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Moosburgs Gymnasiasten feiern Musical-Premiere: „Little Shop of Horrors“ begeistert das Publikum

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Moosburger Gymnasiasten führen ein Musical auf
Singen, Tanzen, Musizieren: Das Zusammenspiel der Beteiligten war aus einem Guss. Auch hinter den Kulissen haben die Gymnasiasten große Leistungen vollbracht. © Martin

Einen Musical-Rundum-Genuss haben Moosburgs Gymnasiasten abgeliefert: Sie feierten mit ihrer Inszenierung von „Little Shop of Horrors“ eine gelungene Premiere.

Moosburg – Eine Aufführung, die ihresgleichen sucht: Das war die Premiere des Musicals „Little Shop of Horrors“ am Dienstagabend in der Moosburger Stadthalle. Die Schüler des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums haben sich mit ihrer jüngsten Inszenierung selbst übertroffen. Zum Schluss gab es ein komplett begeistertes Publikum.

Die Geschichte spielt in „Skid Row“, dem heruntergekommenen Viertel einer amerikanischen Großstadt. Vor dem Laden des Blumenhändlers Mr. Mushnik herrscht Tristesse: Mülltonnen und ärmlich gekleidete Bewohner streifen durch die Straße. Weil die Inszenierung als Rundum-Theatererlebnis angelegt ist, trieb sich bereits vor Beginn der eigentlichen Handlung ein Teil der Schauspieler als Obdachlose mit Bier und Schnaps im Saal herum.

Moosburger Gymnasiasten führen ein Musical auf.
Überzeugend waren sowohl die schauspielerischen Leistungen als auch das aufwendige Bühnenbild. © Martin

In der Kasse von Mr. Mushnik (Benedikt Peschler), dem Inhaber des Blumenladens, befindet sich kein Cent mehr. Sein Mitarbeiter Seymour – als „arme Socke“ überzeugte Zeno Pröls –, ist damit beschäftigt, den Staub wegzukehren, denn Blumen gibt es keine mehr. Angestellte Audry (Marie Osswald) betritt den Laden mit einem Veilchen im Gesicht. Ihr jähzorniger und sadistischer Liebhaber, der Zahnarzt Orin (Daniel Lösl), hat es ihr verpasst.

Fleischfressende Pflanze im Mittelpunkt

Ehe man sich versieht, ist man mittendrin in der Geschichte, wird etwa verzaubert von der reizenden Audrey und hat Mitleid mit dem tollpatschigen Seymour. Gänsehautmomente gibt es vor allem bei den Gesangsstücken. In den Hits des Horror-Musicals „Grow for me“, „Somewhere that’s Green“, „Close for Renovation“, „Git it“ oder „Suppertime“ wird der Spannungsbogen immer dichter: Nach einer Sonnenfinsternis gelingt es Seymour, eine Pflanze zu züchten, der er in Anlehnung an seine Kollegin, die er anhimmelt, den Namen Audry II gibt. Die Pflanze zieht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den kleinen Blumenladen. Die drohende Pleite kann abgewendet werden. Doch Audry II fordert ihren Tribut: Sie ernährt sich von Seymours Blut. Als dieses nicht mehr ausreicht, muss Menschenfleisch her. Dabei hatten die drei „Downtown-Girls“ (Alicia Gonzales, Aleyna Tuncer und Elena Heinz) bereits im Vorfeld vor der gefährlichen Pflanze gewarnt.

Publikum in der Moosburger Stadthalle
Das Premierenpublikum spendete lang anhaltenden Applaus und wollte auch nicht ohne Zugabe nach Hause gehen. © Martin

Beeindruckend, wie stimmgewaltig sich die Hauptdarsteller präsentieren, wie sehr sie genau die Atmosphäre vermitteln, die für die jeweilige Szene gebraucht wird. Alle Kostüme sind passend zu den Charakteren gestaltet worden (Maske/Requisite: Karin Weindl). Auch das Bühnenbild (Stephan Görgner) hat ganze Arbeit geleistet. Vor allem bei der riesigen Pflanze, deren Schlund sich so weit öffnen lässt, dass sie einen ganzen Menschenkörper verschlingen kann.

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Das Zusammenspiel zwischen Orchester (Leitung: Stefan Pellmaier und Tobias Rottmann), Schauspielern (Regie: Matthias Röck und Andrea Koslow) und Tänzern (Choreografie: Andrea Hämmerl) weist keinerlei Lücken auf, die Zuschauer werden überwältigt. Einen ganz wichtigen und anspruchsvollen Teil des Musicals hat auch die Technik übernommen: Alle Mitglieder waren hoch konzentriert bei der Sache.

Ganze Schulfamilie steht geschlossen hinter Projekt

Doch damit noch nicht genug: Ein solches Mammutprojekt lasse sich nur stemmen, wenn die ganze Schulfamilie inklusive Lehrkörper geschlossen hinter der Aufführung stehe, sagte Initiator und Gesamtleiter, Stefan Pellmaier zum Schluss der Vorstellung. Requisiten, Kostüme, Frisuren, Maske, T-Shirt-Druck, Werbung, Souffleusen oder die Organisation der Probewoche: Alles habe gleichermaßen das Musical zu einem solch großen Erfolg werden lassen.

Und das sah das Publikum genauso. Nach lautstarken, stehenden Ovationen wollte es nicht ohne Zugabe nach Hause gehen. Stolz waren vor allem die Eltern – und die hätten es sich auch verdient, meinte Pellmaier: „Sie haben ihren Kindern den Rücken gestärkt, sie ermuntert und immer wieder zum Lernen motiviert.“ Sein Lob an die Schauspieler gerichtet lautete: „Seit vielen Jahren hatten wir kein Team mit solcher Stärke.“
Maria Martin

Weitere Aufführungen und Tickets

Aufführungen gibt es noch am Donnerstag und Freitag, 7./8. Juli, jeweils um 19.30 Uhr in der Stadthalle Moosburg (Einlass: 19 Uhr). Karten gibt’s bei Schreibwaren Bengl sowie am Gymnasium.

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