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Baggern beim Baum: Erdarbeiten in unmittelbarer Nähe einer alten Linde am Rockermaier-Areal haben Mitglieder der BI „Für ein lebenswertes Moosburg“ aufgeschreckt.

In der Moosburger Neustadt

Sorge um alte Linde am Rockermaier-Areal: Bürger fürchten Abholzung wegen Neubauten

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Die BI „Lebenswertes Moosburg“ fürchtet die Abholzung einer alten Linde zugunsten von Neubauten am Rockermaier-Areal. Doch Behördenvertreter beschwichtigen.

Moosburg – „Grüne Oasen müssen immer öfter Neubauten weichen“: So lautet ein wesentlicher Kritikpunkt, der kürzlich zur Gründung der Bürgerinitiative (BI) „Für ein lebenswertes Moosburg“ geführt hat und der den Initiatoren viel Zuspruch in der Dreirosenstadt eingebracht hat. Nun haben BI-Mitglieder einen potenziellen neuen Fall im Visier: Sie fürchten um den Verlust einer alten Linde am Rockermaier-Areal.

Die Neubaupläne auf der Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulzentrum Nord sind seit ihrem Bekanntwerden heftig umstritten. Die niederbayerische Gruppe Rebl + Penzkofer hatte die 2,5 Hektar umfassende Fläche erworben, um dort Wohnbebauung im großen Stil zu realisieren. Zuletzt waren 219 Wohneinheiten im Gespräch, die dort entstehen könnten. 4000 Quadratmeter des Areals hat sich die Stadt zudem für eine Schulerweiterung gesichert. Nicht nur Anwohner lehnen die Nachverdichtung wegen ihrer gewaltigen Dimensionen ab. Auch im Stadtrat erhielt das Vorhaben nur eine hauchdünne Mehrheit.

Baggerarbeiten nur wenige Meter neben der Linde

Als die Grünen im Oktober zu einem Info-Spaziergang auf das Rockermaier-Areal luden, war der Andrang enorm. Schon damals wurden Sorgen laut, dass eine prägnante Linde, die seit vielen Jahrzehnten im südlichen Bereich des Areals steht, der Bebauung zum Opfer fallen könnte. Diese Befürchtungen haben sich in den Reihen der zwischenzeitlich gegründeten Bürgerinitiative seit Dienstag noch einmal intensiviert: Weil an diesem Tag in unmittelbarer Nähe zur Linde mit Baggerarbeiten begonnen wurde, wandten sich die alarmierten Mitglieder an diverse Behördenvertreter von Stadt und Landkreis. Die BI will verhindern, dass vor Abschluss des laufenden Bebauungsplanverfahrens Tatsachen geschaffen werden.

Dass die Linde – 270 Zentimeter Stammumfang und eine geschätzte Höhe von 20 Metern – in naher Zukunft weichen muss, sei laut Auskunft von Josef Mühlberger unwahrscheinlich. Der Verwaltungschef im Moosburger Rathaus sagt, er könne angesichts des laufenden Bebauungsplanverfahrens jedoch nicht abschätzen, wie es letztendlich mit dem Baum weitergehe. „Ich bin kein Hellseher.“ Immerhin: „Der Baum steht auf städtischem Grund und wenn wir die Linde nicht umschneiden, dann macht das auch niemand sonst.“

Untere Naturschutzbehörde empfiehlt Erhalt des Baums

In den Reihen der Bürgerinitiative ist man von dieser Aussage wenig beruhigt. Schließlich fehle es in Moosburg an einer Baumschutzverordnung. Vonseiten des Landratsamts, deren Fachstellen keine Genehmigungsrolle in dem Bebauungsplanverfahren innehaben, gibt es dennoch eine Empfehlung, wie Sprecher Robert Stangl auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt: „Kreisbaumeisterin Antonia Seubert hat sich in einem frühen Stadium bereits für eine etwas zurückgenommene Planung ausgesprochen.“ Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde solle zudem die Linde erhalten bleiben. Robert Stangl: „So ist es wohl bisher auch im Bebauungsplan vorgesehen.“

Erst vor wenigen Monaten lösten geplante Baum-Fällungen einen Aufschrei bei Moosburger Bürgern auf. Nach massiver Kritik und kreativem Protest ruderten die Verantwortlichen zurück.

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