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Seit vier Jahren ein erfolgreiches Gespann: Johannes Becher (l.) und Klaus Reichel, die Vorsitzenden des Vereins „Tante Emma“ in Moosburg. 

Moosburgs sozialer Treffpunkt

Erfolgsprojekt „Tante Emma“ feiert vierten Geburtstag

Das Erfolgsprojekt „Tante Emma“ feiert am Donnerstag seinen vierten Geburtstag. Entsprechend gut gelaunt sind die Verantwortlichen der Begegnungsstätte in Moosburg.

Moosburg – Die Vorsitzenden Johannes Becher und Klaus Reichel waren es im Januar 2016 gewesen, die bei einem zufälligen Treffen in der Moosburger Innenstadt die Idee hatten. Reichel war damals auf der Suche nach einer Kleiderkammer für den Helferkreis Asyl und Becher überlegte, wie das Projekt „Nowaswert“ eine Weiterführung erfahren könnte. Genau neun Monate später, am 15. Oktober 2016, öffnete Tante Emma seine Pforten. Bis dahin hatten die beiden Gründer die Vision weiterentwickelt, in ein Konzept gegossen, dazu einen Businessplan entwickelt, einen Verein gegründet, Unterstützer und Mitarbeiter angeworben, Finanzmittel und Darlehen akquiriert, einen Mietvertrag unterschrieben und den Laden umgebaut.

Die drei bangen Fragen zum Start waren für Becher und Reichel, ob sich genug Leute finden, die auch aktiv am Projekt mithelfen, ob das Ganze finanziell machbar ist und ob genug Ware gespendet würde. Diese Unsicherheiten lösten sich aber bereits in den ersten Tagen nach Start in Luft auf. Das Konzept einer sozialen Begegnungsstätte mit günstigen Gebrauchtwaren und Beratungsangebot schlug voll ein. Inzwischen hat der Tante Emma e.V. 150 Fördermitglieder, davon sind 50 Ehrenamtliche regelmäßig als Mitarbeiter für und in der Begegnungsstätte aktiv. „Diese sind das Rückgrat des Ganzen“, sagen Klaus Reichel und Johannes Becher unisono: „Ohne deren Einsatz würde es nicht funktionieren. Deshalb gebührt der ganz große Dank und Respekt diesen Menschen.“

Das Ziel als sozialer, interkultureller Treffpunkt zu verbinden, sozial engagierte Gruppen zu vernetzen und dafür zu sorgen, dass vielen Menschen in einer Notlage geholfen wird, wurde mehr als erreicht. In den vier Jahren hat der Verein etwa 45 000 Euro für andere soziale und humanitäre Projekte gespendet und dazu selbst weitere Aktionen initiiert. Beispiele dafür sind der Gemeinschaftsgarten „Onkel Anton“ oder jüngst die Tante-Emma-App für die „Nachbarschaftshilfe“. Mittlerweile sehen die beiden Vorstände den Tante Emma e.V. als offensiven Mitgestalter für ein tolerantes und weltoffenes Moosburg und gegen Diskriminierung.

Finanziell sei das Projekt ein absoluter Erfolg, und der Zustrom an gespendeten Waren nehme ungeahnte Ausmaße an. Das führe schon zu Problemen bei der Warenannahme, so Reichel. Deshalb geht die dringende Bitte an alle Spender, die „Tante Emma-Qualitätsstandards“ zu beachten.

Im November steht nun die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen in der Schäfflerhalle an. Die beiden Vorstände Johannes Becher und Klaus Reichel werden sich erneut zur Wahl stellen. Und trotz der elfwöchigen Schließung der Tante Emma während des Lockdowns wird es 2020 wieder eine Ausschüttung für soziale Zwecke geben, deutet Johannes Becher an. Auch Projekte wie die Nachbarschaftshilfe sollen laut dem 1. Vorstand weiter intensiviert werden, oder neue angeschoben, beispielsweise etwas im Bereich „food sharing“. Mit der neu gewählten Vorstandschaft will Tante Emma die Erfolgsgeschichte in den nächsten Jahren fortschreiben. Dann wieder mit einer echten Geburtstagsparty, hoffen die beiden Vorstände. 

JOSEF FUCHS

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