+
Radler haben Vorrang: Dieses Teilstück der Viehmarkstraße wird umgewandelt.

Grüne setzen Antrag durch

Moosburg wird Vorreiter an der Fahrrad-Front - erst mal für zwei Jahre

Gute Nachrichten für Moosburgs Drahtesel-Besitzer: Radler haben künftig gleich in mehreren Bereichen der Dreirosenstadt Vorfahrt.

Moosburg – Mit einer Mehrheit von neun zu drei Stimmen haben die Mitglieder des Moosburger Bauausschusses am Montag beschlossen, die Graf-Konrad-Straße, Teilstücke des Stadtgrabens sowie das angrenzende Wohngebiet bis zur Industriestraße, das derzeit als Zone 30 ausgewiesen ist, in eine Fahrradzone – zunächst auf zwei Jahre begrenzt – umzuwandeln. Die Grünen-Fraktion hatte einen entsprechenden Antrag gestellt und konnte diesen auch durchsetzen.

In eine Fahrradstraße umgewandelt wird ein Teilstück der Viehmarktstraße von der Stadtwaldstraße bis zur Kreuzung Blütenstraße. Eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit erwarte man mit der Einrichtung von Fahrradzone und -straße, betonte 3. Bürgermeister, Michael Stanglmaier. Das Verkehrsgutachten, das vor kurzem im Stadtrat vorgestellt worden war, solle nicht in der Schublade verschwinden. „Wir sollten etwas tun.“ Die Ausweisung einer Fahrradzone sei eine relativ günstige Maßnahme, mit der man in der maßgeblich von Schülern frequentierten Graf-Konrad-Straße einen sicheren Schulweg schaffen könne.

Dollinger sieht nur einen Vorteil

Anders sah das Bürgermeister Josef Dollinger. Bei der Ausweisung als Fahrradzone, in der wie bisher maximal 30 Stundenkilometer für alle Verkehrsteilnehmer gelten, gebe es für Radler praktisch nur den einen Vorteil – dass diese künftig nebeneinander fahren dürften.

Weil der Antrag der Grünen auch die Umwandlung der Graf-Konrad-Straße in eine Vorfahrtsstraße beinhalte, müsste eine sehr große Zahl an neuen Verkehrszeichen und Markierungen eingerichtet werden. Insgesamt würde das mit mehr als 11 000 Euro zu Buche schlagen. Von der von den Grünen beantragten Änderung rate auch die Polizei „dringend“ ab, wie Dollinger betonte. Denn in den vergangenen fünf Jahren habe sich dort kein einziger Schulwegunfall ereignet. Anlieger dürfen die Straßenabschnitte zwar weiterhin mit Autos und anderen Kraftfahrzeugen befahren, müssen aber, wenn es nötig ist, ihre Geschwindigkeit weiter verringern.

Mit der Ausweisung einer Fahrradzone sei man verkehrsrechtlich Vorreiter im ganzen Landkreis, meinte Stanglmaier. Und das sei doch nicht schlecht. Statt „hinterherzuhinken“, könne man „Anstoß“ sein für andere Gemeinden im Landkreis Freising. Die Bürger könnten dafür begeistert werden, für kurzen Strecken vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Auf dem entsprechenden Verkehrsschild für diese Zone ist ein weißes Rad auf blauem Grund zu sehen.

Teilstück wird umgewidmet

Mit nur zwei Gegenstimmen wurde einem weiteren Antrag der Grünen stattgegeben – ein Teilstück der Viehmarktstraße von der Kreuzung Stadtwaldstraße bis zur Blütenstraße in eine Fahrradstraße umzuwidmen. Dieser Antrag wurde auch von der Verwaltung befürwortet. Das Parken am Fahrbahnrand sei weiterhin zulässig, hieß es in dem entsprechenden Beschlussvorschlag. Zum Lückenschluss soll auch das Teilstück der Landshuter Straße, das bisher bis auf Höhe der Kulturgrabenbrücke, kurz vor dem Gasthof „Zur Länd“, als Wirtschaftsweg ausgewiesen war, ebenfalls als Fahrradstraße gelten. mam

Auch interessant

Kommentare