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Scannen, hören, wissen: An markanten Orten in der Stadt Moosburg sollen künftig mit dem Smartphone QR-Codes gescannt werden können, die dann ein kurzes Hörspiel aktivieren. Das Projekt wird organisiert von der örtlichen Vhs. Die Geschichten sollen die Bürger liefern.

Vhs plant Audioguides in der Stadt

Moosburgs hörbare Geschichten

Moosburg - Die Vhs möchte in Moosburg Hörpfade einrichten, auf denen Smartphone-Nutzer Geschichten über Sehenswürdigkeiten erzählt bekommen. Alle Bürger können selbst am Projekt mitarbeiten.

„Was ist das eigentlich für ein ungewöhnliches Haus?“, denkt sich der Mann, als er vor dem historischen Gebäude in der Innenstadt steht. Er zieht sein Handy aus der Tasche, steckt sich Kopfhörer in die Ohren und hält das Telefon vor einen QR-Code (siehe Kasten). Nach wenigen Minuten weiß er nicht nur, wovor er da steht, sondern hat auch noch in einer witzigen Geschichte erfahren, was sich an diesem Ort einst zugetragen hat.

Noch spielen sich solche Szenen im Kopf ab, doch schon bald könnten sie zum Alltag in Moosburg gehören. Denn die Vhs beteiligt sich am Projekt „Hörpfade“, bei dem die „Vielfalt regionaler Geschichte, Kultur und Kunst erfahrbar und hörbar“ gemacht werden soll. Die Aktion ist eine Kooperation des Bayerischen Rundfunks und des Bayerischen Volkshochschulverbands.

Sie richtet sich zum einen an Menschen, die schon lange an einem Ort leben und viel darüber zu erzählen haben. Zum anderen sollen die übrigen Einwohner oder Besucher der Stadt von diesem Wissen profitieren. Entstehen soll dadurch ein „klingender Stadtplan“. Der Audioguide wird direkt vor Ort per QR-Code und einer speziellen Smartphone-App abrufbar sein, man kann die Aufnahmen aber auch zu Hause auf diversen Internetseiten (Stadt, Vhs, BR) bequem nachhören.

Die Bürger sollen sich engagieren

Um für das Projekt zu werben, besuchte Dorothea Band, Leiterin der Vhs-Fachbereiche Gesellschaft und Kultur, am Montagabend extra die Stadtratssitzung. „Warum ich mich an Sie wende?“, fragte Band die Stadträte, und gab selbst die Antwort: „Sie haben alle das gleiche Interesse. Sie hegen eine starke Verbundenheit zur Stadt und wollen deren Attraktivität steigern.“ Deshalb sollten die Gremiumsmitglieder über die Aktion umfassend informiert sein und weiter Mundpropaganda betreiben. Band: „Es ist ein sehr gutes Mittel, bei dem sich Bürger engagieren und mit ihrer Stadt auseinandersetzen.“

Dabei gehe es nicht um die „unumstrittenen Highlights der Stadt“, wie etwa das Kastulusmünster, sondern die auf den ersten Blick unspektakulären Orte. „Die kleinen, liebgewonnenen Details und Geschichten, die sonst nur verloren gehen.“ Als Beispiel nannte Band den Himmelblauen See: „Da bin ich vor 17 Jahren selbst als Zugereiste gestanden und hab’ mich gefragt: Woher kommt dieser Name? Wenn man davorsteht, kommt man ja nicht unbedingt drauf.“

Vom Jugendlichen bis zum Rentner: teilnehmen kann jeder

Teilnehmen am kostenlosen Projekt kann jeder, vom Jugendlichen bis zum Rentner. Damit die Geschichten auch professionell und ansprechend gestaltet sind, sollen die Teilnehmer in Workshops journalistische Grundlagen sowie Aufnahme- und Schneidetechniken erlernen. „Es geht nicht einfach um Vorlesen“, sagte Dorothea Band dem FT, „sondern es soll eine Art Hörspiel entstehen: szenisch und richtig lebendig.“

Armin Forster

Gut zu wissen:

Die Info-Veranstaltung zum Projekt findet am Freitag, 28. März, um 19 Uhr in der Aula im Haus der Bildung (Stadtplatz 2) statt.

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