch den zweiten Bauabschnitt (siehe unten) – im Blick haben. Man dürfe jetzt nicht „scheibchenweise“ kleine Maßnahmen genehmigen. Das wäre „schildbürgerstreichmäßig“.

Doch Beubls Antrag wurde mit 16:6 Stimmen abgelehnt. Rudolf Heinz (CSU) sagte, die jetzigen Bauvorhaben könne man durchaus ohne B-Plan genehmigen, man müsse „jetzt Farbe bekennen“. Dass es für den zweiten Bauabschnitt einen Bebauungsplan brauche, stehe allerdings außer Frage.

Grüne wollten die Wakeboardanlage „etwas abspecken“

Unumstritten war im Stadtrat die Errichtung von fünf Kiosken und zwei Sanitärgebäuden. Diese beiden Anträge wurden jeweils einstimmig und ohne Diskussion befürwortet. Bei der Neugestaltung des Wirtschaftswegs entzündete sich die Diskussion lediglich daran, welche Teile asphaltiert werden sollen und dürfen. Die Investoren betonten, sie würden nur dort asphaltieren, wo es notwendig sei. Heinz hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn der Weg rundherum zur Gänze mit Asphalt belegt werde. Im Endeffekt wurde die Ertüchtigung und der Teilneubau mit 20:2 Stimmen so genehmigt wie beantragt.

Beispiel Wörth: So könnte die Wakeboardanlage aussehen

Fünf Gegenstimmen musste die Wakeboardanlage hinnehmen. Johannes Becher (Grüne) sagte, seine Fraktion könne mit der Anlage für Anfänger und Einzelpersonen leben, die Wakeboardanlage für Gruppen sei aber zu viel des Guten. Seine Forderung: „Etwas abspecken.“ Doch auch dieser Vorschlag fand keine Mehrheit. Für die meisten Stadträte zog das Argument, dass die Wakeboardanlage im westlichen Teil des Sees nur 40 Prozent der Wasserfläche beanspruche sowie weder die Badegäste im Norden und Osten noch die Fischer im Süden beeinträchtigt würden.

Hotel, Hochzeitslocation, Hallen: Das ist in Bauabschnitt 2 geplant

Spektakulär beim ersten Bauabschnitt ist ohne Zweifel die Wakeboardanlage. Spektakulär ist auch der Betreiber, den die Evago Immobilien GmbH dafür gewinnen konnte: den zweifachen Wakeboard-Weltmeister Dominik Gührs. Dass man dadurch überregional bekannt wird und mehr Publikum anzieht (mit bis zu 400 Wakeboardern pro Tag rechnet man), weiß (und hofft) der Investor, hat auch schon die Weichen dafür gestellt, dass man die Parkplätze verdoppeln und die Liegeflächen erweitern kann.

Doch richtig spektakulär wird es dann beim zweiten Bauabschnitt. Das Konzept sieht die Errichtung eines Sea-Domes im Norden, von acht kleinen See-Lodges für Übernachtungen im Nordwesten, eines Vier-Sterne-Tagungshotels im Nordosten sowie einer Hochzeits- und Eventlocation im Osten des Sees vor. Außerdem ist der Bau von Lagerhallen (etwa für die Klangfeld GmbH) geplant. Auch wenn im Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplans für die ersten vier kleineren Maßnahmen umstritten war, waren sich alle einig: Die Realisierung dieses zweiten Bauabschnitts wird und darf ohne Bebauungsplan nicht möglich sein.

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