Judoka aus Moosburg werden Bezirksligameister

"Das war Spitze, SGM!"

Draußen 30 Grad und mehr im Schatten, drinnen in der Halle eine Luft zum Schneiden. Sportliche Höchstleistung schier unmöglich, sollte man meinen. Nicht so für die Judoka der SG Moosburg. Der Meister der Bezirksliga Nord gewann beide Finalkämpfe gegen Teams der Gruppe Süd und hat seit Sonntagabend den Titel in der Tasche. Ob man damit automatisch in der Landesliga ist, ist noch offen.

Moosburg – „Jetzt brauchen wir noch einen Punkt“, sagt ein kleines Mädchen und ihr Papa nickt. 9:6 für die Judoka der SG Moosburg stand auf der Anzeigentafel, nachdem Christian Hermann (bis 90 Kilo) seinen Gegner Carsten Zillmer vom Finalgegner TSV Teisendorf II besiegt hatte. 

Doch der eine Punkt bei noch vier ausstehenden Kämpfen ließ zunächst auf sich warten, weil Luis Köhler (bis 81 kg), der in Durchgang 1 noch mit Ippon gewonnen hatte, gegen Johannes Grill den Kürzeren zog. Noch einen Punkt hörte man es immer wieder von den angespannten Zuschauern am Mattenrand. Und da war er: Hendrik Zimmermann (bis 81 kg) legte Timo Liegl aufs Kreuz. Allerdings lag jede Menge Arbeit hinter dem Moosburger, bis er zu seinem jubelnden Luftsprung abheben konnte und seine Leistung mit dem „Das war Spitze“-Chor belohnt wurde.

Davon beflügelt, dass sein Team den Meistertitel in der Tasche hatte, tat es Michael Schwanner im anschließenden Kampf gegen Johann Wiesbacher (bis 73 kg) gleich, und gewann ebenfalls durch Ippon. Die Schlacht war geschlagen, und da war es auch zu verschmerzen, dass Maximilian Blomoser (bis 73 kg) den letzten Kampf des langen Nachmittags an Jakob Schmid abgeben musste. Vielmehr ging alles im lautstarken Jubel und tosenden Beifall der Fans unter, die in der stickigen Halle ausgeharrt hatten.

Der Weg in den Finalkampf um Rang 1 führte die Moosburger aber erst in den Wettkampf gegen den Zweiten der Gruppe Süd, den TuS Traunreut. Nach dem ersten Durchgang führten die Moosburger zwar mit 6:4, doch die Traunreuter Kämpfer standen sehr kompakt, und wenn die jungen Moosburger dann zu ungestüm angriffen „und sich nicht an die Vorgaben halten und zuviel zulassen“, wie Trainer Joe Sanders danach kommentierte, dann geht das halt mal daneben. Zwar endete der zweite Durchgang 5:5, dennoch reichte es zu einem knappen 11:9-Erfolg für die SGM. 

Würde es auch zum Titel reichen? Immer wieder hatte man ein Auge auf die zweite Matte geworfen, in der sich der Meister der Gruppe Süd, TSV Teisendorf II und der Vize der Gruppe Nord, der JVAM Ammerland gegenüberstanden, und die Stärke der Teisendorfer ausgemacht, die letztlich mit 13:7 siegten. Im Finale langen die Moosburger zunächst mit 0:2 zurück und es war wahrlich eine enge Kiste, bis die letzten vier Kämpfer in den 81- und 73-Kilo-Gewichtsklassen das Ergebnis zur 6:4-Führung nach dem ersten Durchgang drehten. Und was dann kam, ist bekannt: Mit einer von Taktik geprägten Aufstellung und einer bärenstarken Leistung holte die SGM den Titel, die Meisterurkunde und den Pokal. 

Der dritte Rang ging übrigens an den JVAM Ammerland, der den TuS Traunreut mit 11:9 niederhielt.

Margit Conrad

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