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Kontrovers ging es am Montag in Moosburg zu, als die Stadträte über die Wasserversorgung diskutierten.

Kritik an Verwaltungsarbeit

„Geschäft zulasten der Bürger“: Wasserpreise lösen Debatte im Moosburger Stadtrat aus

Kontrovers ging es in Moosburg zu, als die Stadträte über die Wasserversorgung diskutierten. Bürgermeisterin Meinelt fand das Verhalten eines Ratmitglieds „fragwürdig“. 

Moosburg – Kontrovers ging es am Montag in Moosburg zu, als die Stadträte über die Wasserversorgung für die Jahre 2020 bis 2023 entscheiden mussten: Mit einer Senkung der Preise um ganze 9,6 Prozent wird der Kubikliter Wasser künftig nur noch 1,23 Euro kosten. Die Diskussion rund um diesen Preis verlief allerdings hitzig.

Gebühren müssen neu kalkuliert werden

Gemäß dem vierjährigen Turnus war es auch in diesem Jahr wieder so weit: Die Gebühren für Moosburgs Wasserversorgung mussten neu kalkuliert werden. Zunächst stellte Sigrid Schmitt vom Kommunalen Prüfungsverband die Nachkalkulation ab 2016 vor, anschließend die Berechnung für die kommenden Jahre. Der Gesamtverbrauch hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren erhöht, insgesamt neun Sanierungsmaßnahmen sind in den kommenden vier Jahren geplant. Der kalkulatorische Zinssatz wurde mit 21 Befürwortern und zwei Gegenstimmen auf 2,75 Prozent festgelegt, ebenso der Wasserpreis von 1,23 Euro pro Kubikliter.

Überschüsse „verschwinden im Nirwana“

SPD-Stadtrat Gerhard Beubl passte dieser Beschluss so allerdings nicht: „2,75 Prozent kalkulatorischer Zinssatz ergibt ein gutes Geschäft für die Stadt, aber zulasten der Bürger“, lautete sein Vorwurf. Außerdem würden die erzielten Überschüsse des Wasserwerks der Stadt zugebucht und „verschwinden im Nirwana“, wie er ausführte.

Aufgrund seiner Unzufriedenheit stellte Beubl gleich zwei Anträge: Ab dem 1. Januar 2020 solle das Wasserwerk ein eigenes Konto eröffnen, auf das die Überschüsse zurückgeführt werden; den Wasserpreis will er sogar auf 1,20 Euro pro Kubikliter senken. Im weiteren Sitzungsverlauf passte er beide Anträge noch einmal an: Ein Jahr länger soll die Stadt Zeit bekommen, ein separates Konto für das Wasserwerk einzurichten. Diese Änderung im Haushalt zum ersten Januar 2021 wurde mit zwölf Befürwortern und elf Gegenstimmen beschlossen.

Bürgermeisterin: „Ich finde es fragwürdig, dass...“

Die Senkung von 1,23 Euro auf – nachgebesserte – 1,21 Euro pro Kubikliter lehnte der Stadtrat mit 15 Stimmen ab, acht Räte stimmten für die Senkung auf 1,21 Euro. Bürgermeisterin Anita Meinelt brachte ihre Verwunderung über den Stadtratskollegen Beubl zum Ausdruck: „Ich finde es fragwürdig, dass Sie als Verwaltungsfachmann die Verwaltungsfachmänner der Stadt in ein schlechtes Licht rücken.“ Auch Martin Pschorr (SPD) nahm die Kalkulation vor Beubls Vorwürfen ein Stück weit in Schutz: „Sie ist logisch und nachvollziehbar.“ Genau darauf komme es laut Pschorr auch an: „Der Bürger soll jeden Cent, den er zahlt, nachvollziehen können.“  Pascale Fuchs

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