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Randvoller Keller-Saal: Der Versammlungsort im Gasthaus Drei Tannen platzte aus allen Nähten, so groß war das Interesse der Moosburger an der Gründung der Bürgerinitiative. Sprecher Uwe Nelkel (r.) war sichtlich zufrieden.

„Für ein lebenswertes Moosburg“

„Wir ersticken schon jetzt im Verkehr“: Zahlreiche Moosburger kommen zu BI-Gründung

Der Andrang war enorm: Über 80 Bürger kamen zur Gründungsversammlung der BI „Für ein lebenswertes Moosburg“. Die Initiatoren zeigten sich überwältigt.

Moosburg – Sie haben mehr Unterstützer gefunden als erwartet: Die Initiatoren der Bürgerinitiative (BI) „Für ein lebenswertes Moosburg“ freuten sich bei der ersten Informationsveranstaltung am Donnerstagabend über das überwältigende Interesse der Bevölkerung. Mehr als 80 Bürger fanden den Weg in den Kellerraum der Gaststätte Drei Tannen. Auch Stadträte und Bürgermeisterkandidaten waren anwesend.

„Wir sind überwältigt“

Erst am 6. Januar hatten sich Brigitte und Hermann Weger, Anja und Uwe Nelkel, Eva Riedl, Thomas Schulz und Erika Dreshaj dazu entschlossen, die BI auf den Weg zu bringen (wir berichteten). 1000 Flyer waren verteilt und die Einladung zur Infoveranstaltung über die Presse und die sozialen Medien öffentlich gemacht worden.

„Wir sind überwältigt“, meinte der Sprecher der BI, Uwe Nelkel. Was sich derzeit rund um die Neubaugebiete in der Stadt abspiele, lasse die Bürger wohl nicht kalt. Zu „massiv“ seien die Wohnanlagen, die aktuell am Oberen Gereuth, an der Thalbacher Straße, am Villenviertel oder demnächst am Rockermaier-Areal entstehen würden, meinte Nelkel. Die Stadt „ersticke“ in massiven Neubauten.

Mit Blumen bedankte sich Claudia Haring (l.) bei Brigitte Weger für deren Einsatz und die BI-Gründung.

Grüne Lungen „zugepflastert“

Alles, was das an Infrastruktur nach sich ziehe, sei erschreckend. In 1300 Wohneinheiten würden rund 3000 Neubürger einziehen. Das habe man überschlägig errechnet. „Das heißt: mehr Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger. Wir ersticken ja jetzt schon im Verkehr und die Bahnsteige sind jetzt schon proppenvoll“, klagte der Moosburger. Auch das Verschwinden von Grünflächen sehe man kritisch. „In den Großstädten erhalten sie ihre grünen Lungen, wir pflastern sie zu.“ Mehr auf die Sorgen der Bürger einzugehen, das wünsche man sich von den Verantwortlichen in der Stadt. „Man hat bei uns in Moosburg immer das Gefühl, dass man jedem Investor hörig ist und ihm vor den Knien herrutscht, dass er ja dableibt“, kommentierte Ex-UMB Stadtrat Mike Hilberg.

Die massive Bebauung stört die Initiatoren in erster Linie auf dem Grundstück am 2,56 Hektar großen Rockermaier-Areal zwischen Industrie-, Saliter- und Schlesierstraße. 219 Wohneinheiten in 19 Mehrfamilienhäusern sollen dort entstehen. Bedenken wurden auch wegen der Erschließung geäußert. Die Ausfahrten aus den Tiefgaragen seien schlecht situiert. „Ich frage mich, wie das funktionieren soll“, warf eine Zuhörerin ein. Weiter wurde die Stelle eines Managers angeregt, der ausschließlich mit Fragen der Stadtentwicklung betraut sein müsse.

Blumen zum Dank für das Engagement

Ob denn durch den vermehrten Zuzug auch die gesundheitliche Versorgung gewährleistet sei, wollte eine Moosburgerin wissen. Mit all den Fragen wollen sich die Mitglieder der BI demnächst an politische Entscheidungsträgern wenden, mit ihnen ins Gespräch kommen, um Einfluss auf deren Entscheidungen nehmen zu können. „Wir müssen definieren, wo wir hin wollen“, schwor Nelkel die Anwesenden auf die kommenden Jahre ein.

Sie lebe seit 20 Jahren in Moosburg, meinte schließlich Zuhörerin Claudia Haring. Noch nie habe sie sich so angesprochen gefühlt wie von dem Anliegen der Bürgerinitiative. Zum Dank für deren Engagement überreichte sie einen Blumenstrauß an Brigitte Weger. Maria Martin

Lesen Sie auch: „Ohrfeige für die Ehrenamtlichen“: Bürgermeisterin Meinelt kontert Kritik zu Moosburgs Wachstum

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