Nicht am Rathaus (hinten links), aber immerhin in Sichtweite hat die Stadt Moosburg gemeinsam mit der Vhs eine Regenbogenfahne gehisst – als Symbol für Toleranz und Vielfalt. Die Initiative dazu stammt von den beiden Fresh-Stadträten (v. r.) Julia Neumayr und Thomas Wittmann und hat letztlich fraktionsübergreifend Unterstützer gefunden.
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Nicht am Rathaus (hinten links), aber immerhin in Sichtweite hat die Stadt Moosburg gemeinsam mit der Vhs eine Regenbogenfahne gehisst – als Symbol für Toleranz und Vielfalt. Die Initiative dazu stammt von den beiden Fresh-Stadträten (v. r.) Julia Neumayr und Thomas Wittmann und hat letztlich fraktionsübergreifend Unterstützer gefunden.

Zentrales Zeichen für Toleranz

Erfolg für Fresh-Fraktion: Regenbogenfahne in Moosburg nach langer Debatte gehisst

  • vonNico Bauer
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Mitten in Moosburg weht nun eine Regenbogenfahne. Auf den Vorstoß seitens der Fresh-Fraktion folgten intensive Diskussion - und jetzt ein Kompromiss.

Moosburg – Nun wehen die sechs bunten Farben für eine bessere Welt auch im Herzen von Moosburg. Nach dem Vorstoß junger Stadträte der Fresh-Fraktion für das Hissen der Regenbogenfahne vor dem Rathaus gab es intensive Diskussionen – und jetzt den Kompromiss, mit dem alle leben konnten.

Bürgermeister: „Es war nicht die Frage, ob wir sie aufhängen“

Julia Neumayr und Thomas Wittmann engagierten sich in den vergangenen Wochen mit mehreren Anfragen und Aktionen dafür, dass die Stadt Moosburg ein Zeichen für Toleranz und Diversität setzen soll. Wittmann ließ bei Bürgermeister Dollinger wiederholt nicht locker und seine Fraktionskollegin Neumayr verteilte zuletzt Regenbogen-Mundschutze an die anderen Stadträte.

Zum Pressetermin von Josef Dollinger mit der bereits hängenden Regenbogenfahne vor dem Vhs-Gebäude war etwa der halbe Stadtrat vor Ort, und viele Volksvertreter hatten auch den bunten Mundschutz dabei. Der Ortschef bedankte sich bei den jungen Stadträten für ihren Einsatz und betonte, dass die sogenannte Pride-Fahne für ihn kein unlösbares Problem gewesen sei: „Es war nicht die Frage, ob wir sie aufhängen, sondern nur, wo.“ Zuletzt im Stadtrat hatte der Bürgermeister betont, dass er sich bei der Beflaggung des Rathauses fest an den Vorgaben der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern orientiere. Er befürchtete Bezugsfälle bei der Regenbogenfahne.

Fahne hängt vor Vhs: „Wir zeigen vor einer ganz wichtigen Bildungseinrichtung Flagge“

Den beiden Fresh-Räten reichte die nach Absage klingende Antwort im Gremium jedoch nicht. Sie hissten ihrerseits eine Regenbogenfahne vor der Kneipe Zum Hirschen und Neumayr verschenkte die selbst genähten Masken im Stadtrat.

Vor der Volkshochschule setzte das Duo nun das nächste Zeichen. „Das ist ein ganz toller Tag für Moosburg“, sagte Wittmann, „denn wir zeigen nun vor einer ganz wichtigen Bildungseinrichtung Flagge.“ Diese sechs Farben auf Stoff sieht Bürgermeister Josef Dollinger nun jedes Mal, wenn er aus dem Fenster seines Büros blickt. Und doch machte Wittmann deutlich, dass ihm die Fahne wenige Meter weiter, direkt vor dem Rathaus, lieber gewesen wäre. Aber das Fresh-Duo konnte mit dem Kompromiss leben und dankte bei der kleinen Feier neben dem Fahnenmast dem Bürgermeister für die Suche nach einer Lösung.

Weitere Forderung: Vhs-Kurse und Workshops für Toleranz

Die beiden Fresh-Vertreter formulierten bei der Gelegenheit gleich neue Ideen. Wittmann zielte auf die Volkshochschule ab: „Die Fahne ist ein wichtiges Zeichen gegen Ausgrenzung und für Toleranz, aber eigentlich müsste man mit Kursen und Workshops etwas tun. Dahingehend ist bisher wenig bis gar nichts passiert.“ Gerhard Beubl war als 2. Vorsitzender der Vhs vor Ort und konnte gleich konkret antworten: „Kommende Woche haben wir bereits einen Termin für die Diskussion über solche Kurse in unserem nächsten Programm.“ Die „Regenbogenfraktion“ des Stadtrats nahm die Worte erfreut zur Kenntnis.

Und Julia Neumayr betonte, dass sie noch die eine oder andere Fahne mehr angeschafft und zu Hause liegen habe. Diese würden in den kommenden Tagen und Wochen an privaten Objekten gehisst. Die junge Stadträtin wollte nur noch nicht verraten, wo die nächsten Zeichen gesetzt werden: „Da sollen sich die Moosburger doch einmal überraschen lassen.“

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