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Voller Tatendrang: Steffen Barth freut sich auf seine neue Herausforderung in der Pfarrstelle Moosburg II. Mit dem 30-Jährigen ziehen seine Frau Franziska und die beiden Töchter Marina (zwei Jahre) und Katja (1,5 Monate) in das Pfarrhaus an der Wartenberger Friedenskirche.

Interview mit Steffen Barth

Moosburgs neuer evangelischer Pfarrer: Raus aus dem Büro, rein ins Leben

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Die evangelische Kirchengemeinde Moosburg bekommt einen neuen Pfarrer: Ab März wird Steffen Barth Pfarrerin Regine Weller unterstützen. Im Interview erzählt er, welche Veränderungen sein Amtsantritt für sich und die Gemeinde mit sich bringt.

Moosburg – Die Protestanten in der Region werden bald von einem neuen Seelsorger betreut: Zum 1. März wird die Pfarrstelle Moosburg II der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde wieder besetzt (wir haben berichtet). Pfarrer Steffen Barth (30), der nach dem Theologiestudium in München, Sopron und Mainz sein Vikariat in Grünwald absolviert hat, arbeitet aktuell noch in der Personalabteilung des Landeskirchenamts. Das FT hat ihn vorab zu einem Kennenlerngespräch gebeten:

-Herr Pfarrer, im Frühling geht es für Sie in eine völlig neue Gemeinde. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf diese Herausforderung?

Mit Vorfreude und Spannung auf das, was kommen wird. Ich habe ein Jahr im Landeskirchenamt gearbeitet und konnte dort interessante Einblicke in das Personalwesen bekommen, die man normal als Pfarrer nicht hat. In Moosburg freue ich mich dann wieder auf die typischen Aufgaben eines Pfarrers. Es ist die große Stärke des Berufs, mit allen Belangen der Menschen konfrontiert zu werden – ob freudig oder leidvoll.

-Wie genau sieht Ihre derzeitige Arbeit denn aus?

Man kann sagen, es ist eine Art Sonderstelle. Ich beschäftige mich mit Bewerbungen von Pfarrern aus dem In- und Ausland, die ihre Stelle wechseln wollen – weil sie berufliche, familiäre oder gesundheitliche Probleme hatten. Also eher Ausnahmefälle.

-Was wissen Sie schon alles über Ihre neue Wirkungsstätte?

Es ist eine sehr rührige und aktive Gemeinde. Ich hab’ mich bereits einige Male vor Ort umgesehen. Und ich war bei Pfarrerin Regine Weller, die sich derzeit in Elternzeit befindet, zu Besuch und habe mit ihr ein ausführliches Gespräch geführt. Über die Gemeinde und die anstehenden Themen. Alles Weitere werden wir dann noch klären. Denn natürlich habe ich momentan noch im Landeskirchenamt gut zu tun – und die Kollegin ist in Erwartung ihres dritten Kindes ja auch gut beschäftigt.

-Die Gemeinde ist ziemlich groß: Sie reicht vom Ampertal im Westen bis nach Bruckberg und von Gammelsdorf im Norden bis runter in den Erdinger Landkreis. Sind Sie künftig für ein bestimmtes Teilgebiet zuständig?

Nein, bislang gibt es keine Aufteilung nach Gebieten – und nach Absprache mit meiner Kollegin wird das auch so bleiben. Es soll keine Sprengelaufteilung geben.

-Und wie sieht es thematisch aus?

Allgemein finde ich es sehr reizvoll, wenn man als Pfarrer mit vielen verschiedenen Aspekten zu tun hat. Es wird aber durchaus Schwerpunkte von Regine Weller geben und welche, denen ich mich widme. Die Details müssen wir noch besprechen. Was man schon sagen kann, ist, dass ich wohl für den Gemeindebrief zuständig sein werde, die Arbeit mit den Konfirmanden unterstütze und wieder eine Kinderfreizeit einführe. Die gibt es ja bislang nicht in Moosburg und ich habe sie neben meiner Landeskirchen-Amtstätigkeit bereits im Münchner Norden organisiert. Die Kinder- und Jugendarbeit wird etwas sein, worauf wir als Kirchengemeinde ein verstärktes Augenmerk setzen. Und da ist es dann von Vorteil, wenn man schon ein funktionierendes Konzept hat.

-Ihr neues Zuhause wird das Pfarrhaus an der Wartenberger Friedenskirche. Freuen Sie sich auf die neuen vier Wände?

Ja. Ich war schon dort, habe das Haus allerdings bislang nur von außen gesehen. Das hat bislang zeitlich noch nicht gepasst.

-Moment... Sie ziehen mit Ihrer Familie in ein Haus, das Sie noch nie betreten haben?

(lacht) Egal, wie geräumig es ist oder nicht: Es wird sehr viel mehr Platz bieten als unsere momentane Wohnung. Meine Frau und ich leben derzeit im Süden von München mit zwei Kindern in 2,5 Zimmern. Alles ist besser als jetzt. Und wir haben dann auch einen Krippenplatz für meine ältere Tochter.

-Wenn Sie an die neue Wirkungsstätte denken: Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ganz pauschal, dass ich keinen stundenlangen Büroalltag mehr habe, sondern wieder mehr unterwegs bin und mit verschiedenen Menschen zusammenkomme. Es kann sein, dass nach ein paar Wochen etwas die Ernüchterung kommt, weil ich viele weite Fahrwege habe. Aber das wird durch die Abwechslung und die Lebendigkeit wieder aufgewogen.

-Als welche Art Pfarrer würden Sie sich selbst beschreiben?

Mir ist es wichtig, für Menschen in allen Lebenslagen da zu sein, über sämtliche Generationen hinweg. Sich Gedanken zu machen, welche Interessen die Menschen verfolgen. Das finde ich das Schöne an dem Beruf. Man hat als Pfarrer in seinen Gestaltungsmöglichkeiten sehr viele Freiräume.

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